Gerlafingen
Aldi eröffnet 2018 Filiale an der Bahnhofstrasse

Der Gemeinderat entliess eine Parzelle aus der erst vor kurzem vorgesehenen Gestaltungsplanpflicht.

Gundi Klemm
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Aldi Suisse

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Nicole Nars-Zimmer

Gerlafingen ist vor etlicher Zeit in die Revision der Ortsplanung gestartet. Einige, fürs Ortsbild und die Weiterentwicklung der Gemeinde wichtige Areale sind dabei mit einer Gestaltungsplanpflicht belegt worden. Die Planung eines Geschäfts- und Wohnhauses auf einem Gelände (GB 2689) am Anfang der Bahnhofstrasse waren zu diesem Zeitpunkt aber so weit fortgeschritten, dass Markus Galli (Architekturbüro Galli+Siegenthaler) einen Antrag auf Befreiung von der Gestaltungsplanpflicht stellte.

Verträge sind unterschrieben

Nach Sichtung aller Unterlagen für ein Gebäude mit einer Verkaufsfläche von rund 1000 Quadratmetern, einer 70-plätzigen Tiefgarage, 4 grosszügig geschnittenen Attika-Wohnungen auf dem Flachdach und der bereits mit Fachstellen bereinigten Erschliessung auch bezüglich Zu- und Wegfahrten zeigte sich der Gemeinderat vom Gesamtkonzept überzeugt. «Alle Verträge mit Aldi sind unter Dach und Fach», erläuterte Galli die Besitzverhältnisse.

Die Landeigentümerin, ein Gerlafinger Autohaus, bleibt Besitzerin der Liegenschaft. «Anders als die Mehrzahl der Aldi-Suisse-Filialen an Ortsrändern ist dieses Verkaufslokal zu Fuss erreichbar, inmitten der Gemeinde angesiedelt und mit guter Anbindung an den öffentlichen Verkehr», so Galli. Einstimmig unterstützte der Gemeinderat die Befreiung der Grossparzelle aus der Gestaltungsplanpflicht. Galli rechnet im kommenden Jahr mit der Errichtung des Gebäudes und mit der Geschäftseröffnung 2018.

Noch unbebaute Teile des Gewerbegebiets Grütt-Zielmatten im Osten von Gerlafingen sind ebenfalls im Rahmen der Ortsplanungsrevision (OPR) mit einer Planungszone belegt worden. Grund: da einige der Gewerbeparzellen seit vielen Jahren ungenutzt geblieben sind, muss die nun nach 10 Jahren aufgenommene Revision aktuelle Verhältnisse im Umfeld berücksichtigen. Inzwischen haben sich die umliegenden Wohnzonen nämlich mit Häusern gefüllt.

Dazu Martin Eggenberger vom begleitenden Planteam S AG: «Eine Ortsplanung sollte immer Überlegungen fürs gesamte Gemeindegebiet beinhalten und vor allem, die Lebensqualität der Bevölkerung sichern.» Deshalb sei die beantragte Aufhebung der Planungszone und die Aufstellung von grossräumigen Hallen, für die der Eigentümer noch gewerbliche Mieter suchen will, unmittelbar neben den anstossenden Gebieten mit Wohnnutzung kaum im Sinn des Gemeinwohls.

Die OPR-Begleitgruppe machte daher dem Inhaber der Gewerbeparzellen den Vorschlag, den geplanten Hallenbau im oberen, teilweise auch ihm gehörenden Bereich im Gewerbegebiet, das bereits intensiv gewerblich genutzt ist, zu realisieren.

Gütlich einigen?

Dies allerdings unter der Beachtung der bestehenden Auflage, keine Lager- und Umschlagunternehmen anzusiedeln. Denn bis zum erhofften Bau einer Umfahrungsstrasse findet die Zufahrt ins gesamte Gewerbeareal Grütt-Zielmatten von der Autobahn her durch Quartierstrassen statt. Natürlich poche der Landbesitzer mit anwaltlicher Unterstützung auf sein Eigentumsrecht, so Gemeindepräsident Peter Jordi.

«Im nördlichen Teil können wir ihm jedoch, wenn er den angebotenen Lösungsansatz weiter verfolgt, eine Baubewilligung in Aussicht stellen.» Der Gemeinderat, der die Einsprache ablehnte, bezeichnete die mündlich erwähnten Schadenersatzansprüche des Geländeeigentümers als «Säbelrasseln». Noch hat Gerlafingen die Hoffnung auf eine gütliche Einigung nicht aufgegeben.

Im Weiteren hat der Gemeinderat:

das Steuerreglement zuhanden der Gemeindeversammlung geändert. Künftig wird die Kopfsteuer von bisher 10 auf 20 Franken angehoben, neu zahlbar von jeder volljährigen Person;

- Gemeindepräsident und Verwalterin ermächtigt, die vereinbarte Landabtretung an der (kantonalen) Kriegstettenstrasse mit Einnahmen von 86 250 Franken zu unterzeichnen;

- den Jahresbericht 2015 der KinderOase verdankt;

- mit «nur schwacher Freude» eine leichte Verbesserung der Arbeitslosenstatistik vermerkt;

- im Ersatz von Christian Holderegger Christian Bieri in die fünfköpfige Gemeinderatskommission und Gemeindevizepräsident Thomas Wenger als Delegierten in die Repla gewählt;

- gehört, dass die Baubewilligung fürs «Sonnenfeld» erteilt und der notarielle Vorvertrag für den «Mühlacker» unterzeichnet ist;

- der Einwohnerin gratuliert, die 1 Mio. Franken bei «Happy Day» gewonnen hat;

- die Suche nach einem Integrationsbeauftragten möglichst aus behördlicher Herkunft gestartet. (gku)