Seit der Zentralisierung der Schulstandorte im Bucheggberg wird die Schulanlagen in Aetingen nicht mehr als solche genutzt. Nun liegt ein Projekt vor, die Anlage zu Wohnungen umzunutzen. Insgesamt sind neun Wohnungen geplant. Daneben sollen zwei Doppeleinfamilienhäuser und ein Einfamilienhaus entstehen. Der Rest der Parzelle soll verkauft werden. Die Gemeinde würde die Wohnungen bewirtschaften und die Investition mit Mieterträgen und dem Verkauf des Landes kapitalisieren. Kostenpunkt des Vorhabens: 5,375 Millionen Franken.

Gemeindepräsidentin Verena Meyer hätte das Projekt der Bevölkerung gerne an der kommenden Gemeindeversammlung zur Abstimmung vorgelegt. Doch nicht alle Gemeinderäte konnten sich dafür begeistern. «Ist es die Aufgabe einer Gemeinde, in Gebäude zu investieren und Wohnungen zu vermieten?», fragte Niklaus Fischer. «Das gehört nicht zum öffentlichen Auftrag». Er schlug vor, das Projekt zu verkaufen. Meyer gab zu bedenken, dass die Gemeindeversammlung der Alt-Gemeinde Aetingen noch vor der Fusion den Grundsatzentscheid für das Projekt gefällt hatte.

Bisher habe man alle Vorhaben realisiert, die in den alten Gemeinden angerissen worden waren. Samuel Marti argumentierte, dass man damit erschwinglichen Wohnraum im Bucheggberg schaffe, was für das Projekt spreche. «Mietwohnungen in der Region sind Mangelware», fügte Anita Hug hinzu. Da die Gemeinderäte keine Dringlichkeit für eine möglichst rasche Realisierung sahen, beschlossen sie, einen Informationsanlass durchzuführen, um die Meinung der Bevölkerung zu spüren. Die Abstimmung wird auf die Gemeindeversammlung im Winter vertagt.

Rechnung besser als erwartet

Die Jahresrechnung 2017 schliesst mit einem Ertragsüberschuss von 764'628 Franken. Budgetiert war ein Minus von 576'750 Franken. Vizegemeindepräsident Thomas Stutz machte vor allem höhere Steuereinnahmen dafür verantwortlich. «Hier wird immer vorsichtig budgetiert», erklärte er. Mehreinnahmen aus dem Zivilschutzfonds führten zu einem besseren Resultat bei der öffentlichen Sicherheit.

Die Abrechnung des Schulverbandes fiel geringer aus als erwartet. Eine Schlechterstellung gegenüber dem Budget ergab sich bei der Sozialen Wohlfahrt. Verena Meyer erklärte dies mit steigenden Fallzahlen, und weil Teil-IV-Renten nicht mehr ausgerichtet werden. Der Ertragsüberschuss wird dem Eigenkapital zugewiesen. Netto investiert wurden 795'282 Franken.

Nicht nur Preis als Kriterium

Der Gemeinderat stimmte an der Sitzung über Arbeitsvergaben ab. Ausschlaggebend für die Entscheide sind die Kriterien Preis, Lehrlingsausbildung und Distanz. Dabei tauchte die Grundsatzfrage auf, welche Kriterien man bei Arbeitsvergaben in Zukunft berücksichtigen solle. Waren es diesmal drei, orientierte man sich früher nur am Preis. Die Meinungen der Gemeinderätinnen und Gemeinderäte gingen auseinander.

Für die Berücksichtigung der Distanz wurden ökologische Aspekte und der Erhalt von Arbeitsplätzen in der Region genannt. Nur den Preis zu berücksichtigen, bedeute aber einen geringeren administrativen Aufwand. Ob ein Betrieb Lehrlinge ausbilde, liege nicht immer am Willen, könnten doch die Lehrstellen oftmals wegen Lehrlingsmangel nicht besetzt werden, führte Samuel Marti an. Mit drei zu zwei Stimmen beschloss der Rat, in Zukunft jeweils alle drei Kriterien zu berücksichtigen.