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Abgebranntes Bauernhaus: Der Ersatzbau soll von einer Umzonung profitieren

Am 15. September 2013 brannte in Günsberg ein Bauernhof.

Am 15. September 2013 brannte in Günsberg ein Bauernhof.

Anstelle des abgebrannten Bauernhauses im Vorstettli Günsberg wurde ein neues Haus aufgebaut. Nun soll die Parzelle eingezont werden.

Im Günsberger Vorstettli brannte im September 2013 auf einer landwirtschaftlichen Liegenschaft das Wohnhaus. Zwei Remisen blieben unversehrt. Aufgrund seines Alters hatte sich der Landwirt daraufhin dazu entschieden, am bestehenden Betriebsstandort lediglich ein Wohnhaus mit zwei Wohnungen wiederaufzubauen und auf eine Stallung für die Tierhaltung zu verzichten. Die Gebäudeanlage liegt in einer Landwirtschaftszone, welche vom Siedlungsgebiet von Günsberg umschlossen ist. Das neue, am bisheri- gen Standort wiederaufgebaute Wohngebäude liegt direkt an der Vorstettlistrasse und vis-à-vis der Wohnzone.

Der Landwirtschaftsbetrieb wurde zwischenzeitlich aufgrund nicht gelöster Nachfolgeregelung aufgegeben. Es handelt sich um den einzigen, nicht mehr aktiven Landwirtschaftsbetrieb in Günsberg, welcher innerhalb des Siedlungsgebietes liegt. Seither stimmen für das Wohnhaus Zonierung und Nutzung nicht mehr überein. Das Wohngebäude an der Vorstettlistrasse soll daher von der Landwirtschaftszone in die Wohnzone W2a eingezont werden.

Insgesamt sollen drei Flächen eingezont werden

Die Dringlichkeit, diese Einzonung vorgängig zur Ortsplanungsrevision durchzuführen, besteht darin, dass der Bauherr mit den zwei Wohnungen die maximale Wohnfläche, welche in der Landwirtschaftszone im vorliegenden Fall realisierbar ist, ausgeschöpft hat. Ein Ausbau des Dachgeschosses ist daher ausserhalb der Bauzone nicht möglich. Dieser Ausbau sei aber zwingend erforderlich, damit Mieteinnahmen generiert werden können, welche den ursprünglich mit dem Brand erlittenen finanziellen Verlust decken und die Rente des pensionierten Landwirts sicherstellen.

Die Teilzonenplanänderung betrifft nicht nur das Areal rund um das neue Wohnhaus (rund 900 Quadratmeter. Gleichzeitig soll auf der gegenüberliegenden Strassenseite die Parzelle GB Nr. 990 mit einer Fläche von 440 Quadratmetern ebenfalls in die Bauzone eingezont werden. Die heutige Nutzung der Fläche entspricht derjenigen eines Gartens innerhalb der Bauzone.

Und drittens soll die Parkplatzfläche der anschliessenden Parzelle GB Nr. 1046 eingezont werden. Gemäss rechtskräftigem Bauzonenplan ist nicht die gesamte Parzelle GB Nr. 1046 in die Bauzone eingezont. Der bestehende Parkplatz im östlichen Bereich der Parzelle richtet sich nicht nach der Zonenabgrenzung, sondern orientiert sich an der Parzellengrenze. Mit dem Teilzonenplan soll die verbleibende Fläche von 214 Quadratmetern ebenfalls der Bauzone zugewiesen und die Situation bereinigt werden.

Günsberg will unbelastet in Ortsplanungsrevision

Laut dem kantonalen Amt für Raumplanung kann die Einzonung grünes Licht erhalten. Es brauche keine Kompensation. Unterschiedlicher Auffassung ist man aber in Bezug auf die Anrechnung der Einzonung in der folgenden Ortsplanungsrevision. Gemäss vorläufiger Auffassung des Amtes ist es unwahrscheinlich, dass in der Gemeinde Günsberg ein Bedarf für neue Bauzonen besteht, was eine Ausscheidung neuer Bauzonen in der anstehenden Ortsplanungsrevision kaum ermöglichen würde.

In diesem Fall müsste die mit dem Teilzonenplan vorgenommene Einzonung beim Handlungsspielraum von 0,5 Hektaren im Rahmen der Ortsplanungsrevision in Abzug gebracht werden. Die Gemeindebehörden sehen das anders. Aus ihrer Sicht müsste diese mittels Teilzonenplan vorgängig zur Ortsplanungsrevision getätigte Einzonung nicht bei einem allfälligen Handlungsspielraum von 0,5 Hektaren in Abzug gebracht werden. Das ist insofern wichtig, weil die Behörden die Einzonung von zwei Reservezonenflächen (mit Kompensation) planen, die zusammen mit den neu eingezonten Flächen im Vorstettli insgesamt rund 0,75 Hektaren ausmachen und damit den Handlungsspielraum klar überschreiten. Müsste die Neueinzonung im Vorstettli nicht dazugezählt werden, hätten die Behörden grössere Chancen, dass die Reservezonen zur Bauzone eingezont werden könnten.

Die Mitwirkungsfrist zur Teilzonenplan-Änderung Vorstettli ist abgelaufen. Gemeindepräsident Rolf Sterki kann noch nicht definitiv sagen, ob Mitwirkungsbeiträge eingegangen sind.

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