Gemeindepräsidentin Vreni Meyer wusste: die Informationsveranstaltung zum Wasserleitungsbau und zur Sanierung der durch Mühledorf führenden Kantonsstrassen würde gut besucht werden. Überwältigt war sie dann aber doch vom Besucheransturm, der den Gemeindesaal in Mühledorf bis zum letzten Platz füllte. Viele ihrer Mitbürgerinnen und -bürger hatten noch offene Fragen zum genehmigten Generellen Wasserversorgungsprojekt (GWP).

Einen Überblick über das Vorhaben gaben als Vertreter der beteiligten Ingenieur-Unternehmen Pascal Guillot und Thomas Mühlethaler. Peter Portmann vom kantonalen Amt für Verkehr und Tiefbau hatte, was die Finanzierung der Belagssanierung anbelangt den vergleichsweise einfachsten Part. Denn der Kanton Solothurn übernimmt diese Kosten grösstenteils. Wegen der engen Verhältnisse in der Ortsdurchfahrt wird die Strasse gesperrt und der Durchgangsverkehr grossräumig umgeleitet. Die Hintere Gasse soll für den lokalen Verkehr insbesondere zum Restaurant «Kreuz» Ersatz bieten.

Nicht von Baumassnahmen tangiert wird die grosse Strassenkreuzung Richtung Bätterkinden, Hessigkofen und Tscheppach. Die Fachleute machten darauf aufmerksam, dass die Entwässerung privater Vorplätze künftig nicht mehr via Strasse erfolge, sondern durch Ableitung im eigenen Grundstück. Dies kann gemeinsam mit weiteren privaten Projekten wie etwa dem Bau eines Mäuerchens oder der Hausanschlüsse für die Wasserleitung im Rahmen der Strassenarbeiten erfolgen, aber auf Kosten der Eigentümer. Im Vorfeld werden alle Liegenschaften in ihrem Zustand erfasst, um spätere Schäden beziffern zu können.

Mehrere Etappen

Guillot beleuchtet kurz die Aufgaben einer öffentlichen Wasserversorgung, die neben der jederzeit verfügbaren guten Trinkwasserqualität eben auch im Falle eines Stromausfalls für ausreichende Löschwasserkapazität sorgen muss. Bislang akzeptierte die Gebäudeversicherung das gefüllte Mühledorfer Schwimmbad als Reserve fürs Dorf. Die von der Bauzone entfernt liegenden Aussenhöfe könnten sich künftig diese Reserve mittels Tank schaffen. Im Ort selbst aber muss eine Wasserleitung verlegt sein. Der Blick in die übrigen Buchegger Ortsteile zeigte, dass auch dort nicht immer genügend Löschwasser zur Verfügung steht.

Geplant ist eine Ringleitung mit Anschluss an die Wasserversorgung Schöniberg. In wieweit das Wasser der beiden Quellen St. Margarethen und Rotenmatt eingespeist werden, ist noch offen. Die Bauarbeiten der Wasserleitung (Gesamtkosten von 2.2 Mio. Franken) und weiterer Werkleitungen beginnen auf der Aetigkofenstrasse im März, koordiniert mit der Strassensanierung.

Beitragspflicht

Perimeterbeiträge für die Wasserleitung müssen alle Eigentümer innerhalb der Bauzone zahlen. Dieser Beitrag ist sogenannt «flächengewichtet». Das bedeutet, dass in die Berechnung mehrere Parameter wie Parzellengrösse und Ausnützungsziffer einfliessen. «Diese Grundstücke erhalten durch die Möglichkeit, sich an die öffentliche Wasserversorgung anzuschliessen, und durch den Löschwasserschutz einen Mehrwert», begründete die Gemeindepräsidentin diese Beitragspflicht. Wer als Liegenschaftsbesitzer einen Anschluss realisieren möchte, zahlt jetzt 1500 Franken plus 250 bis 400 Franken pro Meter Leitungslänge. Die spätere separate Ausführung würde 8000 Franken kosten, hiess es. Wer sich entschliesst, künftig das Wasser aus der öffentlichen Versorgung zu beziehen, zahlt nochmals eine einmalige Anschlussgebühr, die 2 Prozent der Gebäudeversicherungssumme der Liegenschaft entspricht. Der Beitragsplan wird zu Jahresbeginn 2019 publiziert. Gegen die Höhe der Perimeterkosten kann Einspruch erhoben werden.

Die Liebe zu den Quellen

Die Kosten für den Anschluss an die künftige öffentliche Wasserversorgung liegen vielen Anwesenden wie ein Stein im Magen. Denn bisher versorgte man sich mit günstigem Quellwasser aus dem Gemeindegebiet. Alles zusammengerechnet kommen da für alle Mühledorfer Liegenschaftsbesitzer viele tausend Franken zusammen. Eine Modellrechnung hätte hier an der Informationsveranstaltung für mehr Klarheit sorgen können. Laut Gemeindepräsidentin ist der Betrag geschuldet, wenn die Leitung funktioniert.

Die verzwickte Rechtsmaterie lässt aber auch zu, dass kein Zwang zum Anschluss erfolgt und alle Quell-Ableitungsrechte gültig bleiben. Allerdings: wer Dritte mit Quellwasser versorgt oder wer Lebensmittel herstellt, muss laufend durch Proben die Unbedenklichkeit sicher stellen und möglicherweise sogar eine Schutzzone um die Quelle ausweisen. Eindringlich warnte deshalb Werkkommissionspräsident Thomas Steiner vor möglichen gesundheitlichen und rechtlichen Folgen einer Verkeimung im Wasser.

Für die Beantwortung der Fragen räumten Gemeinde und Fachleute viel Zeit ein. Dokumente dieser Informationsveranstaltung sind einsehbar über die Gemeinde-Homepage.