Aeschi
Breitere politische Abstützung durch eine Reorganisation der Kommissionen

An der Gemeindeversammlung wurde der Teilrevision der Gemeindeordnung zugestimmt. Damit werden die Kommissionen in Aeschi neu geordnet. Informiert wurde auch über über das Projekt Sanierung Mehrzweckgebäude und den Erweiterungsbau für die Schule.

Rahel Meier
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Trotz Gewitter und Fussballspiel nahmen 45 Personen am Informationsanlass teil.

Trotz Gewitter und Fussballspiel nahmen 45 Personen am Informationsanlass teil.

zvg

Der Gemeinderat Aeschi verzeichnet schon seit Längerem eine Vakanz. «Wir haben uns gefragt, wieso das so ist und wir die Position nicht besetzen können», erklärte Gemeindepräsident Stefan Berger den 50 Stimmberechtigten, die an der Gemeindeversammlung teilnahmen. Dabei habe man festgestellt, dass es nötig sei, die Politik im Dorf wieder breiter abzustützen. «Wir haben schon seit Jahren keine aktiven Ortsparteien mehr.»

Einwohner werden etwas jünger

Gleichzeitig verändere sich Aeschi und auch seine Einwohner. Es seien viele jüngere Leute zugezogen, das merke man nicht nur bei den steigenden Schülerzahlen. Die Ansprüche an die Gemeinde hätten sich ebenfalls verändert.

«Wir versuchen schon länger eine moderne bürgernahe Politik zu machen und sehr transparent zu informieren.»

Dazu nutze man die Homepage der Gemeinde, aber auch soziale Medien.

Der Gemeinderat hat sich zusätzlich dazu entschieden, die Gemeindeordnung (GO) und die DGO (Dienst- und Gehaltsordnung) einer Teilrevision zu unterziehen. Damit sollen Politik und Verwaltung entflochten werden. Zudem verteile man die Aufgaben in der Verwaltung neu und passe die Pensen an.

Kommissionen thematisch neu gegliedert

Das Kernstück der Reorganisation ist aber die Neustrukturierung der Kommissionen. «Wir haben versucht diese in Themengebiet zu gliedern. Neu kommen Bereiche wie Generationen oder Freizeit hinzu», so Berger. Konkret bleiben Baukommission, Finanzkommission und Wahlbüro bestehen. Aus der Chilbikommission und der Umwelt-, Sport- und Kulturkommission wird neu eine Gesellschafts- und Freizeitkommission. Die Werkkommission wird zur Umwelt- und Betriebskommission.

Mehr Interessierte als Aufgaben

Berger zeigt sich erfreut, dass an einem Informationsabend rund 45 Interessierte kamen.

«Der weitaus grösste Teil der Teilnehmer hat heute noch keine Funktion in der Gemeinde inne.»

Letztlich hätten sich mehr Leute für ein Amt zur Verfügung gestellt, als man Aufgaben zu vergeben habe.

Mit der Teilrevision werden zudem auch diverse Aufgaben aufgehoben. Die Mäusekontrollstelle etwa oder Bereiche, die vom Sozialdienst übernommen werden wie beispielsweise der Integrationsbeauftragte oder die AHV-Zweigstelle.

Berger machte zudem klar, dass mit Absicht nur eine Teilrevision durchgeführt werde. «Wir möchte die neuen Kommissionen ab 1. Oktober besetzen.» Eine komplette Änderung der GO und der DGO sei aber unumgänglich. Vorläufig bleibt es aber bei der Teilrevision, die einstimmig gutgeheissen wurde.

Richtungswechsel in der Planung rund ums Schulhaus

Stefan Berger orientierte weiter über den Richtungswechsel in der Planung für den Ausbau der Schulräume. Von Beginn weg war man sich in der Arbeitsgruppe einig, dass die Gemeinde keine weitere Turnhalle braucht, dafür aber einen neuen multifunktionellen Vereinsraum. Unbestritten war zudem die nötige Sanierung des Mehrzweckgebäudes, das 1966 erbaut wurde.

Statt auf dem Turnplatz soll der Anbau für die Schule neu hier platziert werden.

Statt auf dem Turnplatz soll der Anbau für die Schule neu hier platziert werden.

Rahel Meier

Seit die Planung im Jahr 2018 begonnen wurde, stiegen die Kinderzahlen stetig an und so musste letzten Sommer eine neue Kindergartenklasse eröffnet werden. Diese bleibt bestehen, zusätzlich kommt eine neue Primarschulklasse dazu. «Irgendwann hatten wir das Gefühl, dass wir mit der Planung in einer Sackgasse gelandet sind».

Nachdem man nicht nur die Schule, sondern auch die Gemeindeverwaltung in die Überlegungen einbezog und weitere nötige und mögliche Raumbedürfnisse abklärte, tat sich eine neue Planungsrichtung auf.

Neubau kommt an einen anderen Ort

Statt wie bisher angedacht einen Kindergartenneubau auf dem Sportplatz zu errichten, soll der Kindergarten nun neu im Primarschulhaus angesiedelt werden. Die Klassenzimmer die dort verloren gehen, werden in einem Erweiterungsbau zwischen dem Primarschulhaus und dem Werkgebäude kompensiert. In diesem Erweiterungsbau sollen auch die Gemeinde- und die Schulverwaltung Räume erhalten. Zusätzlich gibt es Gruppenräume für die Schule. Später könnten auch die Tagesstrukturen integriert werden.

Mit der Verbindung der Gebäude kann ein Lift eingebaut werden, was vom Behindertengleichstellungsgesetz verlangt wird. Gleichzeitig wurde auch die Heizung überprüft. Die Einwohnergemeinde möchte gemeinsam mit der Bürgergemeinde eine Holzschnitzelheizung realisieren.

Insgesamt dürfte es günstiger werden

«Damit können wir den Sportplatz behalten und wir müssen auch die Zufahrt nicht umgestalten», so Berger. Damit würden Kosten eingespart, der Kindergarten rücke näher zur Schule. Zudem könnten die Sanierung des Mehrzweckgebäudes und die Schulraumerweiterung unabhängig voneinander betrachtet und ausgeführt werden. Weil der Erweiterungsbau auf der Zivilschutzanlage zu stehen kommt brauche es keinen teuren Aushub.

«Solch grossen Projekt können wir nur gemeinsam stemmen»,

meinte Berger klar. Es werde deshalb noch Informationsveranstaltungen geben und dann eine ausserordentliche Gemeindeversammlung im September. «Wir möchten unseren Steuerfuss trotz der Investitionen halten können.» Das Projekt sei zudem im Fluss - bereits gab es Änderungen verglichen mit den Plänen die auf der Website der Gemeinde aufgeschaltet sind. «Wir sind froh um Rückmeldungen aus der Bevölkerung und von den Vereinen.»

Kennzahlen zur Rechnung 2020 von Aeschi

Rechnung 2019 Rechnung 2020
Erfolgsrechnung
Gesamtaufwand 13'247 13'602
Gesamtertrag 13'883 13'809
Jahresergebnis 636 207
Steuereinnahmen nat. Pers. 3811 3712
Steuereinnahmen jur. Pers. 143 147
Übrige Steuereinnahmen 201 220
Gesamtabschreibungen (inklusive Spezialfinanzierung) 288 306
Investitionsrechnung
Investitionsausgaben 510 642
Investitionseinnahmen 47 234
Nettoinvestitionen 463 408
Weitere Kennzahlen
Steuerfuss nat. Pers. 115 115
Steuerfuss jur. Pers. 115 115
Selbstfinanzierungsgrad 161 89
Eigenkapitaldeckungsgrad 32 30
Netto-Vermögen pro Kopf 2033 1977
Netto-Schulden pro Kopf

Rechnung schliesst mit Überschuss

Auch die Rechnung wurde einstimmig gutgeheissen. Sie schliesst mit einem Ertragsüberschuss von 207'133 Franken. Budgetiert war ein Aufwandüberschuss von 273'915 Franken. Es wurden zusätzliche Abschreibungen von 205'575 Franken getätigt. Die verbleibenden 1558 Franken wurden dem Eigenkapital zugeführt.

Die Verbesserung der Rechnung ist vielen kleineren und grösseren Abweichungen zu verdanken. Wegen Corona konnten diverse Anlässe nicht durchgeführt werden, was die Rechnung entlastete. Zudem wurden mehr Steuern eingenommen, als budgetiert waren. Mehrkosten gab es bei der Bildung, weil eine neue Kindergartenklasse eröffnet wurde. Mindereinnahmen hat Aeschi beim Finanzausgleich.