Kommentar

Agieren oder reagieren?

Soll in Recherswil agiert oder reagiert werden?

Soll in Recherswil agiert oder reagiert werden?

Recherswil wächst. Ende 2016 wohnten 1937 Personen in der Gemeinde. Tendenz steigend. Schon bald wird die Grenze von 2000 Personen geknackt. Damit wird sich Recherswil bevölkerungsmässig im vorderen Drittel im Kanton einreihen. Sieht man sich in Recherswil um, sieht man aber immer noch ein Dorf mit typischen Dorfstrukturen. Wenn die Gemeinde sich weiter entwickeln will, reicht die dörfliche Umgebung als Attraktion nicht aus. Ein Dorfladen, Post, Bank, eine Hausarztpraxis, gute Anbindung an den öffentlichen Verkehr, eine attraktive Schule, Tagesstrukturen für Schulkinder und Wohnmöglichkeiten für Senioren sind ebenso gefragt.

Dass Recherswil so stark gewachsen ist, ist ein Verdienst von Gemeindepräsident Hardy Jäggi. Unermüdlich hat er sich für die Überbauung im Zentrum mit dem neuen Dorfladen eingesetzt. Immer noch versucht er, einen Hausarzt ins Dorf zu bringen. Selbstverständlich hat Jäggi Recherswil nicht alleine so weit gebracht. Immer hatte er Mitstreiter. Aber es ist unbestritten, dass der Gemeindepräsident oft den Anstoss gab oder die Federführung übernahm.

So wundert es nicht, dass sein Arbeitspensum weit über die 20 Prozent hinausgeht, die entlöhnt werden. Mit der Neuorganisation der Gemeindeführung stellen die Recherswiler Weichen. Dabei geht es nicht um eine Person, sondern um einen Grundsatz. Soll das Dorf sich weiter entwickeln und als Wohngemeinde attraktiv bleiben? Wer in die Zukunft denkt, sollte sich überlegen, was das kleinere Übel ist. Ein Gemeindepräsident mit einem höheren Pensum, mehr Verantwortung, aber zugegebenermassen auch mehr Macht – oder ein Dorf, in dem statt agiert, nur noch reagiert wird.

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