Mit Freude, aber auch einer Prise Wehmut erlebte das Publikum die 20. und letzte Aufführung von Kalmans Operette «Die Zirkusprinzessin». Bewundert wurde die Professionalität der Darbietung, die originelle Gestaltungslust, das musikalische Können von Solisten, Chören und Instrumentalisten und nicht zuletzt die Organisation für diesen Anlass mitten «auf der grünen Wiese» im Zirkuszelt im Aeschimoos.

Intendant und Produzent Hermann Gehrig stand am Mittwoch bereits wieder an der Spitze der Abbaumannschaft für die grosse «Materialschlacht» vor Ort.

Vorher fasste er die Eckdaten dieses aufwändigen Unternehmens zusammen: Das Monti-Zirkuszelt mit 600 Plätzen und einem Manegedurchmesser von 14 Metern wurde extra für die 20 Aufführungen aufgebaut, ebenso zwei weitere Zelte mit Ausrüstung für die Gastronomie, ein gemütlicher Aussenplatz und ein Zelt als Künstlergarderobe sowie ein Sanitärbereich.

Operette Zirkuszelt Probe

In diesem Zelt fanden die Aufführungen statt.

Operette Zirkuszelt Probe

Elektrizität und Wasser lieferten eigens gelegte Leitungen der AEK aus Burgäschi. Im Einsatz standen 50 Helferinnen und Helfer, ein 20-köpfiges Gastroteam, 30 Chormitglieder, in wechselnder Besetzung 35 Angehörige des Orchesters unter der Leitung von Reimar Walthert, 16 Solistinnen und Solisten und schliesslich 10 Fachleute für Produktion und Bühneninfrastruktur.

Lohnende Arbeit – viel Erfolg

«Verschiedenste Rückmeldungen aus dem Publikum sprechen uns viel Bewunderung und Lob aus», betont Gehrig, der sich selbst am positiven Gesamteindruck dieses durch seine Tochter Melanie Gehrig inszenierten Werks freut. «Es glückte uns offenbar, die grundlegende Idee des Stücks, die heitere Zirkusatmosphäre, bis zur Dernière zu vermitteln.»

Um dem Publikum den ausgefallenen Spielort zu bieten, entstanden erhöhte Kosten, die im Vergleich zu den Vorjahren, zu einer leichten Anhebung der Eintrittspreise führten. «Blitzartig ausgebucht waren stets die Logenplätze.» Gehrig vergleicht das Ticketkostenniveau mit anderen Musikereignissen: «Wo sonst erlebt der Besucher ein voll ausgebautes Orchester mit Berufsinstrumentalisten, Singstimmen von hoher Qualität und dieses zauberhafte Ambiente innerhalb einer Konzertdauer von mehr als drei Stunden zu Platzpreisen von 25 Franken aufwärts?»

8500 Zuschauer besuchten die Konzerte, bei 600 Plätzen pro Vorstellung ergibt dies eine Auslastung von 68 Prozent oder durchschnittlich 400 Besucher pro Anlass. Damit ist Hermann Gehrig einigermassen zufrieden. «Es hätten aber durchaus noch mehr Zuschauer kommen können.» Interessant sei, dass in der zweiten Spielhälfte mehr Publikum nach Aeschi kam, als noch Anfang Juni. (Mitarbeit: rm)