Landwirtschaftliches Bildungszentrum

Am Wallierhoftag sind Milch und Honig geflossen

Der Wallierhoftag lockte die Besucher in Massen an. Die Hauptattraktionen waren die neu eingeweihten Gebäude.

An die Quelle von Milch und Honig hatte der Wallierhof in Riedholz eingeladen und zu Hunderten sind die Leute am Sonntag dem Ruf gefolgt. Auf dem Vorzeigebetrieb des Kantons Solothurn lernten Gross und Klein, warum gesunde Kühe die bessere Milch geben und dass die Bienen nicht nur wegen ihres Honigs so wertvolle Insekten sind.

Der hochmoderne Kuhstall mit seiner schönen Holzfassade war dieses Jahr die neue Hauptattraktion des Wallierhoftags. «Der Milchpreis ist eine Katastrophe, aber auf den Flächen, wie wir sie rund um den Wallierhof vorfinden, macht es trotzdem Sinn, Rindviecher zu halten», erklärte Karl Heeb, Lehrer für Tierzucht, den Besuchern des Wallierhoftags den Grundgedanken hinter dem Neubau auf dem Vorzeigebetrieb des Kantons. «Die landwirtschaftliche Schule gibt es seit 1932, und so entspricht der alte Milchviehstall nicht mehr wirklich den heutigen Ansprüchen. Wir haben die Chance genutzt und einen hochmodernen, computergesteuerten Kuhstall eingerichtet.»

Weide und Stallhaltung

Zwei Systeme sollen hier nebeneinander perfektioniert werden: Auf der einen Seite die reine Weidewirtschaft, bei der 30 Kühe möglichst rund um die Uhr auf der Wiese grasen können, auf der anderen Seite ebenfalls 30 Tiere in reiner Stallhaltung, die das ganze Jahr hindurch aus dem Silo gefüttert werden. Der Computer entscheidet anhand des in jede Kuh implantierten Chips, welche Kuh durch welches Gatter geleitet wird. Und wenn eine Kuh gemolken werden müsste, wird der Computer so lange nur noch das Gatter zur Melkmaschine öffnen, bis sie der vollautomatischen Melkmaschine einen Besuch abgestattet hat. «Als Schulgutsbetrieb werden wir nun die beiden Formen gleichzeitig führen. So können wir das Tierwohl, die Gesundheit und die Qualität der Milch jederzeit vergleichen.»

Tolles Fest für Gross und Klein

Wie macht man Butter? Wer hat den schönsten Milchschnauz? Wer kann das Ferkel einfangen? Was ist eigentlich Honig? Diese und noch viele andere Fragen wurden auf spielerische Art beantwortet. Und so hat manch ein Kind vor dem traditionellen Raclette zum ersten Mal erlebt, dass Käse nicht einfach so aus dem Laden kommt, sondern dass man diesen aus der Milch der Kühe gewinnt.

«Die hier, mit dem roten Punkt, das ist die Königin», erklärte ein Mädchen seiner Mutter im neuen Bienenhaus. Hier will die landwirtschaftliche Schule des Kantons Solothurn dem Bienensterben entgegenwirken und neue Imker ausbilden. Spass haben, das war aber das Wichtigste. Reiten auf einem Pony, der Kuh eine Handvoll Heu geben, das frischgeschlüpfte Küken in die Hand nehmen und eine Ziege streicheln – das alles bot der traditionsreiche Wallierhoftag.

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