Amtei Bucheggberg-Wasseramt
Verena Meyer räumt ihren Sessel im Kantonsrat

Als Einzige der Bisherigen tritt Verena Meyer (FDP, Buchegg) bei den Kantonsratswahlen nicht mehr zur Wiederwahl an und macht damit Platz für einen Neuling. 117 Kandidatinnen und Kandidaten bewerben sich in der Amtei. 21 davon sind Bisherige, deren Wiederwahl sehr häufig Formsache ist.

Rahel Meier
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Im Dezember 2018 wurde Verena Meyer im Bucheggberg als Kantonsratspräsidentin gefeiert.

Im Dezember 2018 wurde Verena Meyer im Bucheggberg als Kantonsratspräsidentin gefeiert.

Thomas Ulrich

16 Jahre lang vertrat sie die FDP Bucheggberg im Kantonsrat. Im Jahr 2019 präsidierte sie diesen. Nun tritt Verena Meyer-Burkhard nicht mehr an. Als Einzige macht sie in der Amtei einen Platz frei für einen Neuling. Mit Verena Meyer verliert die FDP eine Integrationsfigur und eine lösungsorientierte Politikerin. Sie war zudem die einzige freisinnige Frau, die in der letzten Legislatur in der Amtei den Sprung in den Kantonsrat schaffte. Die FDP Bucheggberg-Wasseramt kann eine volle Liste vorweisen.

Die sechs Bisherigen dürften einen deutlichen Vorteil haben, zudem sie auch als erste auf dem Wahlzettel aufgleistet werden. Dazu kommen elf weitere Kandidaten und fünf Frauen (was innerhalb der FDP einem Anteil von 22,7 Prozent entspricht), die bisher vor allem auf Gemeindeebene politisiert haben. Die FDP war in der letzten Legislatur die wählerstärkste Partei in der Amtei. Dies möchte sie auch heuer bleiben. Sie geht zudem, wie auch die SVP, alleine ins Rennen. Denn SP, Junge SP und Grüne sind eine Listenverbindung eingegangen.

Ebenso die Grünliberalen, die CVP und die EVP. In früheren Jahren halfen Grüne, Grünliberale und EVP so vor allem den anderen Parteien dabei, ihre Sitze zu verteidigen. Sollte die grüne Welle aber auch im neuen Jahr weiterschwappen, könnte es Ende April durchaus zu Sitzverschiebungen kommen.

Frauenanteil ist mit 30,8 Prozent höher als vor vier Jahren

Dass sich in diesem Jahr mehr Kandidatinnen und Kandidaten um die 22 Sitze bewerben als vor vier Jahren, liegt auch daran, dass die Junge SP erstmals mit einer eigenen Liste zur Wahl antritt. Die BDP verzichtet, dafür hat die EVP neu eine Liste eingereicht. Die Grünen und die Grünliberalen sind in der Amtei schon länger präsent und stellen bereits heute je ein Kantonsratsmitglied. Für Neulinge dürfte es so oder so schwierig werden. 21 Bisherige treten erneut zur Wiederwahl an.

Der Anteil der Kandidatinnen liegt in der Amtei gesamthaft bei 30,8 Prozent (36 Frauen) und ist damit höher als vor vier Jahren (24,7 Prozent). In den Rat gewählt wurden damals aber nur fünf Frauen (22,7 Prozent). Dieses Jahren schicken die Grünliberalen am meisten Kandidatinnen ins Rennen (44,4 %), dicht gefolgt von der SP mit 40,9 Prozent. Mit 35 Prozent ist der Frauenanteil bei der CVP ebenfalls hoch. Sie ist neben den Grünen (1 Vertretung) auch die einzige Partei in der Amtei, bei der zurzeit mehr Frauen im Rat sitzen (2), als Männer (1). Bei der EVP beträgt der Frauenanteil 33,3 %, bei den Grünen 30,7 Prozent, die junge SP bringt es auf 27,3 %. Nur gerade eine einzige Frau (9,1 %) findet sich dagegen unter den elf Kandidierenden der SVP.

Im Verlauf der letzten Legislatur rückten sieben der erneut kandidierenden Kantonsräte nach. So erstaunt es nicht, dass die Kantonsrätinnen und Kantonsräte der Amtei Bucheggberg-Wasseramt durchschnittlich erst seit 5,7 Jahren im Kantonsrat politisieren. Mit Philipp Arnet (Lohn-Ammannsegg, 15 Jahre), Franziska Rohner (Biberist, 12 Jahre), Simon Bürki (Biberist, 11 Jahre) und Michael Ochsenbein (Luterbach, 10 Jahre) sind allerdings auch vier Politiker dabei, die bereits mehr als zwei Legislaturen hinter sich haben. Im Durchschnitt sind die Vertreter/innen für Bucheggberg und Wasseramt zurzeit zudem ziemlich genau 50 Jahre alt.

Bucheggberg ist angemessen vertreten, Biberist Klassenprimus

Vergleicht man den Anteil der Bevölkerung im Wasseramt (52375 Personen, Stand 31. Dezember 2019) mit dem Bucheggberg (7955 Personen) und rechnet den theoretischen Anteil in der Verteilung zwischen den beiden Bezirken aus, dann ist schnell klar, dass der Bucheggberg gut wegkommt. Er bringt einen Bevölkerungsanteil von 13,2 Prozent mit, ist aber heute mit fünf Kantonsräten (22,7 Prozent) vertreten.

Traditionellerweise kommt die Mehrheit davon (3) aus der FDP. Dieses Jahr sehen die Zahlen – mindestens was die Kandidaturen angeht – anders aus. Von den 117 Kandidatinnen und Kandidaten kommen nur gerade 14 aus dem Bucheggberg (12 %). Drei davon sind aus Mühledorf, drei aus Küttigkofen. Zieht man die Kandidierenden aus Solothurn (2) und dem Schwarzbubenland (4) ab, sieht der Anteil besser aus.

Spitzenreiter was die Anzahl der Kandidatinnen und Kandidaten angeht ist die Gemeinde Biberist mit 26 Personen, was sagenhafte 22,2 Prozent sind. 18 Kandidierende kommen aus der grössten Gemeinde, aus Zuchwil; 11 aus Derendingen, 9 aus Luterbach und 5 aus Deitingen. Untervertreten sind Gerlafingen mit fünf Kandidierenden und Subingen mit 3. Für die Wahl in den Kantonsrat ist es zwar nicht relevant, aber spannend ist die Zahl doch: 40,2 Prozent der Kandidierenden sind im Kanton Solothurn heimatberechtigt, 23,9 Prozent gar innerhalb der Amtei.

Für die Zukunft hoffen lässt die Tatsache, dass sich auch die junge Generation engagiert. Bei der SP kandidieren Mutter Franziska Rohner und Sohn Rafael Burkhalter; Mutter Anita Hug Mbungu mit Tochter Délaysa Mbungu und Neffe Leo Hug. Mutter Cornelia König Zeltner kandidiert ebenfalls bei der SP, ihren Sohn Manuel Zeltner findet man bei den Grünliberalen.