Sie hätte gerne verkündet, dass Biezwil endlich wieder in den guten Zahlen sei, sagte Gemeindepräsidentin Rita Mosimann. «Aber wir sind dem Ziel immerhin schon etwas näher, denn der Verlust ist nicht so gross wie auch schon». Mit 584'600 Franken oder 43 Prozent schlägt die Bildung im Aufwandbereich am stärksten zu Buche, gefolgt von der sozialen Sicherheit mit rund 224'000 Franken. Auf der anderen Seite machen mit 81 Prozent aller Einnahmen, was 1,17 Mio. Franken entspricht, die Steuern den grössten Brocken der Erträge aus. «Mit den Steuern fällt oder steht die gesamte Rechnung», sagte Finanzverwalter Heinz Schaad.

Biezwil verzeichnet in diesem Bereich relativ hohe Schwankungen, da die Bucheggberger Gemeinde über viele Eigenheime verfügt, welche bei Investitionen Steuerabzüge geltend machen können. Dies falle dann aufgrund der fehlenden Industrie besonders stark ins Gewicht, erklärte Schaad weiter. Somit resultiert ein Aufwandüberschuss von 17 416. Das Ergebnis fällt immerhin besser aus, als im Budget 2017 vorgesehen, wo mit einem Minus von 21 581 Franken gerechnet wurde.

Die Spezialfinanzierung Wasserversorgung schliesst mit einem Ertragsüberschuss von 8562 Franken ab. Auch die Abwasserbeseitigung verzeichnet, dank gestundeten Erschliessungsbeiträgen, ein Plus von 14'605 Franken ab. Das Sorgenkind ist hingegen die Abfallbeseitigung, welche mit einem Aufwandüberschuss von 3896 Franken erneut im Minus abschliesst. Dadurch erhöht sich der Bilanzfehlbetrag der Abfallbeseitigung auf 7841 Franken.

Gemäss Budget waren Investitionen in der Höhe von 75'000 Franken vorgesehen. Die Investitionsrechnung 2017 weist Ausgaben von 36'741 Franken und Einnahmen von 36'921 Franken aus. Die Abweichung gegenüber dem Budget 2017 basiert hauptsächlich auf der noch nicht realisierten Drainagensanierung von 60'000 Franken sowie Einnahmen gestundeter Erschliessungsbeiträge aus dem Jahre 1997 im Betrag von 36'921 Franken. Die Jahresrechnung 2017 wurde von den 24 Stimmberechtigten einstimmig gutgeheissen.

Gebühr neu pro Haushalt

Um das Problem der defizitären Abfallbeseitigung in den Griff zu bekommen, hat sich die Umweltkommission mit der Thematik beschäftigt. «Mit dem Jahresergebnis 2017 wurde die Situation nicht entschärft, sondern verschärft», sagte die zuständige Gemeinderätin Marlise Tüscher. Die drei grössten Kostenträger entfallen auf den Hauskehricht, ein «Mischmasch» bestehend aus Alteisen, Papier und Glas sowie den Grünabfall.

Besonders Letzteres ist seit Jahren stark am Steigen. Momentan verlangt die Gemeinde für die Abfallentsorgung pro Einwohner 80 Franken. «Würden wir am Modell sowohl organisatorisch wie auch finanziell nichts ändern, dann müssten wir mit dem Betrag so oder so rauf, und zwar auf die Grössenordnung 108 Franken pro Person», erklärte Tüscher. Somit könnte das Defizit innerhalb von drei Jahren abgebaut werden.

Dadurch wäre zwar das finanzielle Problem vorerst gelöst, aber nicht das organisatorische. Die Umweltkommission schlägt daher vor, dass die Grundgebühr nicht mehr pro Einwohner, sondern pro Haushalt erhoben wird. Die Grundgebühr soll Eisen, Blech, Papier und Glas auf der einen Seite und den gesamten Hauskehricht auf der anderen Seite enthalten. «Weiter möchten wir das komplette Häckseln sowie 20 Prozent von den Grünabfällen aus Solidarität hineinnehmen», erklärte Tüscher.

Das bedeutet, dass für einen 1-Personen-Haushalt neu 110 Franken anfallen, für einen 2-Personen 190 Franken und für einen Mehrpersonen-Haushalt 270 Franken. Wobei dem Gemeinderat hierbei ein gewisser Spielraum gelassen werden soll. Dafür soll bei der Grünabfuhr, anstelle der bisherigen zentralen Sammelstelle, alle 14 Tage ein Haus-zu-Haus-Turnus stattfinden.

Einwohner Karl Mosimann plädierte dafür, dass in den Bereichen Häckseln und Alteisen im Gegensatz zu einer Grundgebühr das Verursacherprinzip zum Tragen kommen sollte, und beantragte dementsprechende Gegenanträge. In beiden Fällen folgte die Versammlung jedoch dem Anliegen der Kommission und des Gemeinderates.