Rechnung 2014
Am stärksten wuchs in Biberist der Steuerertrag

Biberists Gemeinderechnung 2014 liegt fast 1 Million im Plus. Die Behörden drücken auf die Euphoriebremse. Die Rechnung sei durch den höheren Steuerertrag und die Investitionen beschönigt worden.

Urs Byland
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Das Wachstum von Biberists Einwohnerzahl macht sich auch in einem Plus im Steuerertrag bemerkbar.

Das Wachstum von Biberists Einwohnerzahl macht sich auch in einem Plus im Steuerertrag bemerkbar.

Hanspeter Bärtschi

«Nicht übermütig werden», warnte Gemeindepräsident Martin Blaser (FDP). Symbolisch unterstützte Reto Brunner, Bereichsleiter Finanzen diese Haltung, indem er das Titelbild des Rechnungsberichtes mit einem Sparschwein illustrierte. Und Finanzkommissionspräsident Zvezdan Sataric (SVP) mahnte, nicht euphorisch zu werden. Grund zur Euphorie hätte die 8289-Seelen-Gemeinde mit einem Plus von 984'000 Franken und einem Gesamtaufwand von 47,777 Mio. Franken in der Rechnung 2014 allemal.

In seinem Bericht zur Rechnung 2014 wies Sataric darauf hin, dass das positive Ergebnis von 984'000 Franken, budgetiert war ein Minus von 47 000 Franken, vor allem dank dem höheren Steuerertrag (plus 1,191 Millionen Franken gegenüber Budget) zustande kam. Erfreulich sei, dass der Steuerertrag aus Einkommens- und Vermögenssteuern um 2,2 Prozent anstieg, bei einem gleichzeitigen Plus der Einwohnerzahl um nur 1,6 Prozent.

Aber auch die Investitionen in der Höhe von 1,580 Millionen Franken hätten die Rechnung beschönigt. Normal sei ein Investitionsvolumen von 3 bis 4 Millionen Franken. Mit weniger Investitionen werde auch die Rechnung mit weniger Abschreibungen belastet. Dem stimmte Reto Brunner zu: «Die Verschiebung der Investitionen, die einfach später ausgelöst werden, belastet umso stärker die folgenden Rechnungen.»

Keine Zustimmung erhielt der Präsident der Finanzkommission in Bezug auf die weitere Analyse. So befand der übrige Gemeinderat die Entwicklung im Personalaufwand (plus 2,7%) und im Sachaufwand (plus 2,4%) nicht als gravierend. Ebenso wenig die Steigerung im Sozialen Bereich (plus 200 000 Franken) und im Bereich Bildung (plus 220 000 Franken), zumal bei den Bildungskosten ein Budgetierfehler gemacht wurde und im Sozialen Bereich das Plus nicht durch eine höhere Anzahl Sozialdossiers, wie Zvezdan Sataric schrieb, erzielt worden sei.

Reto Brunner mahnte weiter, dass die Zinskosten aktuell niedrig sind, dies sich aber auch wieder ändern kann. Er empfiehlt, den Ertragsüberschuss dem Eigenkapital zuzuweisen. Weil im Hinblick auf das neue Rechnungsmodell keine Vorfinanzierungen gebildet werden sollen.

Denkwürdiger Tag

Von einem denkwürdigen Tag sprach Martin Blaser an der Sitzung im Zusammenhang mit dem Geschäftsbericht der Energieversorgung. «Am 5.5.2005 haben wir die Energieversorgung Biberist ins Leben gerufen. Am 1.6. 2006 wurde sie operativ. Es wäre an der Zeit, das Zehnjährige zu feiern.» Und Grund zum Feiern gäbe es. Einerseits beliefere die Energieversorgung die angeschlossenen Kunden sicher und nicht diskriminierend mit Energie. Andererseits erhalte die Gemeinde einen jährlichen Zustupf von mehr als einer halben Million Franken als Ertrag aus dem Dotationskapital sowie der Konzession.

2014 wurde eine Million Kilowattstunden weniger Energie verbraucht. «Grund war das warme Klima», erklärte Geschäftsführer Peter Kofmel. Die Anzahl der Kunden konnte um 2 Prozent auf 1966 gesteigert werden. Marktführer bleibt in Biberist aber die AEK mit 2674 Kunden. Ziel sei es den Anteil der Kunden über die 50-Prozent-Grenze auf zwei Drittel zu hieven. Dies bis Ende 2017. Bei einem Betriebsertrag von 4,859 Millionen Franken beträgt das Ergebnis plus 52 000 Franken. Der Abschreiber auf den Anlagen liegt bei 900 000 Franken. Investiert wurden 263 000 Franken. Das Anlagevermögen wird mit 7,843 Millionen Franken angegeben.

Eine Wahl und eine verhinderte Wahl

Zwei Personalgeschäfte beschäftigten den Gemeinderat. Zum einen demissioniert der Kommandant Konrad Gisler auf Ende Jahr altershalber nach 25 Jahren Feuerwehrdienst. Der Gemeinderat wählte Patrick Doppler zum neuen Kommandanten ab 1.1.2016. Zu seinem Stellvertreter wurde Konrad Jäggi gewählt. Das andere Wahlgeschäft betraf den Kebag-Delegierten der Gemeinde Edi Walther.

Weil dieser nicht Mitglied des Gemeinderates ist, suchte der Gemeindepräsident einen Ersatz. Nun hat der Gemeinderat aber die Klausel auf Antrag von Markus Dick (SVP) aufgehoben. Es kann auch eine Fachperson die Gemeinde vertreten. Damit ist der Weg für Edi Walther wieder frei, wenn er weitermachen will.