Deitingen

775-Jahr-Jubiläum wurde gebührend bis weit nach Mitternacht gefeiert

Die Deitinger feiert nach 25 Jahren wieder ein Dorffest. Und sassen auch dank des schönen Wetters lange zusammen.

Die Deitinger sind bekannt dafür, dass sie festen können. So wundert es nicht, dass am grossen Dorffest viele lange sitzen blieben und das laue Sommerwetter bis weit nach Mitternacht genossen. Dabei wurde viel gelacht und an den Jahrgängertreffen, die in das Dorffest integriert waren, wurden viele alte Geschichten erzählt. «Geschichten»: Unter diesem Motto stand auch der offizielle Festakt am Samstagnachmittag, der von Dani Fohrler moderiert wurde. Fohrler ist selbst ein Deitinger und im «Usego-Lädeli» aufgewachsen. Er kennt deshalb auch die Übernamen, die man den Deitingern gegeben hat. «Da viele den gleichen Nachnamen haben, brauchte man diese Übernamen, um die Familie auseinanderzuhalten.»

So bat Fohrler als Erstes gleich «den Spöner», Anton Kofmel auf die Bühne. Dessen Vater war Schreiner, dabei fliegen die Späne und daraus ergab sich der Name. Kofmel hat sich intensiv mit der Deitinger Geschichte der letzten 50 Jahre beschäftigt und diese in einer Festschrift niedergeschrieben. Dabei kommt auch der Deitinger Ehrenbürger Willi Ritschard vor, der seine 26 ersten Lebensjahre in Deitingen verbrachte und erst später nach Luterbach zog, wo er seine politische Karriere begann, die ihn bis in den Bundesrat führte.

Anton Kofmel erklärt Dani Fohrler und den Anwesenden, woher der Name Chäswil kommt

Anton Kofmel erklärt Dani Fohrler und den Anwesenden, woher der Name Chäswil kommt

Landammann Roland Fürst überbrachte die Grüsse der Regierung. «Als Gunzger liegt mir Deitingen nahe», erklärte er. Beide Gemeinden seien geschädigt durch die Autobahn. In beiden Gemeinden liege ein Autobahnkreuz in der Nähe und es gebe auch in beiden Orten Autobahnraststätten. «Trotzdem haben beide Ortschaften einen ländlichen Charakter und eine hohe Wohnqualität.»

Die Ansprache von Regierungsrat Roland Fürst zur Feier Deitingens

Die Ansprache von Regierungsrat Roland Fürst

Thematisiert wurde am Festakt auch das Verhältnis zwischen Einwohner- und Bürgergemeinde. Mit der Kiesgrube hat die Bürgergemeinde nämlich eine gute Einnahmequelle und hat so beispielsweise die Infrastruktur des Dorffestes gesponsert. «Auch sonst helfen wir immer wieder gerne», erklärte Bürgergemeindepräsident Martin Kofmel. Und Gemeindepräsident Bruno Eberhard meinte: «Die Deitinger haben einen guten Zusammenhalt. Nur dank unserer 34 Vereine konnten wir dieses Fest überhaupt durchführen.

Gemeindepräsident Bruno Eberhard (links), Bürgergemeindepräsident Martin Kofmel und Dani Fohrler zur 775-Jahr-Feier

Gemeindepräsident Bruno Eberhard (links), Bürgergemeindepräsident Martin Kofmel und Dani Fohrler zur 775-Jahr-Feier

Neben den Geschichten, Gesprächen und Reden war auch Unterhaltung angesagt. Slampoet Valerio Moser, dessen Grosseltern aus Deitingen sind, interpretierte sein Verhältnis zum Fussballclub Deitingen und erinnerte sich an Familienfeste im Dorf.

Der ganze Auftritt von Slampoet Valerio Moser am Fest in Deitingen

Der ganze Auftritt von Slampoet Valerio Moser am Fest in Deitingen

Der ganze Auftritt von Slampoet Valerio Moser und sein Verhältnis zum FC Deitingen.

Wunderbares Fest ohne negative Zwischenfälle

Ein durchwegs positives Fazit zieht OK-Präsident Stefan Stüdi. Er habe zwar nicht viel Schlaf bekommen in den beiden Dorffest-Nächten und seine Stimme sei ebenfalls verloren gegangen. «Aber es hat alles reibungslos funktioniert.» Hektisch wurde es laut Stüdi einzig während der Rangverkündigung der «schnäuschte Deitiger». Weil gleich anschliessend der offizielle Festakt war, gab es ein Gedränge im Zelt und viele beklagten sich darüber, dass es zu laut war und man die Reden nicht hörte. «Wir hatten auch Glück mit dem Wetter und es gab keinerlei unangenehmen Zwischenfälle.» Das sei bei geschätzten 1500 Festbesuchern schon nur am Samstag nicht selbstverständlich.

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