Noch ist Jürg Schläfli ganz entspannt, wenn er vom bevorstehenden Jubiläumsabend berichtet. Als neuer Präsident weiss er sich vom neunköpfigen Organisationskomitee unter der Leitung von Noldi Moser in allen Belangen unterstützt. Und fünf Ortsvereine haben ihre Mithilfe zugesichert.

Wissen muss man nämlich, dass der Kirchenchor St. Josef neben seinem chorischen Wirken über eine lange Festtradition verfügt. Alle einzuladen, ist für den singfreudigen Verein eine Herzensangelegenheit. Seit fünf Jahren lässt der Chor zudem für die Luterbacher Dorfbevölkerung die jahrelang «eingeschlafene» Feier zum 1. August wieder aufleben und umgibt den Ablauf mit einem fröhlichen Programm, bei dem für alles gesorgt ist.

Feste feiern, wenn sie anstehen

Die Chronik zeigt, dass kein Chorjubiläum in den 100 Jahren des Bestehens ausgelassen wurde. Schon zum 90. Vereinsgeburtstag entstand ein Festspiel, an das sein Autor Kurt Ochsenbein jetzt wieder anknüpfen konnte. Neben der Verschönerung der Gottesdienste mit Musik standen von Anfang an Gemeinschaft und Gemütlichkeit hoch im Kurs.

Schon 1917 unternahm der Verein eine zweitägige Chorreise auf die Rigi, bei der man wegen des langen Aufstiegs zu Fuss knapp den Sonnenaufgang verpasste. Doch statt zu Trübsal führte das zu Heiterkeit, die bis heute die vielen Erinnerungen an erfüllte Jahresarbeit, Ausflüge, Konzerte mit langer Vorbereitung, sowie an die Vereinsöffnungen mit Projektchören frisch halten.

In 100 Jahren baute der Chor auf das Fachwissen und die Treue von lediglich sieben Chorleitungen. Von 1930 bis 1963 etwa stand Bruno Götschi am Pult, anschliessend übernahm Josef Meyer die Leitung, den ab 1983 seine Tochter Liliane Fluri-Meyer ablöste und 30 Jahre lang das Chorleben mit musikalischen Motivationsspritzen bereicherte. Agata Mazurkievicz führt den chor seit letztem Jahr.

Kaleidoskop von Aktivitäten

Kurt Ochsenbein hat auch dieses Festspiel geschrieben, bei dem er selbst als erzählender Josefus auftritt. In seiner Begleitung befindet sich «Engel» Tanja Baumberger, eine von zahlreichen Auftritten bekannte Künstlerin. Regie führt mit viel Theatererfahrung Deborah Ramseier. Die Klavierbegleitung des Kirchenchors und eines Solojodlers liegt in den Händen von Liliane Fluri. Im Singspiel, das etwa eine Stunde dauert, erklingt im Vorspiel das Vereinslied «Wildi Rose» und später «Frau Schwalbe ist ne Schwätzerin ...», das der unvergessene Organist und Chorleiter Josef Meyer dichtete.

Amüsant beteiligt in der Vereinsgeschichte ist sogar die heilige Cäcilia. Für sie als Schirmherrin des Gesangs spendete der Chor vor Jahren ein Fenster in der örtlichen Kirche. Mit von der Partie sind auch die in der katholischen und reformierten Kirche amtierenden Seelsorger. Dazu Chorpräsident Jürg Schläfli: «Hier bei uns in Luterbach gelingt die ökumenische Zusammenarbeit.»

Dank einjähriger Vorarbeit wird das bebilderte Festspiel nicht nur zum Kaleidoskop der vielen Choraktivitäten, sondern auch zum Reservoir bekannter Kompositionen. Beispielsweise stand Udo Jürgens Pate mit einigen Melodien, aber neu unterlegt mit Texten aus der Feder von Jürg Schläfli. Als Schnitzelbankschreiber kann er das. Und seine Solo-Version des Frank-Sinatra-Songs «My way» wird ebenso wie das gesamte Stück herzlichen Beifall finden.

Eröffnet wird der Festabend um 20 Uhr von der Musikgesellschaft Luterbach, der sich der Jodlerklub «Bärgblume» anschliesst. Nach den beiden Geburtstagsständchen folgt das Festspiel «Hundert Jahre Kirchenchor St. Josef». Weiter gehts danach mit Unterhaltung, gespielt von den «Wöschchuchi-Serenaders».

Karten für den Jubiläums-Abend am Samstag, 26. September, in der Mehrzweckhalle Luterbach gibts in der Molkerei Gerber (Tel. 032 682 67 67).