Unterramsern
Drei junge Künstler laden zur «Prime Time» in der Alten Brennerei

Noch bis zum 9. Mai zeigt die Alte Brennerei in Unterramsern Malerei von Aramis Navarro, Eisenskulpturen von Jane Steel und Lichtbilder von Patric Sandri.

Fränzi Zwahlen
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Es sind drei ganz unterschiedliche Positionen, die Tom Gantner und Alfred Maienfisch zur derzeit laufenden Ausstellung «Prime Time» in die Alte Brennerei nach Unterramsern eingeladen haben. Begrüsst wird man als Besucher beim Eintreten in die Galerie-Räume von einem Oktopus aus Stahl der Künstlerin aus Fräschels, Jane Steel.

Ihr Name ist Programm, ist man versucht zu sagen, denn sie arbeitet vorwiegend mit Eisen. Sie schweisst, schneidet und giesst mit Vorliebe Gestalten aus der Tierwelt, wie eben jener Oktopus, der auf einem Sockel thront. Weiter sind Vögel, Fische, Seeigel und eine Ratte in ihren Bestiarium zu finden.

Ein Seeigel von Jane Steel

Ein Seeigel von Jane Steel

Hanspeter Bärtschi
Der Oktopus von Jane Steel

Der Oktopus von Jane Steel

Hanspeter Bärtschi

Doch auch Männerköpfen, die sie aus Eisenstäben formt, haucht sie Leben ein.

Hanspeter Bärtschi

Weiter geht es zu den Arbeiten von Aramis Navarro. Der in Zürich lebende Künstler hat es sich zur Aufgabe gemacht, seine Leinwände, auf denen er seine kryptischen Botschaften aufträgt, selbst herzustellen. Er sucht in Brockenhäusern oder auf Flohmärkten nach Leinen und anderen alten Textilien und näht sie zu neuen Bildflächen.

Manchmal ist auch ein Ausschnitt aus einem alten Gemälde zu entdecken, das er an seinen collageartigen Arbeiten teilnehmen lässt. Anleihen an die Kunstgeschichte mit ganz persönlichen Botschaften des Künstlers gilt es zu entschlüsseln. Sein grosses Thema ist die Ressourcenverschwendung unserer Gesellschaft und deren Infragestellung.

Moderne Recyling-Kunst von Aramis Navarro

Moderne Recyling-Kunst von Aramis Navarro

Hanspeter Bärtschi / SZ
Aramis Navarro erzählt Bild-Geschichten.

Aramis Navarro erzählt Bild-Geschichten.

Hanspeter Bärtschi / SZ

Eine ganz andere Position nimmt Patric Sandri ein, der ebenfalls aus Zürich stammt. Ihn interessiert vor allem, welche Wirkungen Farben und Licht erzeugen; wie sich die Wahrnehmung seiner Kunst auf die Menschen auswirkt. Dazu legt er hinter seine Bilderrahmen Holzstäbe, die er mit Neonpigmenten bemalt, klebt diese hinter die Rahmen und überspannt die Bilderrahmen danach mit dünnem durchsichtigen Baumwoll- oder feinem Polyesterstoff.

Werden die Bilder an eine weisse Wand gehängt, zeichnen sich die neonfarbenen Streifen daran ab und ergeben so ein überraschendes, an den Konstruktivismus mahnendes Bildmotiv.

Hanspeter Bärtschi / SZ

Hanspeter Bärtschi / SZ

Ausstellung bis 9.Mai. Öffnungszeiten FR 18-20 Uhr, Sa/So 14-18 Uhr.