Aeschi
An dieser Nationalfeier gab es selbstgebrautes Bier und vor Ort gekochtes Risotto

120 Aescherinnen und Aescher nahmen am Samstag am Fest auf dem Burghof teil. Es stand im Zeichen der Zusammengehörigkeit.

Hans Peter Schläfli
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An der 1.-August-Feier auf dem Burghof in Aeschi gab es am Samstag keine Ansprache, dafür wurde das Zusammensein umso mehr gepflegt.

An der 1.-August-Feier auf dem Burghof in Aeschi gab es am Samstag keine Ansprache, dafür wurde das Zusammensein umso mehr gepflegt.

Hans Peter Schläfli

Der Stau vor dem Zapfhahn war real, aber wenigstens war er nicht ganz so lange wie jener vor dem Gotthardtunnel. Die Leute aus Aeschi liessen sich weder vom schlechten Wetter noch von der speziellen Lage davon abhalten, am Samstag auf den Burghof zu pilgern.

Gut und gerne 120 Aescherinnen und Aescher waren an das traditionsreiche Fest gekommen, und diese fanden in der Schür locker und coronakonform Platz. Unter den Gästen war auch Bauer Samuel Aeschlimann, der hier zu normalen Zeiten auch die Burghofnacht organisiert, die jeweils das Partyvolk zu Tausenden anlockt.

Reto Stauffer (vorne).

Reto Stauffer (vorne).

Hans Peter Schläfli

Vor 23 Jahren hatte Reto Stauffer, jetzig Präsident des organisierenden Bierbrauclubs Chlepfimoos, eine Idee: Er lud seine Kollegen ein und schlug vor, zusammen ein eigenes Bier zu brauen. Alle waren begeistert, und so sind das Chlepfimoosbier und der dazugehörige Verein entstanden, der nun für Aeschi seit bald zehn Jahren jeweils die 1.-August-Feier organisiert.

Ansprachen zum Nationalfeiertag gab es keine

Für das Bier, das diesmal auf dem Burghof ausgeschenkt wurde, war der Chlepfimoos-Vereinspräsident höchstpersönlich verantwortlich. Naturtrüb und mit einer fruchtigen Note ist es geworden und das sei kein Zufall. «Es ist ganz einfach. Der Brauer macht das Zuckerwasser und die Hefe macht das Bier», sagt der Kenner. «Den Geschmack bestimmt man durch die Wahl der Hefe. Für ein solches Fest ist ein nur leicht gehopftes Bier am besten geeignet.»

In Aeschi berühmt ist mittlerweile auch das Risotto, das Jörg Hunziker aus Etziken vor Ort rührt und kocht. Während das Bier also eine fruchtige Note hatte, verströmte das Risotto einen leichten Zitronenduft. Und so wurde das Fest auf dem Burghof zu einem erfrischend unpolitischen und dafür umso gemütlicheren Anlass. Auf patriotische Ansprachen zum Nationalfeiertag wurde ganz verzichtet. Um das Zusammengehörigkeitsgefühl zu stärken, genügte das Zusammensitzen und Geniessen.

«Es ist unser Kulturanlass für das Dorf»,

sagte dazu Reto Stauffer.

Das runde Dutzend Hobbybrauer war pausenlos im Einsatz. Sei es hinter dem Grill, am Zapfhahn oder beim Abräumen der Tische. Und damit sich auch die Kinder austoben konnten, stand auf der Wiese hinter der Schür zudem sogar ein grosses Trampolin.

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