Heute Sonntag wird in Luterbach wieder der «American Way of Life» zelebriert, jener Lebensstil der 50er- und 60er-Jahre, als nicht genug Hubraum unter der mit möglichst viel Chrom dekorierten Motorhaube sein konnte und als das Benzin noch fast gratis war. Zu den amerikanischen Oldtimern gehören auch andere Kultobjekte wie die Jukeboxes, die es in der «Hefe Süd» zu bewundern gibt, und die Party-Band «The Poorboys».

Vor einem Jahr sind rund 2500 «Ami-Schlitten» und etwa 25 000 Fans nach Luterbach gekommen. «Weil die Wetterprognosen nicht so toll sind, erwarten wir diesmal etwas weniger Leute», wagt Peter Voser, Präsident der organisierenden «Friday Night Cruisers», eine Prognose. «Der Regen soll am Mittag aufhören. Viele kommen jedes Jahr. Nicht nur wegen der Oldtimer, sondern wegen der Stimmung. Die lassen sich auch von schlechtem Wetter nicht abhalten.»

So ein grosser Anlass organisiert sich nicht von alleine. Am Samstagmorgen stellte man sich deshalb auf dem ehemaligen Attisholzareal so wichtige Fragen wie: Soll die Blache mit der Aufschrift «Infozelt» direkt am Zelt – wo sie ja eigentlich hingehören würde – oder doch besser oben an der Wand der Halle «Hefe Süd» hängen, wo sie von weit her sichtbar ist? Freundschaftlich demokratisch entschieden sich die «Friday Night Cruisers» schliesslich für die Hallenwand. Aber eigentlich wusste jeder ziemlich genau, was zu tun war. Viele Hände packten an: 80 Helferinnen und Helfer waren an der Arbeit, um die Infrastruktur für das 32. «American Live» aufzubauen.

Nach Biel, Zuchwil und Oensingen ist Luterbach bereits die vierte Station des grössten Ami-Treffens der Schweiz. «Das riesige Areal ist toll für unseren Anlass», sagt Ehrenpräsident Walter Lisser, «die alten Industriegebäude bilden die ideale Kulisse für unsere Oldtimer. Die Rückmeldungen der Besucher waren durchs Band positiv.»

Eigentlich hätte es ja ein Ehrenpräsident verdient, es sich im Sessel bequem machen zu dürfen und dem bunten Treiben entspannt zuzusehen. «Es ist einfach so, dass der Ehrenpräsident das nicht kann», sagt Lisser. «Wenn ich nicht mit anpacken könnte, wäre es mir nicht wohl.» Erwartet wird das von allen Mitgliedern des Vereins «Friday Night Cruisers». «Nur wenige haben sich entschuldigt», erklärt Voser das System. «Zu den 80 Mitgliedern kommen noch weitere Helfer. Auch dieses Jahr wird uns der
FC Luterbach wieder mit 12 Mann unterstützen.»

Für die Regelung des Verkehrs alleine braucht es am Sonntag laut Voser 42 Personen, in der Festwirtschaft seien rund 30 Mitglieder engagiert. «Die vielen Stände zähle ich nicht einmal, ich weiss nicht genau, wie viele Leute dort arbeiten werden.» Dazu stehen auch noch die Feuerwehren von Luterbach, Riedholz und Wiedlisbach bereit, um zu helfen, sollte der Ansturm grösser als erwartet werden.

Der Eintritt ist wie immer gratis, obwohl ein so grosser Event Kosten verursacht. «Wir finanzieren uns hauptsächlich mit der Festschrift und der Gebühr, die die Standbetreiber zahlen», erklärt Lisser die Haltung der «Friday Night Cruisers». Man mache seit vielen Jahren regelmässig «hingerzi». «Aber wir können gut damit leben.»

«Für die erste Ausgabe in Luterbach mussten wir ein detailliertes Konzept erarbeiten und das dann auch noch mit den Gemeindebehörden besprechen. Weil das erste Treffen sehr positiv aufgenommen wurde, hatten wir es diesmal viel einfacher, wieder die Bewilligung zu erhalten», beschreibt Voser den bürokratischen Aufwand.

Nicht alle haben nur eitel Freude an einem derart grossen Anlass. Peter Voser hat deshalb am 1. Mai bei den Anwohnern für Verständnis geworben, indem er von Tür zu Tür gegangen ist und das persönliche Gespräch gesucht hat. Das gute Image, das sich die «Friday Night Cruisers» über die Jahre aufgebaut haben, kommt also nicht von Ungefähr. «Die letzte Aufgabe, an der alle unsere Mitglieder mitmachen werden, ist der Rundgang durch das ganze Gelände, um allen Abfall einzusammeln», sagt das langjährige OK-Mitglied Markus Härri. «Unser Ziel ist es, den Platz sauberer abzugeben, als wir ihn übernommen haben.»