Für einen Tyrannosaurus Rex und einen 13 Meter hohen Brachiosaurus in Modellform sucht Stefan Frieden derzeit ein geeignetes Zuhause in der Region Solothurn.

Der Betreiber des Sauriermuseums Bellach möchte den nächsten grossen Schritt machen, um die von den Urtieren ausgehende Faszination noch mehr Leuten zugänglich zu machen.

Schuld war der Kinofilm

Ihn selbst packte diese im Zuge des Dinohypes Mitte der Neunzigerjahre, als der Milliarden-Dollar-Blockbuster «Jurassic Park» Kinobesucher weltweit in die Vorführsäle zog. Der Film, den er sich damals noch heimlich anschauen musste, entfachte seine Saurier-Leidenschaft bereits im Alter von acht Jahren. Der Plastikdino, den ihm seine Mutter zum Geburtstag schenkte, bildete dann die Basis für eine Modellsammlung, die zunächst in Ausstellungen im elterlichen Keller gezeigt und schliesslich zum Museumsangebot wurde.

Vier Jahre nach dessen Eröffnung spielt Frieden nun mit der Idee, aus seinem Museum einen Park zu machen: «Das wäre etwas, was es in der Schweiz noch kaum gibt». Zwar wurde bereits ein ähnliches Projekt im jurassischen Réclère umgesetzt. Dieses sei mit seiner Lage an der französischen Grenze jedoch nicht sehr zentral gelegen. Zudem wurde die dortige Ausstellung seit Jahren nicht erneuert, was schade sei. Somit hätte es in der Schweiz durchaus Platz für einen zweiten Saurierpark, so Frieden.

Deutsche Dinos stehen bereit

Zusätzlich beflügelnd haben Friedens zahlreiche Besuche des Dino-Freilichtmuseums im deutschen Münchehagen gewirkt, einem der grössten Parks weltweit. Dieser zeigt lebensgrosse Modelle, die nach den neuesten wissenschaftlichen Kenntnissen gefertigt wurden. Auch in Solothurn würden dereinst derartige Kunststofftiere präsentiert.

Frieden steht nämlich in Kontakt mit dem deutschen Park, der für den Fall einer Realisierung bereits Unterstützung zugesichert hat. «Die Sauriermodelle würden uns die Kollegen aus Münchehagen leihweise zur Verfügung stellen. Wir müssten also nicht jedes Ausstellungsstück teuer einkaufen», so Frieden. Für die restlichen Beträge zur Startfinanzierung hofft er auf Sponsoren.

Flächenmässig sei er beim gesuchten Gelände flexibel. Wichtiger sei ihm, dass es sich in der Region oder auch dem Kanton Solothurn befände, denn hier sei das Interesse an der Thematik bereits spürbar vorhanden.

«Optimal wäre natürlich ein Grundstück, das etwas Wald oder gar einen Bach beinhalten würde und zudem etwas uneben ist, um den Parkbesuch möglichst spannend gestalten zu können», beschreibt Frieden seine Idealvorstellung. Ausserdem sollte sich darauf bereits ein Gebäude befinden, damit zusätzlich zum Park ein Indoor-Museum angeboten werden könnte. «So hätten wir das ganze Jahr über geöffnet.» Denn die Sauriermodelle benötigen während des Winters einen gewissen Schutz, der eine Besichtigung verunmöglicht.

Partner mit viel Erfahrung

«Sobald wir ein passendes Gelände in Aussicht hätten, würden wir konkrete Pläne ausarbeiten», erklärt Frieden, der bei der Lancierung des Parks auch organisatorisch von den deutschen Partnern unterstützt würde. Der Münchenhagener Park würde im Gegenzug an den Einnahmen beteiligt. Die deutschen Partner bieten mit ihrer 20-jährigen Erfahrung zudem das notwendige Fachwissen, mit dem auch schon andere Projekte mitaufgebaut wurden, beispielsweise in Polen.

Bis der Solothurner «Jurassic Park» jedoch effektiv steht, brauche es noch etwas Geduld: «Wir sind wirklich erst in der Planungsphase», betont Frieden. Auch wären noch die baurechtlichen Auflagen abzuklären, die allenfalls zu erfüllen wären. Solange die Vorbereitungen für den Park noch andauern, kann aber nach wie vor Friedens Sauriermuseum in Bellach besucht werden, welches sonntags sowie jeweils am ersten Mittwoch des Monats geöffnet hat.