Kriegstetten
Alle gegen die SVP: Die übrigen Parteien spannen zusammen

In Kriegstetten haben sich die Parteien zusammengerauft, um die regierende SVP zu stoppen. Gleich mit zwei Listen tritt «Gemeinsam für Kriegstetten» gegen die Liste des Gemeindepräsidenten an.

Urs Byland
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Das Ziel der SVP: Die jetzigen 2 Sitze zu halten.

Das Ziel der SVP: Die jetzigen 2 Sitze zu halten.

KEYSTONE

Die vielen Schlagzeilen, die Kriegstetten in den letzten vier Jahren unter der SVP-Regentschaft in die Welt hinaus lieferte, haben die Menschen im Dorf geweckt. Für die Gemeinderatswahl haben sich die anderen politischen Kräfte Kriegstettens zusammengerauft. «Die Idee kam von Roger Schneider, dem aktuellen Friedensrichter. Alle Parteien, mit Ausnahme der SVP, sollten sich treffen und eine Zusammenarbeit anstreben», berichtet Vizegemeindepräsident Simon Wiedmer.

Die Beziehungen der Parteien seien in den letzten Jahren im Dorf schwierig gewesen. Das sollte ausgeräumt werden, begründet Wiedmer das unkonventionelle Vorgehen.

So hätten sich denn die Spitzen der Parteien CVP, FDP, SP, CVK*, IG Kriegstetten* sowie einzelne Parteilose zum Gipfeltreffen zusammengefunden. «Wir suchen eine Zusammenarbeit über die Parteistreitigkeiten hinweg und zeigen damit, dass wir miteinander statt gegeneinander kämpfen wollen.»

Die Wahlvorschläge

10 Personen auf drei Listen streiten um die 5 Gemeinderatssitze. Vor vier Jahren gab es gar 18 Personen auf sechs Listen, die in den Gemeinderat wollten. Die drei Listen präsentieren sich wie folgt:

SVP

Manfred Küng, 1957, Rechtsanwalt (bisher);
Rémy Wyssmann, 1967, Rechtsanwalt (bisher); Evelyne Misteli, 1957,
Sekretärin.

Gemeinsam für Kriegstetten 1

Simon Wiedmer, 1990, Jurist
(bisher); Roger Schneider, 1970, Kaufmann; Ruth
Studer, 1961, Fachfrau
Betreuung.

Gemeinsam für Kriegstetten 2

Claudio Bohren, 1988, Verkaufsberater; Mirjam Kilcher, 1973, kaufm. Angestellte; Sabi Singh, 1978, Geschäftsführer; Edith Kunz, 1960, kaufm. Angestellte. (uby)

Insgesamt sieben Personen haben ihr Interesse angezeigt, im Gemeinderat mitzuwirken, weshalb man sich auf zwei Listen einigte, weil nicht alle auf einer Liste Platz fanden.

Im Gemeinderat von Kriegstetten sind 5 Sitze zu vergeben. Von den Bisherigen treten Ursula Müller (FDP) und Johann W. Lüthi (parteilos) nicht mehr an. Drei Bisherige, Manfred Küng (SVP), Simon Wiedmer (FDP) und Rémy Wyssmann (SVP), kommen erneut.

3 Sitze als Minimalziel

«Gemeinsam für Kriegstetten 1» und»Gemeinsam für Kriegstetten 2» sind die Parteibezeichnungen für die Listen, auf denen einzelne Namen doppelt aufgeführt sind. «Wir verzichten bewusst auf Parteibezeichnungen. Alle Parteien suchten einfach fähige Leute. Es sind nun auch alle Parteien vertreten, eben mit Ausnahme der SVP.» Er rechne mit 3 der 5 Sitze für die beiden Listen, die eine Listenverbindung eingegangen sind. «Einen Sitz holt sicher die SVP. Beim 5. Sitz wird sich zeigen, wem er dieses Mal zufällt. Das war schon immer ein Wandersitz.»

Für die Gemeindepräsidiumswahl lässt sich Simon Wiedmer nichts Konkretes entlocken. «Wir haben verschiedene Personen, die interessiert sind, aber wir warten die Wahlen ab.»

2 Sitze sind das SVP-Ziel

Der amtierende Gemeindepräsident Manfred Küng will die Taktik der Gegnerschaft nicht kommentieren. Alle gegen die SVP? «Ich bin mir nicht sicher, ob man das so interpretieren kann», so Küng. Er stelle einzig fest, dass sich weder SP, noch CVP, noch die FDP mit einer eigenen Liste an den Wahlen beteilige.

Das Ziel der SVP sei es, die beiden Sitze im Gemeinderat zu verteidigen. «Wir haben beschlossen, es mit einer Liste zu machen. Wir hätten auch eine Liste Küng und eine Liste SVP einlegen können, aber ich mag solche Spiele nicht.» Die bisherigen Gemeinderäte hätten gezeigt, was sie können. «Nun müssen die Einwohner Kriegstettens entscheiden, was sie wollen», so Küng, der erneut als Gemeindepräsident antreten will.

* CVK ist Culture Vereinigung Kriegstetten, die Partei des zurückgetretenen Gemeinderats Thomas Affolter; IG Kriegstetten ist die Interessengemeinschaft Kriegstetten, die Partei der vor vier Jahren unterlegenen Gemeindepräsidiumskandidatin Brigitte Palacios.