Jeweils nach den Sommerferien beginnt für die Musikkommission der Musikgesellschaft Messen die Suche nach dem Thema für den zweiten Teil beim Frühlingskonzert des folgenden Jahres. Dessen Termin steht dann bereits fest. Diesmal entschied man sich für den Hochadel. Dabei dachte man an wirkliche Monarchien. Man hatte aber Zweifel, ob die genügend musikalisches Material hergeben.

Man war deshalb bereit, auch sinnbildliche Bezüge zu tolerieren. Als dann später das Datum der Prinzenhochzeit in England bekannt wurde, freute man sich natürlich. Sie wurde zufällig exakt auf den Termin des Frühlingskonzertes angesetzt.

Besser hätte das Thema also nicht passen können. Es lag an den Musikantinnen und Musikanten unter der Direktion von Walter Krebs, dieses auch umzusetzen.

Mit vollen Segeln

Daran liessen sie nach dem ersten konventionellen Teil jedoch keinen Zweifel. In diesen stiegen sie ganz im Sinn des Titels «Mit vollen Segeln». Die Illusion bauchig geblähter Tücher mag der Komponist Klaus Strobel bei diesem Konzertmarsch tatsächlich vor Augen gehabt haben. Hinter der munteren Pikkolo-Stimme könnte man sich sogar die fiktive Brise vorstellen, die in Stagen und Wanten pfeift.

Tatsächlich dachte Strobel offenbar eher an die Mühsal, mit der er sich als Kapellmeister täglich bemühen muss, um das Schiff, also die Kapelle voranzutreiben. So schwierig schien das in Messen nicht zu sein. Ob in Steven Ponsfords «Let there be light» die Antwort verborgen liegt, wurde nicht verraten.

Mit dem ging es in die Pause. Zuvor hatten die Messener jedoch noch ihr Paradestück auf den Notenpulten. Wieder war es eine Komposition von Steven Reineke. Dieser scheint sich wirklich langsam zu ihrem Lieblingskomponist zu entwickeln. Als Meister der Programmmusik hat er sich diesmal in der nordischen Götterwelt bewegt. Entstanden ist mit «Fate of the Gods» wieder eine faszinierende Komposition. Wie üblich haben sich die Messener richtiggehend darin vertieft. Das Resultat konnte nur die gepflegte Interpretation werden, die zu geniessen war.
Bevor die Messener überhaupt die Bühne betraten, erhielt die Musikschule Bucheggberg einen Auftritt. Unter der Leitung von Bernhard Wüthrich und mit etwas Verstärkung erfreuten die Musikschüler das Publikum mit vier gefälligen Musikstücken.

Elton John und Sissi

Das gefällige Arrangement von Sawako Yamazato zum Queens-Titel «Don’t stop me now» nutzte die Musikgesellschaft für den Einstieg in den zweiten Konzertteil. Der bot viel Musik mit noch mehr Gefühl. Gerade an diesem Tag natürlich mit Elton Johns «Candle in the Wind», gefühlvoll arrangiert von Jay Bocook. Silvester Levagy bemühte sich, mit «Elisabeth» näher an der echten Kaiserin zu sein, als die Sissi-Filme. Mit Respekt verarbeitete Johan de Meij Teile daraus für Blasorchester. Mit dem genau gleichen Respekt haben sie die Messener umgesetzt.

Dass es auch handfest und gleichzeitig adelig zugehen kann, wurde mit dem Konzertmarsch «The March King» von Leonard B. Smith gezeigt. Auch bei den Zugaben blieben die Messener beim Thema. Da passt auf den ersten Blick der Name Benny Goodman kaum. Wenn man aber weiss, dass dieser als King of Swing bezeichnet wurde, wird auch diese Wahl verständlich. Schliesslich ist es wirklich tolle Musik.

Sie wurde offensichtlich auch gern gespielt und sorgte für Freude beim Publikum. Dieses forderte eine weitere Zugabe. Tatsächlich hielten die Messener mit dem «King Cobra March», einem Konzertmarsch von David Shaffer noch eine bereit.