Zuchwil
Aktienkapital reicht nicht aus: Wasserverbund ist in der Klemme

Regio Energie Solothurn soll dem Wasserverbund Region Solothurn rasch zu Geld verhelfen.

Urs Byland
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Der neue Steg zur Überbrückung der Emme von Leitungen hat die Finanzen des Wasserverbunds aus dem Lot gebracht.

Der neue Steg zur Überbrückung der Emme von Leitungen hat die Finanzen des Wasserverbunds aus dem Lot gebracht.

Urs Byland

Die Firma Wasserverbund Region Solothurn AG steckt in der Finanzklemme. Der 2012 gegründete Wasserverbund liefert Trinkwasser nach Zuchwil und für die Regio Energie Solothurn. Ursprünglich gingen die beiden Aktionäre, Zuchwil und Regio Energie Solothurn (RES), davon aus, dass das Aktienkapital von 300'000 Franken (100'000 Franken Zuchwil und 200'000 Franken RES) als Eigenkapital ausreiche. Inzwischen wurde aber eine nicht geplante Investition (Emmensteg, 1 Mio. Franken) nötig. Weitere Sonder-Investitionen zeichnen sich ab, etwa wegen der Unterspülung bei der Krummturmschanze oder im Zusammenhang mit Chlorothalonil. Absehbar sei ein Manko von 3 Mio. Franken. «Der Wasserverbund braucht grösseren finanziellen Handlungsspielraum», so Sandra Hungerbühler, Mediensprecherin der Regio Energie.

Regio Energie betrachtet die Zahlung als Vorleistung

Der Gemeinderat Zuchwil hatte an seiner Sitzung aus drei Varianten auszuwählen. Zuchwil leistet 400'000 und RES 800'000 Franken, was dem Aktionärsstimmenverhältnis entsprechen würde. Der Wasserverbund erhält kurzfristige Liquidität und man gewänne etwas Zeit. Die zweite Variante wäre ein Darlehen des Wasserverbundes, welches sich direkt auf den Wasserpreis für den Konsumenten auswirken würde, was aber unbedingt vermieden werden soll. Die dritte Variante wäre eine Aktienkapitalerhöhung nur durch Regio Energie in der Höhe von 2,7 Mio. Franken. Die Erhöhung hätte keine Auswirkung auf den Wasserpreis. Das Stimmenverhältnis bliebe aber bei 2 zu 1 statt bei 29 zu 1.

Obwohl die Regio Energie diese dritte Variante als nicht die beste betrachtete, hat der Gemeinderat Zuchwil sich für diese entschieden. «Wir betrachten diese Lösung als Vorleistung durch die Regio Energie, damit der Wasserverbund rasch Liquidität erhält», erklärt Hungerbühler. Zuchwil könne sich später sein Aktienkapital zurückkaufen. Der Gemeinderatsentscheid wird noch der Juni-Gemeindeversammlung in Zuchwil vorgelegt.

FCZ-Klubhaus soll 2020 gebaut werden

Der Gemeinderat von Zuchwil hat zudem mehrere Investitionsprojekte für das nächste Jahr beschlossen. Dazu gehören ein Kredit über 650'000 Franken für die Umgestaltung der Eingangshalle im Gemeindehaus, ein Kredit über 750'000 Franken für die Erneuerung und Erweiterung des Kindergartens Tulpenweg sowie ein Kredit über 1,45 Mio. Franken für den Neubau Klubhaus FC Zuchwil.

Diese Projekte werden ebenso der Gemeindeversammlung zur Genehmigung unterbreitet wie ein Kredit über 850'000 Franken für die Übernahme von Stromzählern und Rundsteuerempfängern sowie Messstellen in den Trafostationen. Dieses Geschäft hat sich mit dem Stromanbieterwechsel von der AEK zur Regio Energie Solothurn ergeben. Das langfristige Ziel sei es, den Weg zu öffnen in der weiteren Entwicklung der Strombeschaffung hin zu einer unabhängigen kommunalen Betriebsführung.

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