Zuchwil

Alles in 86 Punkten geregelt: Aktualisierte Gartenordnung muss durch Gemeinderat genehmigt werden

Auch im Familiengarten gelten klare Regeln. (Archivbild)

Auch im Familiengarten gelten klare Regeln. (Archivbild)

Der Zuchwiler Gemeinderat musste sich mit der Gartenordnung befassen: 86 Punkte sind zu beachten.

Wer sich einen Familiengarten wünscht, um eigene Kartoffeln oder Bohnen kochen zu können, sollte es sich zweimal überlegen. Mit dem Familiengarten am Dorfrand gewinnt man vielleicht ein Stück Natur ausserhalb der eigenen Mietwohnung, aber kaum viel Freiheit. Das zeigt die Gartenordnung des Familienvereins von Zuchwil.

2014 war die letzte Revision der Gartenordnung

Die Aktualisierung dieser Gartenordnung muss, so will es eine Auflage der Statuten, vom Gemeinderat genehmigt werden. Der Passus zeigt, dass schon bei der Gründung daran gedacht wurde, bei Auseinandersetzungen im Verein einen aussenstehenden Schiedsrichter zu haben. Die alte Gartenordnung aus dem Jahr 2014 hatte aber nicht lange Bestand.

In insgesamt 23 Paragrafen mit total 66 Punkten und Unterpunkten regelte sie das Leben im Gemeinschaftsgarten. Offenbar hatte man aber mit diesen 66 Weisungen doch nicht alles in den Griff gekriegt, denn wer nun denkt, mit der neuen Gartenordnung werde alles einfacher, sieht sich getäuscht. Diese ordnet nun neu strukturiert in 86 Punkten und Unterpunkten das Leben der Mitglieder des Familiengartenvereins.

Gärtnern erlaubt, übernachten nicht

Die neue Gartenordnung des Familiengartenvereins regelt vieles. So dürfen nur in Zuchwil wohnhafte Personen eine Parzelle pachten. Schon im dritten Punkt wird klargestellt, dass nur Holzkohle oder trockenes Holz zum Feuern in Feuerschalen oder Grillstellen benutzt werden darf. Punkt vier besagt, dass auf dem Gartenareal nicht übernachtet werden darf. Wer also eine billige Bleibe mit Eigenversorgung anstrebt, stösst beim Familiengartenverein auf Granit. Denn auch Tierhaltung ist nicht erlaubt.

Geht man etwas tiefer in die Gartenordnung hinein, findet man eine Parallelstruktur zur Gemeindeverwaltung. So ist der Vorstand des Familiengartenvereins für jegliche Bauvorhaben auf dem Gelände die entscheidende Instanz. Hat man die Bewilligung des Vorstandes für eine Baute – das reicht von Neu-, An- und Umbauten von Gebäuden über Grillstellen bis zu Wasserbehältern – muss der Bau innert sechs Monaten seit Erhalt der Baubewilligung fertiggestellt sein.

Höhe, Breite, Länge – alles ist geregelt

Dass sich die Bauten farblich in die Umgebung einfügen müssen, versteht sich fast von selbst. Etwas überraschend ist, dass ein Keller ausgehoben werden darf. Mit zwei Metern Breite, zwei Metern Länge und 1,2 Metern Höhe ist der Keller wohl eher ein grosses Loch. Die Grösse der Gartenhäuser ist ebenso klar geregelt wie, und diese noch detaillierter – die Pergola. Damit diese auch von weitem als Pergola erkennbar ist und nicht etwa als Fortsetzung des Gartenhauses, muss sie zweiseitig offenbleiben.

Man könnte noch viele der 86 Punkte und Unterpunkte der neuen Gartenordnung erwähnen. Etwa, dass jede Fahnenstange maximal acht Meter hoch sein darf, oder dass die Bepflanzung des gepachteten Gartens den Nachbarn «nicht stören» darf. Dass Velofahren im Schritttempo erlaubt ist, aber nicht das Fahren mit Motorfahrzeugen. Dass zweimal Fronarbeit, jeweils fünf Stunden, geleistet werden muss und dass Nichtbefolgen in Rechnung gestellt wird. Fast jeder Punkt und Unterpunkt der neuen Gartenordnung ist erwähnenswert. Und mit Sicherheit werden es bei der nächsten Überarbeitung der Gartenordnung nicht weniger, sondern mehr Punkte sein, die das Zusammenleben auf dem Gartenplatz fördern sollen.

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