Altreu
Action am Horst: Livestream ermöglicht den Blick ins Schlafzimmer der Störche

Zwei neu installierte Live-Nestkameras in Altreu ermöglichen seit dieser Saison einen Blick ins Brutgeschehen der Störche.

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Die beiden neuen Nestkameras beim Infozentrum Witi erlauben das Geschehen live mitzuerleben.

Die beiden neuen Nestkameras beim Infozentrum Witi erlauben das Geschehen live mitzuerleben.

Lorenz Heer

Mit den neu installierten Nestkameras erweitert das Infozentrum Witi unter der Trägerschaft des Vereins «Für üsi Witi» das Angebot um eine weitere Attraktion, wie es in einer Mitteilung heisst.

Auf der Website des Infozentrums Witi kann jetzt das Leben aus zwei Storchenhorsten live beobachtet werden. Die eine Nestkamera weist direkt in die Mulde eines Nestes, welches auf dem Dach des Infozentrums steht. Mit Blick von seitlich oben lässt sich so erkennen, wie viele Eier im Nest liegen, wie es den Jungen geht oder was die Altvögel so alles an Nistmaterial und Futter herbeibringen. Die zweite Kamera ist auf das Nest auf der künstlichen Neststange nördlich des Zentrumgebäudes gerichtet. Mit dem Blick auf Augenhöhe zum Horst kann man das Verhalten der Altvögel und später die etwas älteren Jungen bestens beobachten.

Action am Storchenhorst

Mitverfolgen kann man mit etwas Glück und Geduld, wie junge Störche schlüpfen, die Altvögel das Nest nach heftigen Regenfällen wieder ausbessern, sehen was die Altvögel ihren Jungen als Futter bringen oder wie die Jungstörche die ersten Flugversuche unternehmen. Doch auch Streitereien um einen Horst oder schwierige Zeiten während langer Regenphasen gehören zum Storchenleben und zeigen die Schwierigkeiten der Eltern, überhaupt erfolgreich eine Brut aufziehen zu können.

Nach Ankunft des Partners am Nest klappern die beiden Störche zur Begrüssung.

Nach Ankunft des Partners am Nest klappern die beiden Störche zur Begrüssung.

Lorenz Heer

Brutgeschäft und Aufzucht

«Bald wird es schon wieder richtig losgehen», schreibt das Infozentrum. Da die meisten Störche im Winter nicht mehr wie vor 50 Jahren bis südlich der Sahara ziehen, sondern hier in der Schweiz oder in Spanien überwintern, erscheinen sie immer früher an ihren Nestern und beginnen mit ihrem Brutgeschäft.

Die Mehrheit der Nester sei bereits im Februar bezogen worden, mit der Ablage der Eier ist schon im März zu rechnen. Einen Monat später schlüpfen die Jungvögel. Und wenn alles gut geht, verlassen sie das Nest erstmals im Alter von 70-80 Tagen Ende Juni bis Mitte Juli. Doch auch danach kehren die Jungstörche noch oft ins Nest zurück, übernachten dort und werden bisweilen von ihren Eltern gefüttert.

Neuste Technologie

Die beiden Nestkameras liefern hochaufgelöste Live-Videos mit neuster Technologie. Dabei verfügen die Kameras über drei verschiedene Anzeigen: Tagsüber liefern sie gewohnte Farbbilder, in der kurzen Dämmerungszeit wechseln sie in einen fein detaillierten Graumodus. In der Nacht zeigen die Kameras dank Infrarot schwarz-weiss Videos in ebenso beeindruckender Qualität. «So können wir zukünftig nicht nur tagsüber, sondern 24 Stunden am Tag das Geschehen an zwei Nestern live mitverfolgen. Diese qualitativ hochstehenden Liveszenen des Storchenalltags sind einzigartig in der Schweiz», schreibt das Infozentrum Witi Altreu. (mgt)

Dank des Nachtmodus mit Infrarot sieht man auch bei völliger Dunkelheit, was beim Nest abläuft.

Dank des Nachtmodus mit Infrarot sieht man auch bei völliger Dunkelheit, was beim Nest abläuft.

Lorenz Heer