Auf dem Weg zu Haltens Wahrzeichen flatterten die Fahnen im Winde. Weisse, schwarze und rote Bänder, angefertigt von den Kindern der Kreisschule HOEK, säumten die Strasse. Es war, als ob sich der 800-jährige Turm am Pfingstsonntag besonders imposant bemerkbar machte.

Ahnte er wohl, dass sich an diesem einzigen Tag rund 750 Personen am «Spycherfescht» vergnügten – Politiker, Vertreter von Amtsstellen und Institutionen, Gemeinden- und Bürgergemeinden sowie viele Sponsoren und Freunde des Museums?

Drei der fünf sanierten Speicher beinhalten komplett neu konzipierte Ausstellungen. Einladend gestaltet präsentieren sich auch der Eingangsbereich und die ganze Umgebung. 

Projekt «Pralinenschachtel»

Viel Lob, Respekt und Dank erhielten an der offiziellen Eröffnung alle an der Ausstellung Beteiligten für die gelungene Arbeit. Stiftungsratspräsident Urs Umbricht verglich den Werdegang mit einer Pralinenschachtel. Die Schachtel ist das Gebäude, die Pralinen die Ausstellung. «Wir haben zuerst nur über die Pralinen geredet und erst später gemerkt, dass die Speicher renoviert werden müssen», sagte er.

Er zeigte sich glücklich, dass die mehrere Jahre dauernde Arbeit nun abgeschlossen werden konnte. «Aus eigenen Mitteln hätten wir dieses Projekt nie finanzieren können», bekräftigte Urs Umbricht und bedankte sich damit herzlich beim Kanton und bei den vielen Sponsoren.

Roland Zürcher, Präsident des Organisationskomitees, begrüsste die Ausstellungsmacher, Historikerin Regula Wyss von der MMWyss GmbH, Konolfingen, und Ausstellungsgestalter Martin Birrer von der Design GmbH, Bern. «Hier prallen verschiedene Welten aufeinander», betonte Martin Birrer und zeigte sich beeindruckt vom historischen Ensemble.

Einerseits seien es die fünf Speicher und das Ofenhaus aus verschiedenen Orten des Kantons, andererseits der Turm, der eine ganz andere Geschichte erzähle. «Wir haben drei Punkte verfolgt», informierte er: «Erstens die Geschichte des Turms, zweitens Informationen zur Architektur, drittens die Ausstellung selber mit dem Leben der Menschen im 19. und 20. Jahrhundert im Wasseramt.»

Sichtlich ein Ort der Begegnung

Remo Ankli, Regierungsrat und Vorsteher des Departements für Bildung und Kultur, betonte die überregionale Bedeutung des Geländes. Daher habe der Kanton das Museum mit 250 000 Franken unterstützt. Er zollte Respekt für die bestens gemeisterte Herausforderung, die Gebäude als eigentliche Exponate zu erhalten und für die schön gestaltete neue Ausstellung.

Haltens Gemeindepräsident Beat Gattlen untermauerte: «Wir sind stolz auf unseren Turm als Wahrzeichen. Für uns Haltener ist dieser ‹Klein-Ballenberg› ein kulturgeschichtlicher Ort aber auch ein Ort der Begegnung.» Dies zeigte sich am «Spycherfescht» ganz besonders.

Die vielen Besucher freuten sich neben allem Neuen auch sichtlich über angenehme Begegnungen und die Unterhaltung. Stimmung brachten die «Chräbszunft-Musig» in ihrem geschmackvollen Outfit und die «Wöschchuchi Serenaders» mit den vielen Instrumenten.

Zauberer Ricky verblüffte die Besucher mit seinen nicht nachvollziehbaren Künsten. Was wäre ein solches Fest ohne Essen und Trinken? Erwachsene und Kinder machten es sich nicht nur im liebevoll geschmückten Festzelt und an den Tischen im Freien gemütlich. Überall auf dem Gelände – auf den Mühlsteinen, den Findlingen des Rhonegletschers, den Speichervorplätzen – sassen sie plaudernd beisammen.