Recherswil

Ab Winter ist es im Quartier nicht mehr finster

Die Strassenlampen in Recherswil leuchten künftig etwas weniger hell.

Die Strassenlampen in Recherswil leuchten künftig etwas weniger hell.

Statt die Strassenbeleuchtung abzuschalten, wird sie in Recherswil gedimmt. Das freut die Bewohner in den Quartieren.

«Wir wollen von der kommenden Winterzeit an Erfahrungen sammeln, wie ein Dimmen der Strassenbeleuchtung auf 50 Prozent von der Bevölkerung angenommen wird», lautet der Tenor des Gemeinderats Recherswil.

Verzichtet wird auf eine Nachtabschaltung in den Quartieren, aber auch auf die vorgeschlagene Senkung der Lichtausbeute auf 30 Prozent. Denn immerhin würde ein Umrüsten der 82 Kandelaber der Strassenbeleuchtung der ersten Etappe auf dreistufige Dimmung über 11 000 Franken kosten. «Ob 50 oder 30 Prozent Energie wird überhaupt nicht wahrgenommen und erbringt nur eine Einsparung von 400 Franken jährlich», gab Gemeinderat Daniel Murer auch die Amortisationszeit dieser Investition von 25 Jahren zu bedenken.

Der durch Gemeindepräsident Hardy Jäggi modifizierte Antrag der Baukommission, die Strassenbeleuchtung in Quartieren und auf Hauptverkehrsachsen in der Zeit von 23 bis 5 Uhr einheitlich auf 50 Prozent zu belassen, fand im Rat einhellige Zustimmung.

«Vereine sind uns wichtig»

Über die beiden Traktanden «Jugend- und Vereinsbeitrag» informierten Yvonne Luginbühl als Präsidentin der Kulturkommission (KuKo) und Peter Christen als Ressortchef. Einstimmig unterstützte der Rat ihren Antrag, dass Vereine, die Kinder und Jugendliche im Alter von 6 bis 16 Jahren ausbilden und fördern, mit einem Beitrag von je 20 Franken unterstützt werden.

Im Grundsatz hielt der Rat fest, dass nur für einheimische Kinder dieser feste Betrag ausgerichtet wird. Auswärtige Vereine, die Nachwuchs aus Recherswil betreuen, sollen mit Sponsorengeldern für Anlässe entschädigt werden. Für Gesuche wurde auf Vorschlag Luginbühls der Monat Oktober festgelegt, um Namenslisten mit Jahrgangsangabe an die KuKo einzureichen.

Die Wertschätzung der örtlichen Vereine will der Gemeinderat mit der Anhebung des bisherigen Sockelbeitrags von 300 auf 500 Franken verdeutlichen. Zusätzlich ausgerichtet wird ein Beitrag, mit dem die Gemeinde besondere Aktivitäten zugunsten der Bevölkerung gemäss fairem Verteilschlüssel honoriert. Einstimmig entschied sich der Rat hier für eine zusätzliche Entschädigung von 500 Franken. Eine Neuordnung ihrer kommunalen Zuwendungen erfährt die Musikgesellschaft, die bisher mit jährlich 5000 Franken unterstützt wurde.

Sie erhält neu ab 2017 den üblichen Sockelbeitrag und den zusätzlichen Bonus für alle musikumrahmten Anlässe wie Empfänge von eidgenössischen Festen, Seniorenfahrt, Jubilarenständli, Spatenstiche und Einweihungen. Der Auftrag zur musikalischen Umrahmung kann von Fall zu Fall auch an andere Recherswiler Vereine vergeben werden. Betont wurde auch ein «gewisser Spielraum» für die KuKo, die eine Vergütung nach Aufwand kalkulieren kann.

Die schimmelnden Akten

Dem Schimmelpilz im Archiv der Gemeinde soll zu Leibe gerückt werden. Dies soll möglichst noch vor den im Herbst beginnenden Umbauarbeiten am Gemeindehaus und der gleichzeitig geplanten Sanierung des Archivraums im Keller geschehen. Verbunden damit wird in Form einer «Triage» eine genaue Sichtung und teilweise auch Vernichtung nicht mehr benötigten Archivmaterials.

Eingeholt wurden drei Offerten von Spezialunternehmen, die auf die Bekämpfung von Schimmelpilz auf Papier-Dokumenten spezialisiert sind. Die Preisspanne lag von fast 136 000 bis 15 000 Franken himmelweit auseinander, nachdem die drei Firmenvertreter das Archiv besichtigt hatten. Beim günstigsten Angebot handelt es sich um eine Firma aus dem nahen Süddeutschland, deren Eigentümerpaar für die Arbeiten hier wohnen und nicht täglich pendeln will wie die Mitarbeitenden der beiden Schweizer Unternehmen.

Die Entscheidung angesichts des «verheerenden Preisunterschieds» bereitete dem Gemeinderat in vielerlei Hinsicht «Bauchweh». Deshalb wird der Gemeindepräsident nochmals aktuelle Referenzen, die eingeräumte Garantie und die zeitnahe Verfügbarkeit der Anbieter prüfen. Der Gemeinderat entscheidet danach auf dem Zirkularweg oder an der nächsten Sitzung.

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