Azeiger Kulturförderpreis

An der Kulturnacht wurde junge Kunst zelebriert und ausgezeichnet: Das sind die Preisträger

Im Schlösschen Vorder-Bleichenberg wurde die Azeiger Kulturnacht gefeiert und die fünf Azeiger-Preisträger 2019 auserkoren.

14 junge Kunstschaffende aus den unterschiedlichsten Sparten reichten dieses Jahr für den Azeiger Kulturförderpreis ihre Arbeiten ein. Im Juni beurteilte die Fachjury mit Andreas Reize und Jürg Nägeli Musik; Oskar Fluri und Gabriella Affolter bildende Kunst; Alain Gantenbein Foto und Film; Andreas Berger Schauspiel und Theater sowie vier Vertreter des Azeigers und der AZ Medien die Arbeiten an zwei Sitzungen. Dabei wurde festgestellt, dass dieser Jahrgang ein qualitativ sehr hochstehender war.

Entsprechend anregend war denn auch die Ausstellung in acht Räumen des Schlössli Vorder-Bleichenberg, die am Freitagabend eröffnet wurde. Traditionellerweise können alle an der Ausmarchung Teilnehmenden ihr Schaffen an der Kulturnacht und dann noch bis Sonntag präsentieren. Die von Gabrielle Affolter kuratierte Schau überzeugte insbesondere dadurch, dass alle Arbeiten ihren eigenen und passenden Raum bekamen und somit von den anwesenden Gästen ausgiebig begutachtet werden konnten.

Es blieb spannend bis zuletzt

Der Abend versprach aber einiges an Spannung, denn im Voraus wussten die fünf Besten aus der Jurierung erst, dass sie einen Anteil aus den insgesamt 20'000 Franken Förderpreis zugesprochen bekamen. Sie wussten aber noch nicht, in welcher Höhe genau. Um 22 Uhr, nachdem sich die Besucher ausgiebig die Arbeiten angeschaut hatten und sich kulinarisch versorgt hatten, übernahm Sandra Boner die Moderation der Preisverleihung.

Zunächst bedankten sich Maria Wüthrich, zuständig für den Bereich Kultur beim Azeiger, und Azeiger-Leiter Hans-Ruedi Wüthrich bei den Mitmachenden. Maria Wüthrich meinte, dass dieser Wettbewerb neben der Begutachtung kultureller Arbeit durch eine Fachjury und der Verleihung von Preisen auch dem Networking der jungen Kunstschaffenden diene; ein Effekt, der nicht hoch genug gehalten werden könne. Regierungsrat Remo Ankli erklärte in seiner Begrüssung, dass Förderpreise, umso mehr sie von privater Hand initiiert seien, auch heute noch unverzichtbar seien.

Preise zwischen 2000 und 5000 Franken

Dann begann der Preissegen: Als Erste wurde Manon Niederhauser vorgestellt, die mit ihrer Maturarbeit «Leistungsdruck» eine eindrückliche filmisch festgehaltene Tanzperformance präsentierte. Laudator Gantenbein erklärte, dass diese Arbeit eine ausdrucksstarke Dichte aufweise, die überrasche. Sie bekommt den Förderpreis in der Höhe von 2000 Franken.

Danach stellte Sandra Boner den Kunstschaffenden Dario Schorer vor. Ihm gelang es, mit seiner Arbeit «Häusermann analoge Beobachtungen» seine Themen Architektur und Design zu verbinden. Mit gestalterischen Mitteln hat er Spuren einer ehemaligen Gärtnerei eingefangen und in einem Buch seine gesamte Auseinandersetzung mit diesem Objekt festgehalten. Schorer bekam den Preis in der Höhe von 3000 Franken.

Der Schlagzeuger Michael Cina, der in allen Musiksparten zuhause ist, wurde von Jürg Nägeli vorgestellt. Er bekommt für sein genreübergreifendes Spiel, das während des Abends zu hören war, einen Förderpreis in der Höhe von 5000 Franken.

Die gleiche Summe wird dem Komponisten Dominic Röthlisberger zugesprochen. Sein Laudator Andreas Reize lobte dessen Musik zum Kurzfilm «Grimbart», bei der der junge Komponist, der im Übrigen 21 Instrumente spielt, ungewöhnliche Klänge und Stimmen zur Intensivierung der Filmbilder schuf.

Ebenfalls 5000 Franken wurde der Textildesignerin Leda Fluri zugesprochen. Ihr Foulard «Frühlingserwachen», dessen Entwurf ein Werk Cuno Amiets zugrunde liegt, überzeugte die Jury wie das Publikum an der Kulturnacht.

Kurze Filmporträts und Interviews

Alle ausgezeichneten Kunstschaffenden stellten sich während der Preisverleihung in einem kurzen, selbst inszenierten Film jeweils selbst vor und Sandra Boner entlockte mit ihrer charmanten Art den jungen Leuten jeweils das eine oder andere Geheimnis, sodass deren Persönlichkeit gut zum Ausdruck kam. Die wiederum gelungene Azeiger Kulturnacht endete erst nach Mitternacht.

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