Gerlafingen
Alters- und Pflegeheim erwirbt das Kochschulhaus und baut es um – für 5 Mio. Franken

Für den Stiftungsrat des Alters- und Pflegeheims am Bach in Gerlafingen ist es «ein grosser Glücksfall», dass das Kochschulhaus nun der Gemeinde abgekauft und zur Erweiterung des Angebotes genutzt werden kann.

Rahel Meier
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Das ehemaligen Kochschulhaus grenzt direkt an den Gartes des Altersheimes an.

Das ehemaligen Kochschulhaus grenzt direkt an den Gartes des Altersheimes an.

Rahel Meier

1990 wurde das Alters- und Pflegeheim am Bach in Gerlafingen für die Einwohnerinnen und Einwohner aus den Stiftergemeinden Gerlafingen, Obergerlafingen und Recherswil gebaut. Es fällt noch heute durch seine aussergewöhnliche halbrunde Form auf. Nicht umsonst nennen es die Schüler der danebenliegenden Schulhäuser auch etwa liebevoll «Kolosseum».

Die Gartenanlage des Heims wurde bei der Erstellung durchgehend zum sogenannten Kochschulhaus hin gestaltet. Für den Stiftungsrat ist es darum «ein grosser Glücksfall», dass das Kochschulhaus nun der Gemeinde abgekauft und zur Erweiterung des Angebotes genutzt werden kann. «Wir haben unser Interesse am Gebäude schon frühzeitig angekündigt», so Ruedi Bürki (Vizepräsident Stiftungsrat Alters- und Pflegeheim am Bach).

Planung brauchte Zeit

Der Stiftungsrat liess sich nicht unter Zeitdruck setzen, und so dauerte es eine Weile, bis die definitiven Umbaupläne präsentiert werden konnten. «Für uns war klar, wenn wir das Kochschulhaus für das Altersheim nützen wollen, dann brauchen wir einen Lift», erklärt Bürki.

Das Haus steht aber unter Ortsbildschutz. Es ist Teil eines Ensembles, das das Quartier prägt. Einen Lift an das Gebäude anzuhängen, wurde deshalb bald verworfen, und es wurde mit einem Lift im Hausinnern geplant. Dieser Entscheid hatte Auswirkungen auf den gesamten Umbau. Mit dem Lifteinbau im Innern des Hauses war klar, dass alles in einem Schritt umgebaut werden muss. «Der Lifteinbau ist ein massiver Eingriff in die Gebäudesubstanz. Schrittweise weiterzubauen, bringt da gar nichts.»

Geplant ist, das Untergeschoss des Schulhauses nach dem Umbau für die Aktivierung zu nutzen. Diese hat jetzt zu wenig Platz zur Verfügung. Im Erdgeschoss und im ersten Stock werden zwei Zweibettzimmerwohnungen, mit Kochnische und Bad, eingebaut. Im Dachgeschoss finden zwei Einbettwohnungen Platz. Wenn die Aktivierung nach dem Umbau gezügelt hat, kann im Heim selbst ein zusätzliches Bewohnerzimmer realisiert werden.

«Wir haben uns auch überlegt, ob wir Alterswohnungen bauen und diese vermieten sollen», so Bürki. Aber das Vermieten wäre wohl schwierig geworden. Erstens haben die Wohnungen keinen Balkon und zweitens wären die Mietzinse relativ hoch ausgefallen. Deshalb habe man sich dazu entscheiden, Bewohnerzimmer zu realisieren.

Im Kochschulhaus wird ein Stationszimmer gebaut, die Wohneinheiten werden an den Patientenruf angeschlossen und die Bewohnerinnen und -bewohner werden durch den Pflegedienst betreut. «Die Wohnungen sind für Senioren gedacht, die noch eine gewisse Eigenständigkeit haben, aber trotzdem nicht mehr alleine leben können oder möchten», so Heimleiter René Schicktanz. Die beiden Zweizimmerwohnungen seien zudem sicher eine gute Option für Ehepaare. Immerhin stünden ihnen im Kochschulhaus rund 50 Quadratmeter zur Verfügung.

Veränderte Bedürfnisse

Seit 1990 haben sich die Bedürfnisse der Bewohner verändert. «Man kommt erst ins Altersheim, wenn man pflegebedürftig ist», erklärt Schicktanz. Zweierzimmer sind zudem, ausser sie werden von einem Ehepaar bewohnt, nicht mehr gefragt. Die ehemals elf Zweierzimmer wurden deshalb in den letzten Jahren grösstenteils zu Einerzimmern umgebaut. «Drei Doppelzimmer haben wir noch. In diesen leben zurzeit noch drei Ehepaare.» Die Zimmer im «am Bach» sind zwischen 29 und 34 Quadratmeter gross. «Wir hatten in den letzten Jahren keine leeren Betten», so Schicktanz.

Zurzeit sei die Warteliste etwas kürzer als auch schon, aber Wechsel gebe es normalerweise nur bei einem Todesfall. Für an Demenz erkrankte Menschen kann das Heim in Gerlafingen eine geschützte Abteilung mit 10 Betten anbieten. Trotz der neuen Zimmer im ehemaligen Kochschulhaus bleibt die Anzahl der Betten im Heim wegen des Rückbaus der Zweitbettzimmer mit 65 unverändert. «Von der Betriebsgrösse her ist dies ideal», erklärt Schicktanz.