53 Beteiligte zählte diese morgendliche Veranstaltung, die keine Resultate präsentieren, aber die Stossrichtung der Ortsplanungsrevision für die Doppelgemeinde Lohn-Ammannsegg aufzeigen wollte. Dazu hatte sich die Planungskommission mit ihrem Beratungsteam des Ingenieurbüros BSB (Selina Bleuel, Chantal Büttiker, Thomas Ledermann) und den Oltner «Werk 1»-Architekten Thomas Schwab und Claudia Visa verstärkt, um in Quartieranalysen den wichtigen Aussenblick einzubringen.

Gestützt auf den Kantonalen Richtplan baut eine Ortsplanungsrevision auf vielerlei gesetzlichen Planungsinstrumenten und vor allem auf dem eigenen kommunalen Leitbild auf, das schon 2012 vielerlei Massnahmen zur Weiterentwicklung der Gemeinde formulierte. Als Arbeits- und Wohndorf will Lohn-Ammannsegg seine hohe Lebensqualität und vor allem die wohnliche Gestaltung bei haushälterischer Bodennutzung und einem qualitätsvollen Ortsbild erhalten. Von Südwesten betrachtet bietet die auf einen Hang mit viel umgebenden Wald gebettete Gemeinde tatsächlich einen Postkartenanblick.

Überwiegend gebaut

Das Dorf besteht, wie Thoms Schwab beim Rundgang ausführte, aus sieben Quartieren, die eigene Prägung und Charakter aufweisen. Nach dem Start am Schul- und Sportgelände als Zone für öffentliche Bauten und Anlagen besuchten die Interessierten das Zentrum, das als dörfliche Kernzone in den letzten Jahren durch die Pflege und Konservierung historischer Gebäude deutlich gewonnen hat und in einzelnen Fragmenten und Anordnung der Gebäude das frühere Haufendorf sichtbar werden lässt.

Auf die Feststellung einer Teilnehmenden, dass etliche jüngere Gebäude dort nicht in den Kontext passen, betonte Thomas Schwab «die bunte Mischung» bezüglich Fassaden, Farbigkeit, Volumen von Einzelobjekten in einer über die Jahre als «Kinder ihrer Zeit» weitergewachsenen Überbauung. Man kann über ein wachsendes Dorf keine Käseglocke stülpen» meinte er verständnisvoll. «Bei diesem Rundgang geht es darum, dass wir die Merkmale einzelner Quartiere erkennen», erläuterte er deren Analysen, die verbindliche Grundlagen für Behörden schaffen.

Als typisches Einfamilienhaus-Quartier mit kleinformatigen Parzellen ist das Hofackerquartier überwiegend erbaut. Die Frage für die Baubehörde stellt sich, wie etwa bei Generationenwechsel individuelle Ausbaupläne als quartierverträglich einzustufen sind. Der Referent umriss zur Gleichbehandlung aller Bewohner die stets schwierige «Ermessensfrage», die ein moderates Ausbaumass mit kleinen Veränderungen in der Zone W2 (Einfamilienhaus mit ausgebautem Dachgeschoss) erlaube. Der spätere Blick in die Lehnmattstrasse mit Mehrfamilienhäusern zeigte, wie hier die Interpretation der Zone W2 mithilfe eines Gestaltungsplans grosszügiger als «W2 Plus» ausgelegt wurde.

Schwerpunkt Bahnhofsquartier

Es entspricht dem Leitplan der Gemeinde, die hier dank der guten Verkehrsanbindung durch Bus und Bahn ein ausbaufähiges, heterogenes Gebiet für Gewerbe, Kleinindustrie und auch Wohnen anbietet. Die Industriezone soll in Arbeitsplatzzone umbenannt werden. «Vorhanden sind hier grosses Potenzial und viel Dynamik», so Schwab. Ebenso sinnvoll sei die Gewerbeansiedlung längs der Kantonsstrasse.