Es ist sein Thema: Dieses «alles ist bewegt», die Malerei, die Farben, Formen, die Geschichten, die sich hinter der vielgestaltigen Gestik formen. Peter Steinmann, 60 Jahre alt, mit Wohnsitz in Solothurn und Atelier in Leuzigen, trägt eine unverkennbare Handschrift in seine Bilder hinein – eine gestenreiche Bildsprache als Konstante im steten Wandel und ständiger Verwandlung von Farbe, Form, malerischer Bewegung und technischer Raffinesse.

Selbst in den bisher noch nicht gezeigten Landschaften des Jurasüdfusses, die eigentlich viel eher meditative Bildorte der Besinnung sind, bleibt der Künstler in Bewegung, auch wenn er im Landschaftlichen malerisch zur Ruhe kommt. Denn hier zeigt sich eine neue Seite des Malers, wenn er zwischen abstrakten und abstrahierenden Momenten das landschaftlich Charakteristische hervorhebt.

Das Blauschattige des Berges, die Weite der darunterliegenden Ebene. Eine Ruhe, die sich erstaunlicherweise auch in den Arbeiten zum Thema «Wasser» finden lässt. Auch wenn alles fliesst, die Flüsse, Meere in steter Bewegung sind, Gischt schäumt, sich Wellen an Steinen brechen, der Ausdruck des «Panta rhei» ist auch ein Augenblick des Beständigen.

Zurück zum Mal-Handwerk

«Ungekünstelt» nennt Peter Steinmann diese ach so üppige, leider überreiche Ausstellung und lädt ein zu seiner Rückbesinnung auf seine malerische Haltung. Auch ein Ausdruck seiner wiedergewonnenen künstlerischen Haltung. Längere Zeit wusste Peter Steinmann digitale Techniken und Materialien ebenso für sich zu nutzen wie das klassische Mal-Handwerk. Doch jetzt hat er zur Malerei als sinnliche Erfahrung zurückgefunden.

Hervorragend geeignet ist natürlich seine informelle Geste, durch die er vielschichtig und losgelöst von Figurationen den Wandel der Dinge, die Bewegung in ihren vielfältigen Metamorphosen mit Farbe und Form, Farbkraft und Farbnuance auslotet. Sichtbar gemacht durch mal-archetypische Parameter, vertraute Chiffren und lasierende Ebenen, vereinen sich lebhafte bis turbulente Farbrhythmen, tanzende Pinselstriche.

Wobei sich der Blauton wie ein roter Faden durch diese Malerei zieht und die Materialität der Bilduntergründe, Glasfaser oder zum Teil Polyäthylen, den kräftigen Acrylfarben eine sanfte Immaterialität verleiht.

Hinwendung zum Tanz

Die Rückbesinnung, das ist auch die Hinwendung zur bewegten, beinahe dinghaften Figur, zu den Tanzenden. Auch als eine Art Reminiszenz der frühen Tanz-Interpretationen, nun aus der Fantasie heraus frei variiert. Die Dynamik der Bewegungsvielfalt scheint universell, wenn Steinmann aus der Fülle bewegungsreicher Bühnenchoreografien tanztheatralische Anekdoten ausschöpft.

Bis 15. Mai. Mi + Do 16–19 Uhr. Sa + So 14–18 Uhr. Mi 27. 4., 19 Uhr, Führung mit dem Künstler. So, 1. Mai, 11 Uhr, Matinee mit «Blas i Juzz».