Er hat etwas Moos angesetzt, der kräftige Bauer, der seinen Pflug von einem Pferd durch die Limpachebene ziehen lässt. Doch das Werk, an das der grosse Gedenkstein zwischen Balm und Messen erinnert, ist in den Gedächtnissen von Zeitzeugen noch immer frisch. «Durch die Heimat – für die Heimat», steht in den grossen Gedenkstein gemeisselt. Die Melioration zwischen 1939 und 1951 war für die Bauern ein Segen. Durch sie wurden die sumpfigen, sauren Wiesen mit der spärlichen Flora im Limpachtal trockengelegt. Aus dem Gebiet, in dem einst die Malaria grassierte, wurde fruchtbares Ackerland.

Während der Eiszeit bedeckte der Rhonegletscher die Ebene. Danach lag im Tal wahrscheinlich ein seichter See, der verlandete und zu einem grossen Sumpf wurde. Im Wengimoos wurde später Torf abgebaut.

Zerstörte Ackerkulturen

Während Jahrhunderten kämpften die Talbewohner gegen die Wassermassen. Gerade nach intensiven Regenfällen konnten diese vom Fliessgewässer mit dem zu kleinen Querschnitt kaum abgeführt werden. 1448 wurden erstmals gemeinsame Arbeiten unternommen, damit das Wasser besser abfliesst. In der Folge verhandelten die Berner und die Solothurner Regierung unzählige Male, um den Fluten beizukommen. Es blieb Stückwerk.

Immer wieder wurden Ackerkulturen zerstört. Wochenlang blieb das Wasser auf der Oberfläche liegen. Wenn ein Hochwasser mit der Erntezeit zusammenfiel, konnte das Gras nicht gemäht werden. Das Heu verfaulte. 1939 mussten die Bauern mit Pferd und Wagen durch Wasser fahren, um die ausgegrabenen Zuckerrüben aus dem «See» zu holen. Eine grosse Verschuldung in den Gemeinden war die Folge.

«Erst in den Kriegsjahren wurde der Bach, der einst drei Läufe hatte, zusammengeführt», weiss Andreas Schluep, Präsident des Gemeindeverbandes Limpachtal. Von Osten nach Westen, also von Kräiligen her, wurde der Fluss abschnittsweise begradigt und tiefer gelegt. Für einen besseren Abfluss wurde Ende der 1940er-Jahre ein Bretterboden eingebaut.

Seitdem fliesst der Limpachkanal schnurgerade durch die Ebene. Auch die Seitenbäche wurden kanalisiert. Ein Wegnetz wurde errichtet. Und dank der Reduktion von Parzellen wurden in einer Güterzusammenlegung aus stark zerstückelten «Hosenträgerbitzli», wie sie Hansruedi Spielmann aus Balm nannte, ausgedehnte Felder. Während des Zweiten Weltkrieges zog der Ackerbau entsprechend kräftig an.

Heute ist der Gemeindeverband Limpachtal für den Erhalt des Kanals verantwortlich und dafür, dass das Wasser abläuft. «Die Wasserqualität ist nicht unsere Aufgabe.»