Lüterkofen

Alte Musik von jungen Interpreten

Die beiden Solisten Paula Tepasse und Andreas Kaiser brillierten.

Die beiden Solisten Paula Tepasse und Andreas Kaiser brillierten.

Vor einem Jahr konnte die Flötenlehrerin Verena Stucki erstmals mit ihrem Orchesterprojekt an die Öffentlichkeit treten. Weil sie überzeugt ist, dass erst gemeinsames Musizieren richtig Freude bereitet, zog sie das Projekt weiter. Sie klopfte bei Musiklehrkräften aus den Musikschulen der Bezirke Wasseramt und des Bucheggberg und darüber hinaus an. Wieder gewann sie Familienmitglieder von Schülern als Aushilfen.

So wurde ein spielfähiges, wenn auch noch immer bescheidenes Orchester auf die Beine gestellt. Das war zwar nicht wesentlich grösser, aber es waren nun wertvolle Instrumente dabei, die bei der Premiere noch fehlten. Klarinetten gab es nun. Auch eine Oboe verstärkte die Holzbläser und zwei begabte Schüler stiessen zum Trompetenregister. Schliesslich konnte sie auf Jean-Pierre Moresi zählen. Der Dirigent denkt genau wie sie und ist ein überzeugter Jugendförderer. Er unterstützte das Projekt vehement und organisierte gar eine Aushilfe mit dem wertvollen Kontrabass.

Viel Musikverständnis

Sobald die Besetzung konkret wurde, machte er sich auf die Suche nach geeigneter Literatur. Entsprechend seiner Vorliebe fand er sie vorwiegend in alter Musik. Diese war weniger üppig orchestriert als neuere Musik. Trotzdem musste er fast alles für die vorhandene Besetzung arrangieren und instrumentieren. Das setzt einiges an Musikverständnis voraus. Das Werk soll authentisch klingen, die einzelnen Stimmen aber den Fähigkeiten der teilweise sehr jungen Interpreten entsprechen. Das gelang ihm auch diesmal in der Kirche Lüterkofen ausgezeichnet. Allerdings musste er als Folge einer Sturzverletzung den Dirigentenstab nach dem Eröffnungsstück Walter Stucki überlassen und sich als Moderator betätigen. Mit einem Marsch aus der Oper «Publio Cornelio Scipione» begann das Konzert.

Sowohl für Stucki wie für Moresi brauchte es einen eigenen Auftritt der jüngsten Musikschüler. Den verschaffte Moresi ihnen mit einer Bearbeitung der Auftrittszene von Papageno aus Mozarts «Zauberflöte». So konnten die Bläser nochmals durchatmen, es stand nämlich ein erster Höhepunkt an, das «Concertino für 2 Trompeten und Orchester» von Arcangelo Corelli. Dabei vermochten die beiden jungen Solisten Andreas Kaiser (Cornet) und Paula Tepasse (Trompete) zu brillieren.

Der deutsche Musikpädagoge und Komponist Manfred Hilger bearbeitete das berühmte Menuett aus dem Streichquintett in E op 5 von Luigi Boccherini (1743–1805) für fünf Flöten. Zusammen mit vier ihrer Schüler schaffte Verena Stucki einen Kontrast zum vorherigen Blechklang. Gemeinsam konnte sich das Orchester mit der «Regensburger Weihnachtssymphonie» op 16 von Marianus Königsperger (1708–1769) entfalten. Voll entwickeln mit Schellenklang und Peitschenknall konnte es sich nach einer Harfeneinlage bei «Die Schlittenfahrt» von Leopold Mozart (1717–1787).

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