Gemeindeversammlung

Aeschi kündigt den Schulvertrag

Nicht die Schule als solche, sondern die Zusammenarbeit unter den Gemeinden steht in der Kritik.

Nicht die Schule als solche, sondern die Zusammenarbeit unter den Gemeinden steht in der Kritik.

Die Stimmberechtigen Aescher unterstützen die vom Gemeinderat vorgelegte Kündigung der Vertrages mit der Regionalen Schule äusseres Wasseramt. Damit wird nun offiziell die Kündigung eingereicht.

Die Schule bewegt die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger in Aeschi. 74 Stimmberechtigte besuchten die Gemeindeversammlung. Und eines kann man vorneweg nehmen: Der Gemeinderat wird unterstützt. 65 der Anwesenden sprachen sich für die Kündigung des Schulvertrages der gemeinsamen Schule äusseres Wasseramt (rsaw) aus. Vier Personen stimmten dagegen, fünf enthielten sich der Stimme.

Gemeindepräsident Stefan Berger erklärte vorgängig nochmals, wieso der Gemeinderat zu seinem Antrag kam. «Wir haben immer wieder über die Schule gesprochen. Im Gemeinderat, in der Gemeindeversammlung. Aber wir kamen nie einen Schritt weiter.» Es seien zwei Berichte erarbeitet worden, darin seien auch Lösungsansätze aufgezeigt. «Aber es passierte nichts.» Berger betonte mehrmals, dass die Schule und die Schulverwaltung gut funktionieren würden. «Die Vereinbarung unter den Gemeinden stimmt für uns in der heutigen Form nicht mehr», so Berger.

Die Schule sei im Vergleich mit anderen Schulen eher teuer und Aeschi müsse als bevölkerungsmässig grösste Gemeinde unverhältnismässig mehr zahlen. Zudem seien Standortschliessungen vorgeschlagen, über die aber die beiden betroffenen Gemeinden nicht diskutieren wollen. In Aeschi sei deshalb die Sanierung des Schulhauses blockiert. «Wir können ja nicht sanieren und in zwei Jahren müssen wir möglicherweise anbauen.»

«Wir haben uns darum entschieden, einen Schritt nach vorne zu tun und die Vereinbarung zu kündigen.» Klar sei, dass Aeschi seine Schule auch im Alleingang führen könne und dies sogar günstiger zu stehen käme, als heute. Die Gespräche mit den anderen Gemeinden würden auch nach der Kündigung fortgesetzt. «Unser Ziel ist nicht, den Schulkreis aufzulösen, sondern eine neue Vereinbarung auszuhandeln.» Die zwei Jahre Kündigungsfrist seien eine reelle Zeitspanne dafür.

Preis bleibt bei 300 Franken

Der Gemeinderat möchte die gemeindeeigene Parzelle GB Nr. 54 mit einer Fläche von 3868 Quadratmeter verkaufen. Auf dem Land im Lörenacker sollen alters- und behindertengerechte Eigentumswohnungen entstehen, die möglichst an Aescher verkauft werden sollen. Ein entsprechendes Projekt liegt vor. An der Gemeindeversammlung musste entschieden werden, zu welchem Preis das Land verkauft werden soll. Der Gemeinderat schlug einen Kaufpreis von 300 Franken vor. Der Marktwert liege zwischen 300 bis 330 Franken. Da man aber mit dem Verkauf Auflagen mache, sei der etwas tiefere Preis gerechtfertigt.

Urs Stüdeli, der hinter dem Projekt (IG Aeschi für Aeschi) steht, stellte einen Gegenantrag. Er biete 250 Franken. Das Gewerbeland sei heute 190 Franken wert, dazu kämen die Kosten für die Erschliessung, das ergebe die 250 Franken. «Aeschi für Aeschi» will Wohnraum für Senioren schaffen, die aus ihren Einfamilienhäusern ziehen möchten. Erst vor kurzem ging zudem eine Kaufofferte von Rolf Nützi ein, der bereit wäre, die 300 Franken zu bezahlen. Er würde die Auflagen der Gemeinde ebenfalls erfüllen. «Für uns ist es wichtig, dass ein einheimisches Projekt realisiert wird», so Stefan Berger.

In der anschliessenden Diskussion gab es Voten für und gegen den tieferen oder höheren Landpreis. Einige fragten sich auch, wie die Mehrfamilienhäuser finanziert werden sollen. «So einfach ist es nicht, von einer Bank einen Kredit zu erhalten», meinte einer der Anwesenden. Auch die Frage nach der Abgabe im Baurecht wurde gestellt.

«Wie geht es weiter, wenn wir über den Landpreis abgestimmt haben?», wollte Franz Misteli (IG Aeschi für Aeschi) wissen. «Dann haben beide Parteien, die ein Kaufangebot abgegeben haben, die Möglichkeit zu erklären, ob sie mit dem Preis einverstanden sind und ob sie das Kaufangebot aufrecht erhalten», so Stefan Berger. Er erklärte zudem, dass Rolf Nützi zurückziehe, wenn die IG ihr Angebot erhöhe.

In der folgenden Abstimmung unterstützten 23 Personen die IG und wollten das Land für 250 Franken verkaufen; 32 stimmten für 300 Franken. In der Schlussabstimmung sprachen sich sechs Personen gegen den Verkauf aus, 12 enthielten sich der Stimme. Eine grosse Mehrheit sagte Ja.

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