Unklare Vortrittsregelungen, unvollständige Markierungen, fehlende Absturzsicherung am Bach, unübersichtliche Ein- und Ausfahrten. Diese und weitere Mängel stellte Rudolf Schluep von der Bauberatungs- und Dienstleistungsfirma SBD Schluep im Raum Bahnhof-, Kriegstetten- und Subingenstrasse fest.

Rund 30 Einwohner und Einwohnerinnen waren der Einladung des Gemeinderats gefolgt und liessen sich die Resultate der von der Planungskommission in Auftrag gegebenen Strassensicherheitsinspektion präsentieren.

«Ich habe diese Strassen zu Fuss abgeschritten und mit dem Auto befahren. Dabei habe ich meine Wahrnehmungen der Situation festgehalten», erläuterte Schluep. Er gab dem Bauchgefühl der Anwesenden Recht, dass der Verkehr auf diesen Hauptachsen gefährlich für Anwohner und Kinder auf ihrem Schulweg sei.

Theoretisch im grünen Bereich

Die Ergebnisse der Analyse bestätigten dieses subjektive Empfinden jedoch nicht. «Insgesamt konnten gemäss VSS–Norm keine massiven Defizite festgestellt werden», fasste der ehemalige kantonale Strasseninspektor zusammen.

Dies bestätige auch die Unfallstatistik der letzten fünf Jahre, die nur ein paar Auffahr- und Einbiegeunfälle und einen Fussgängerunfall verzeichne, fügte er hinzu. Gemäss der Verkehrsmessung, welche die Planungskommission ebenfalls in Auftrag gegeben hatte, sollte auch hier alles im grünen Bereich sein.

Uriel Kramer vom Planungsbüro W + H AG erläuterte die Resultate der Messungen, die im November 2014 und im Mai 2015, gemacht wurden. «Es gibt keine signifikanten Veränderungen des Verkehrsaufkommens vor und nach dem Bau des Logistikzentrums in Derendingen», resümierte er.

Die Anzahl Lastwagenfahrten habe nicht zugenommen und die Geschwindigkeit werde mehrheitlich eingehalten.

Verkehr wird weiter zunehmen

Analysen, Messungen und Statistiken hin oder her, die betroffenen Anwohner wollten endlich Massnahmen verwirklicht haben, die ihre Sicherheit und Wohnqualität verbessern. Zumal mit den geplanten Überbauungen der Verkehr weiter zunehmen wird und das Logistikzentrum im Moment erst zur Hälfte ausgelastet ist.

Gemeindepräsident Hans Ruedi Ingold (SP) ist sich der Situation bewusst. Ihm sind jedoch die Hände gebunden, da es sich bei diesen Verkehrswegen um Kantonsstrassen handelt. «Seit Jahren versuche ich immer wieder, beim Kanton wirkungsvolle strassenbauliche Massnahmen zu bewirken, finde jedoch kein Gehör», beklagte er fast verzweifelt.

Kleine Mängel beheben

Schluep empfahl der Gemeinde, beim Kanton vorerst die Behebung kleinerer Mängel zu beantragen. Die Sanierung der für Velofahrer gefährlichen Wasserabflüsse, Vervollständigung der Markierungen oder Anbringung reflektierender Markierungen dem Bach entlang seien Arbeiten, die man verlangen könne, meinte er.

Zudem riet er dem Gemeindepräsidenten, an die Grundstückbesitzer zu appellieren, einer besseren Übersicht halber die Sträucher entlang der Strassen zurückzuschneiden.
Gemeinderat Michael Kummli (FDP) schätzte es, dass an dieser Veranstaltung der Ist-Zustand mit den Betroffenen diskutiert werden konnte.

Nun sei es wichtig, dass Behörden und Bevölkerung nicht gegeneinander vorgingen, sondern zusammenstünden. Nur so bestehe eine Chance, sich beim Kanton Gehör zu verschaffen und eine für alle möglichst erträgliche Situation zu erreichen.