Biberist

80 Prozent des Stromverbrauchs deckt Mondaine jetzt selbst – neuer CEO vorgestellt

Mondaine aus Biberist hat eine 800 Quadratmeter grosse Solaranlage auf dem Firmendach installieren lassen. Damit kann durchschnittlich 80 Prozent der benötigten Energie produziert werden.

Die Uhrenfirma Mondaine ist seit vielen Jahren mit der Region verbunden. 2009 bezog das Familienunternehmen seine neue Produktionsstätte am Hunnenweg in Biberist. Genau zehn Jahre später hat Mondaine auf dem Dach des Gebäudes eine 800 Quadratmeter grosse Solaranlage mit 480 Solarpanels erstellen lassen. Mit dieser Anlage kann die Firma rund 80 Prozent ihres jährlichen Energiebedarfs decken. Mondaine bezeichnet sich selbst als «Branchenprimus beim Thema Nachhaltigkeit» und lud deshalb zu einer Pressekonferenz.
Recycling ist in der Firma selbstverständlich

Mondaine wurde von Erwin Bernheim gegründet. Seine Söhne André und Ronnie haben das Familienunternehmen übernommen. «Von meinem Vater habe ich etwas gelernt», so André Bernheim an der Pressekonferenz. «‹Nein› ist keine Antwort.» Man könne immer noch besser werden. In diesem Sinn versuche Mondaine, sich ständig weiter zu entwickeln. Recycling von Müll, Karton oder Papier sei innerhalb des Betriebes eine Selbstverständlichkeit. Mitarbeiter, die den öffentlichen Verkehr statt eines Autos nützen, bekommen einen ECO-Bonus. Die Solaranlage passe in die Strategie der Firma. Bernheim erklärte, dass Mondaine «klein, schnell und flink» sei. «Wir müssen nicht Rücksicht nehmen auf die Börse.»

Altmetall für Uhrengehäuse genützt

Offenbar kann man aber einem Trend auch zuvorkommen. Schon 1993 hat Mondaine Altmetall rezykliert und bis 1999 10 Tonnen zu neuen Uhrengehäusen verarbeitet. «Zu dieser Zeit wurde dies noch nicht verstanden und wir haben wieder damit aufgehört.»

Nachhaltigkeit bleibt aber auch in der Uhrenproduktion ein Thema. 2017 lancierte Mondaine die neue Kollektion «essence». Diese Uhr wird zu grossen Teilen aus erneuerbaren Rohstoffen hergestellt. Das Gehäuse besteht aus Rizinusöl (41 Prozent) und Glasfasern (30 Prozent). Der Rest sei nach wie vor aus fossilem Öl. «Da müssen wir noch besser werden.» Auch das Uhrenband wird zu grossen Teilen aus Rizinusöl oder aus rezyklierten Pet-Flaschen hergestellt. Verkauft wird die Uhr nicht wie gewohnt in einer dekorativen Schachtel, sondern in einer Verpackung, die später als Handyhülle genützt werden kann. Selbstverständlich ist auch diese zu 95 Prozent aus Pet hergestellt. Auch die Sonderedition «Gottardo 2016», die für die Eröffnung des Basistunnels lanciert wurde, setzte auf Recycling. Die Lünetten der auf 2016 Stück limitierten Ausgabe, wurden aus originalen Führerstandstüren einer Gotthard-Lokomotive Ae 6/6 gestanzt.

Rohstoffe im Kreislauf behalten

Ganz neu will Mondaine ab 1. Oktober alte Uhren entgegennehmen, diese in ihre Einzelteile zerlegen und sachgerecht entsorgen. Was noch weiterverwendet werden könne, werde auch hier rezykliert. «Wir haben uns entschieden, dass wir nicht nur unsere Uhrenmarken, sondern auch Metalluhren von anderen Anbietern annehmen.» Damit gehe Mondaine den Weg des Cradle-to-Cradle-Prinzip, was abgeändert heisst, dass Rohstoffe in einem Kreislauf gehalten, sprich sinnvoll wiederverwertet werden.

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