Luterbach

Abrupter Abgang: Schaffner-Chef Hagemann nimmt den Hut

Der Konzernchef von Schaffner, Alexander Hagemann, verlässt überraschend nach neunjähriger Tätigkeit das Unternehmen.

Der Konzernchef von Schaffner, Alexander Hagemann, verlässt überraschend nach neunjähriger Tätigkeit das Unternehmen.

Knall auf Fall kommt es beim Elektronikkomponenten-Hersteller Schaffner zu einem Wechsel an der Spitze: CEO Alexander Hagemann tritt per sofort zurück.

Zwar dankt der Schaffner-Verwaltungsrat – wie üblich in solchen Fällen – Alexander Hagemann für «seine über neunjährige Tätigkeit, in der er die Entwicklung des Unternehmens mit grossem Engagement und Einsatz geprägt hat». Er werde sich neuen Aufgaben ausserhalb des Konzerns zuwenden. Aber Fragen nach den Gründen für den abrupten Abgang bleiben offen. Man habe sich in gegenseitigem Einvernehmen getrennt, sagt Verwaltungsratspräsident Daniel Hirschi. «Dazu hat kein besonderer Katastrophenfall geführt.» Die durchschnittliche Verweildauer eines CEO sei tiefer als neun Jahre.

Schlechter Geschäftsgang

Inwieweit steht der Abgang in Zusammenhang mit der momentan schwierigen Entwicklung des Unternehmens? Eine solche Entscheidung komme nicht über Nacht, sondern entstehe in Gesprächen mit dem Resultat, dass es vielleicht besser wäre, die Zusammenarbeit aufzukünden, so Hirschi. Wäre Hagemann bei einem Super-Geschäftsverlauf nicht zurückgetreten? Das sei eine unbeantwortbare hypothetische Frage, um dann gleichwohl nachzuschieben: «Ich kann dem nicht widersprechen.»

An der eingeschlagenen Geschäftsstrategie werde sich auch nach dem Wechsel an der Spitze nichts ändern, versichert Hirschi. Dabei läuft es dem traditionsreichen Unternehmen derzeit nicht gut. Im ersten Halbjahr (2015/16) ist der Umsatz um fast zehn Prozent auf 92,6 Millionen Franken gesunken, auch der Betriebsgewinn schrumpfte massiv. Unter dem Strich resultierte gar ein Verlust von 0,3 Millionen nach einem Gewinn in der Vorjahresperiode von 1,9 Millionen Franken. Schaffner zog die Sparbremse an und als letzte Massnahme wurden weltweit 40 Arbeitsplätze gestrichen. Am Hauptsitz in Luterbach waren 5 bis 10 Jobs betroffen. Das in der Strategie 2020 definierte operative Margenziel auf Ebita-Stufe von 8 Prozent soll innerhalb von zwei Jahren erreicht werden, erklärte Hagemann im Mai anlässlich der Präsentation der Halbjahreszahlen. Hagemann sprach von «einem Übergangsjahr», im neuen Jahr soll es besser werden. Daran halte man fest, sagt Präsident Hirschi. Ein weiterer Stellenabbau in Luterbach stehe nicht auf der Agenda und der Standort sei nicht infrage gestellt. Auch das im Februar angekündigte Neubauprojekt am jetzigen Standort soll realisiert werden.

Finanzchef als Nachfolger

Per sofort übernimmt Kurt Ledermann interimistisch die Aufgaben des CEO, heisst es in der Mitteilung. Der 48-Jährige ist seit 2008 Finanzchef der Schaffner Gruppe. Dieses Amt führe er weiter aus, wobei er von seinem Stellvertreter Christian Herren unterstützt werde. Der Elektrotechnikingenieur und Betriebswirtschafter war vor seiner Zeit bei Schaffner unter anderem für die Ruag tätig.

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