Kammersrohr
An der Gemeindeversammlung gabs «nur Gutes» zu berichten

In Kammersrohr kam ein Drittel des Dorfes zur Gemeindeversammlung.

Lea Reimann
Merken
Drucken
Teilen
Kammersrohr verzeichnete auch ein paar Budgetüberschreitungen.

Kammersrohr verzeichnete auch ein paar Budgetüberschreitungen.

Thomas Ulrich

27 Minuten dauerte die Gemeindeversammlung in der kleinsten Gemeinde des Kantons. Viel zu besprechen gab es nicht. So war die Gemeindeversammlung, die immer in der «Gemeindestube» des bewohnten Gemeindehauses stattfindet, auch Auftakt zum anschliessenden gemütlichen Beisammensein. Grund zum Feiern hatte man alleweil, denn Finanzverwalterin Isabella Howald eröffnete, dass sie «nur Gutes» über die Rechnung berichten könne.

Erwartet habe man das nicht. «Ich konnte ganz kurz vor dem Rechnungsabschluss noch eine anständige Steuerrechnung ausstellen», schmunzelte die Finanzverwalterin. Damit habe man den drohenden Aufwandüberschuss im letzten Moment abwenden können. Die Rechnung besteht in der kleinen Gemeinde hauptsächlich aus Steuereinnahmen. Im laufenden Jahr waren diese eher tief und betrugen nur 65'000 Franken, anstatt der budgetierten 82'000 Franken. Einen Glücksfall gab es aber bei den Nachtaxationen aus dem Vorjahr, wo auch besagte Rechnung zu verbuchen war. So wurden dort 63'000 Franken anstatt der budgetierten 10'000 eingenommen.

Am Ende ergab sich ein Ertragsüberschuss von 16'287 Franken, budgetiert war ein Aufwandüberschuss von 26'456 Franken. Der Überschuss wird dem Eigenkapital überwiesen. «Damit können wir künftige Aufwandüberschüsse auffangen, die wir sicher entgegennehmen müssen», so Howald.

«Reiche» Kammersrohrer

Auch ein paar Budgetüberschreitungen waren zu verzeichnen. Die Sozialregion Mittlerer und unterer Leberberg kostete fast 1000 Franken mehr. Zudem wurden die Hydranten für 2100 Franken revidiert, was nicht vorgesehen war. Zur Prüfung eines Baugesuches hat man ausserdem einen externen Berater im Umfang von 2600 Franken beigezogen. Insgesamt aber alles kein Grund zur Sorge, die Kennzahlen in Kammersrohr seien absolut im Lot, und das bei einem Steuerfuss von 65 Prozent. Der Selbstfinanzierungsgrad von 144 Prozent zeigt, dass man «gut drin» sei, unterstrich Isabella Howald. Das Nettovermögen pro Einwohner beträgt fast 40'000 Franken und ist erneut grösser als im Vorjahr.

Die Rechnung wurde von den neun Stimmberechtigten einstimmig genehmigt. Diese neun Personen – mit eingerechnet natürlich der Gemeindepräsident selbst sowie die Mieter des Gemeindehauses – machen rund einen Drittel der Einwohnerschaft aus. Im kantonalen Vergleich ist dies eine rekordverdächtig hohe Präsenz. Die Versammlung genehmigte ausserdem die Kreditabrechnung Günsbergstrasse. Mit einem Kredit von ursprünglich 85'000 Franken hat man bereits 2016 ein Teilstück geteert, letztes Jahr konnte man einen weiteren Abschnitt revidieren.

Im Verschiedenen informierte der Gemeindepräsident Ueli Emch, dass Ersatzgemeinderat Bernhard Hammer demissionierte. Im Moment fülle man diese Lücke nicht, man habe noch ein anderes Ersatzmitglied und könne die Geschäfte in dieser Konstellation sicher bis Ende Legislatur weiterführen.