Abstimmung
Oekingen wird zur Einheitsgemeinde – bei den Bürgern war es das knappste aller knappen Resultate

44 Oekinger Bürgerinnen und Bürger sagten Nein zur Fusion mit der Einwohnergemeinde, 46 sagten Ja. In der Einwohnergemeinde war das Resultat deutlich - 79,16 Prozent der Stimmberechtigten stimmten der Fusion zu.

Rahel Meier
Drucken
Teilen
In der Bürgergemeinde war die Fusion zur Einheitsgemeinde umstritten.

In der Bürgergemeinde war die Fusion zur Einheitsgemeinde umstritten.

Rahel Meier

Die Bürger- und die Einwohnergemeinde Oekingen werden per 1. Januar 2022 zur Einheitsgemeinde. In der Bürgergemeinde war die Fusion umstritten. Das zeigt auch die hohe Stimmbeteiligung von 84,3 Prozent. Von den 108 Stimmberechtigten gingen 91 an die Urne. Eine Stimme war ungültig, bleiben 90 Stimmen. 44 Bürger waren gegen die Fusion, 46 dafür.

In der Einwohnergemeinde ist das Resultat deutlich. Von den 632 Stimmberechtigten gingen 316 an die Urne, was einer Stimmbeteiligung von exakt 50 Prozent entspricht. 247 Personen legten ein Ja in die Urne (79,16 Prozent), 65 Stimmberechtigte sagten Nein zur Einheitsgemeinde.

«Die Frage der Fusion hat die Bürgerinnen und Bürger bewegt»

«Ich bin glücklich, dass das Resultat so herausgekommen ist.» Bürgergemeindepräsident Andreas Gasche stand hinter der Fusion mit der Einwohnergemeinde. Den Ausschlag dafür gab einerseits die Tatsache, dass der Bürgerrat auf Ende Legislatur hin geschlossen demissioniert und auch die Bürgerverwalterin zurücktritt. Andererseits aber auch, dass die Bürgergemeinde im kommenden Jahr HRM2 einführen muss, was aufwendig und teuer ist. Zudem ist absehbar, dass das Vermögen der Bürgergemeinde in einigen Jahren aufgebraucht ist, weil sie jedes Jahr ein Minus schreibt.

Das Abstimmungsergebnis sei zwar knapp. Aber die sehr hohe Stimmbeteiligung zeige, dass die Frage die Bürgerinnen und Bürger bewegte und letztlich sei ein Ja herausgekommen. Der Bürgerrat arbeite nun weiter und werde alles dafür tun, dass die Fusion am 1. Januar 2022 gut über die Bühne gehen könne.

«Wir haben eine sehr gute Begleitung im Fusionsprozess durch das Amt für Gemeinden», so Andreas Gasche. Die Legislatur werde wohl bis zum 31. Dezember verlängert. Aber alle diese Entscheide würden nun in Absprache mit dem Amt für Gemeinden (AGEM) getroffen. Es sei extrem wichtig, dass alles korrekt laufe. Andreas Gasche spricht damit auch die letzten Wochen vor dem Urnengang an.

«Der Abstimmungskampf war sehr ungleich»,

erklärt er. Ein anonymer Flyer sorgte bei den Bürgern für Unruhe. Zwar hat der Bürgerrat in Absprache mit dem AGEM Falschaussagen korrigiert. "Mehr konnten wir aber nicht machen." Andreas Gasche kann sich zudem vorstellen, dass das Abstimmungsresultat angefochten wird.

Es wurde mehr als einmal ausgezählt

Auch Etienne Gasche (Präsident Einwohnergemeinde und Bürgerrat) geht davon aus, dass eine Beschwerde eingeht. Er habe vollstes Vertrauen in das Wahlbüro. "Soweit ich weiss, haben sie drei Mal ausgezählt." Bei einem so knappen Resultat sei es wichtig, dass alles stimme. Etienne Gasche zeigte sich zudem erstaunt über die hohe Wahlbeteiligung in der Einwohnergemeinde. "Ich hätte mit weniger Interesse gerechnet."

Oekingerinnen und Oekinger bleiben weiterhin Oekingerinnen und Oekinger

Es sei wichtig, dass der knappe Entschied in der Bürgergemeinde im anstehenden Fusionsprozess ernst genommen wird. «Die Bürger haben Ängste. Wir müssen ihnen zeigen, das diese unnötig sind und wir das Beste für Oekingen wollen.» Wichtig sei, und das betont Etienne Gasche immer wieder: «Alle Oekingerinnen und Oekinger bleiben Bürgerinnen und Bürger von Oekingen. Daran ändert sich mit der Fusion zur Einheitsgemeinde nichts.»

Er sieht zudem trotz Fusion keine Nachteile für die Bürgergemeinde. Der Zeitpunkt sei der richtige. In den nächsten Monaten werde geprüft, wie die Fusion am besten angepackt werden soll. «Es gibt ja beispielsweise die Idee, das Geld, das die Bürgergemeinde einbringt, in einem Bürgerfonds anzulegen und damit weiterhin spezielle Ausgaben zu bestreiten.»