Aeschi

Ab Mozarts Klavierkonzert liefs rund

Die MG Etziken in der Kirche Aeschi

Die MG Etziken in der Kirche Aeschi

Die Musikgesellschaft Etziken lud zu einem Konzert in die Kirche von Aeschi ein.

Die Etziker servierten ihr Kirchenkonzert in Aeschi in drei Teilen. Den ersten brauchten sie noch, um sich in der sehr schwierigen Akustik der Kirche zurechtzufinden. Das war im «Intermezzo» von Stefan Schwarz schon noch spürbar. Geholfen dabei hat auch das sanft interpretierte «Panorama» von Rudolf Wyss. Ihm hätte das getragene Spiel gefallen. Dabei hätte er auch die Mittelstimmen, die ihm immer so wichtig waren, gehört. Die gefällige Komposition passt durchaus an Orte, die sich nicht mit dem Panorama von Günsberg, wo Wyss wohnte, vergleichen
lassen.

Nicht um einen gefälligen Ausblick, sondern um verführerische Düfte ging es im dritten Stück. Der Dirigent der Stadtmusik Bischofszell, Roger Ender, komponierte es zur Eröffnung der 14. Bischofszeller Rosen- und Kulturwoche im Juni 2015. «Rosenduft aus Bischofszell» verspricht sein Titel musikalisch. Die Interpretation der Etziker legte nahe, dass sie wohl eher die stark und dominant duftenden, meist tiefroten Rosen mögen.

«Concerto d’Amore» als Höhepunkt

Im zweiten Teil hatten sich die Musizierenden richtig gefunden. Sie begannen ihn mit einer Bearbeitung von Hans Auer-Ansbach über den zweiten Satz aus Wolfgang Amadeus Klavierkonzert Nr 21 C-Dur. Es ist eine der bekanntesten Mozart-Melodien. Sie bekam nach ihrer Verwendung im entsprechenden Film den Beinamen «Klavierkonzert Elvira Madigan».

Mit einer der schönsten Kompositionen von Jacob de Haan fand die Gesellschaft die passende Fortsetzung. Sie heisst «Concerto d’Amore», und genau so tönt sie auch. Die Musikantinnen und Musikanten mochten sie anscheinend auch. Den gleichen Eindruck bekam man auch vom «Canon in B-Dur» von Johann Pachelbel, den Steve Cortland für Blasorchester eingerichtet hat.

Dirigentenwechsel für die Zugabe

Ihren dritten Teil begannen die Etziker mit «The Second Waltz» aus Dimitri Shostakovitch’s zweiter Suite für Jazzorchester. Während das charakteristische Posaunen-Solo recht gut zu hören war, versank das Saxofon-Solo etwas in der Begleitung. Dafür war dann im folgenden Stück ein ausgiebiges, gut bewältigtes Solo auf dem Tenor-Saxofon zu hören. Alle, auch die Solistin Melanie Stampfli, blieben aber in der Kirche und nahmen den Titel «Over The Rainbow» nicht wortwörtlich. Die imposante Himmelserscheinung animierte Arluck Hyman unter dem Pseudonym Harold Arlen zu dieser Komposition. Die wiederum Warren Barker zu einem Arrangement für Blasorchester anregte.

Für das gefällige «Celtic Crest» von Christoph Walter als Zugabe stellte sich Vizedirigentin Gabi Dietrich ans Pult. Dirigent Ruedi von Arx schnappte sich dafür ihr sonst verwaistes Althorn. Ein solches spielt er als Musikant in einem anderen Verein. Mitspielen war für ihn somit ein Leichtes. Mit einer schön getragenen weiteren Zugabe war dann wirklich Schluss.

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