Der betörende Duft der Kuhfladen lag in der Luft und das Muhen war weitherum zu hören. Majestätische Kühe und in Trachten gekleidete Meitschi bildeten die idyllische Kulisse, und es fehlten eigentlich nur noch das Aennili und der Felix für eine Zeitreise zu Jeremias Gotthelf ins fiktive Dorf Vehfreude, als am Samstag auf dem Hof von Hansueli und Kathrin Wyss in Brügglen aus über 100 Kühen die Miss Bucheggberg erkoren wurde. Oder anders gesagt: Die traditionsreiche Viehschau des Viehzuchtvereins Bucheggberg war ein wunderbares Fest.

«Ein Euter muss breit sein und es braucht ein sehr starkes Zentralband, das das Euter oben hält. Es muss gut verwachsen sein, sowohl an der Bauchdecke als auch hinten beim Nacheuter und am Schenkel, es muss ein schönes Fundament, eine gute Drüsigkeit haben und es braucht vier korrekt platzierte, schöne Striche.» So beschreibt Christian Aegerter, der Präsident der Viehschauexperten die Kriterien, mit denen er die Kühe in Brügglen beurteilte.

«Nur eine gesunde Kuh gewinnt»

«Eine absolute Augenweide», lobte Aegeter die acht Kühe, die es in Brügglen bis in den Final geschafft hatten. Dann fällte der Richter sein erstes Urteil: «Für mich ist die Schöneuterkuh Bucheggberg 2018 diese Weissfleckviehkuh des Bildungszentrums Wallierhof.» Ohne Pause gings gleich weiter zum absoluten Höhepunkt des Nachmittags. «Sie hat einen starken, breiten Körper, ein gutes Fundament und ein sehr schön verwachsenes Euter», lobte Christian Aegerter die Holsteiner Kuh von Markus Schläfli aus Horriwil, die er zur Miss Bucheggberg 2018 auserkor.

Markus Schläfli konnte nach dieser Ehrung seine Freude und den Stolz nicht verbergen. «Es ist die tägliche Pflege, die eine Siegerin ausmacht», beschrieb der Bauer aus Horriwil sein Erfolgsrezept. «Man muss die Kühe gern haben und schauen, dass es ihnen immer gut geht. Nur eine gesunde und glückliche Kuh kann gewinnen.» Geld verdienen könne man an einer solchen Viehschau nicht, erklärt er die Bedeutung des Anlasses. Das Leben eines Landwirtes sei nicht immer einfach, aber solche Anlässe seien eine Motivation. «Es ist die Anerkennung für unsere Arbeit. Es ist etwas vom Schönsten für einen Bauern, wenn er mit einer Kuh an einer Viehschau gewinnen kann.»