Kriegstetten

Acht Schnitzelbank-Gruppen führten «atemlos» durch den Narrenabend

Die traditionelle Bänklete wurde wieder zum kunterbunten Fasnachtsabend mit vielen Lachern.

Wieder erwies sich die Bänklete als Fasnachts-Geheimtipp der Region. Zugelegt hat sie zumindest im musikalischen Bereich. Für den Auftakt sorgte die bewährte Zunftmusig. Sie brachte das Publikum in Stimmung, die teils glänzenden Pointen der Bänkler vollständig aufsaugen zu können.

Mit Hits und Evergreens bis hin zu «Atemlos» liessen sie den Abend dann wieder ausklingen. Die Tambouren-Boys aus Biberist warteten als Affen genau mit dem tollen Auftritt auf, den man von ihnen erwarten durfte. Kaum grösser, aber deutlich musikalischer als im letzten Jahr präsentierte sich die Guggenmusik Baukebieger.

Als US-Footballer getarnt mit vier Susis (Sousafone), acht Posaunen und jeder Menge Trompeten und weiteren Blechinstrumenten füllten sie die Bühne. Dazu kam viel Schlagwerk, von kräftigen Kerlen traktiert. Diese bewiesen nicht nur ihre Rhythmussicherheit, sondern auch Fantasie für Zweckentfremdung. Wie viele Schlag- und Klappvarianten sie mit ganz gewöhnlichen Grünabfall-Containern anzufangen wussten – wirklich erstaunlich.

Buntes Themenbouquet

Die Bänklete hat ihren Namen von den Schnitzelbankgruppen. Aufgetreten sind deren acht. Alle unterschieden sich völlig. Fast alle nutzten die Themen Conchita Wurst und Geri Müller. Die einheimischen Gruppen Chräbszunft und Sänklochtoucher widmeten sich vorwiegend einheimischen Motiven. Beachtung fand natürlich der Recherswiler Banküberfall, auch bei den Gruppen aus der Region.

Da feierten die Fasnachtigallen aus Wiedlisbach aber auch das Ende von «Wetten, dass ..?». Die deutlich verbesserten Gebrüder Schlimm aus Biberist brillierten mit dem Sojabohnen-Blues zum Autobahnproblem im Gubristtunnel. Je einen glänzenden Einstand schafften die Gruppen Fatal Royal aus Langenthal und Seegrundwüehler aus Biel.

Die würde man sicher gerne wiedersehen. Wie gewohnt ein fulminantes Schlussbouquet boten «Die 3 Musketiere» – belohnt mit tosendem Applaus. Literarisch gefeilte Texte mit spitzen Pointen – auch zu schlüpfrigen Themen – sind ihr Markenzeichen. Diesmal zeigten sie zu knackigen Versen auch ausgeklügelte Helgen. Die machten bei einigen Versen die Pointe erst aus. Oft liess sich mit klapp- oder drehbaren Teilen manche Pointe noch toppen. Das kosteten sie beim Thema Burka aus. Gott sei Dank seien Burkas schwarz. Bei gelben Burkas hätten sie ständig Kuverts in der «Schnuure» – gezeigt wurde das Bild eines Post-Briefkastens. Bei grünen Burkas wäre es allerdings noch schlimmer – gezeigt wurde das Bild eines Robidog mit Hundesäckli.

Eine Karikatur – eine der Bundesrätinnen darstellend – sehe doch mit darüber geklappter Burka deutlich besser aus. Auch von ihnen musste Geri Müller dranglauben. Gemäss seinem publiken Selfie sei er perfekt geeignet zu Werbung für Microsoft. Nur durch den Helgen wird der akustisch harmlose Vers dazu, «Selfie zurück aus der blank polierten Küche», zum raffiniert schlüpfrigen Gag.

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