Spannung liegt in der Luft bei den letzten Proben in der Mehrzweckhalle Flumenthal. Die rund 100 Mitwirkenden sind hoch konzentriert «Wann sind wir dran», fragen die wild aussehenden Räuber betont mutig und kraftvoll, während die Wassertropfen in ihren glänzenden Gewändern wie auf Zehenspitzen vorbeihuschen.

Die Koala-Bären haben ihre Fellwesten noch nicht angezogen und warten geduldig auf ihren Auftritt im Bühnenspiel. Dessen Regie hält Theaterpädagoge Werner Panzer fest in Händen und legt Wert auf eine ausdrucksvolle deutliche Sprache. In wortlosem Einvernehmen befindet er sich mit der Lichttechnik und mit «Musikus» Ulrich Troesch, der ein 15-köpfiges Orchester um sich versammelt hat und immer bereit ist für die instrumentalen Einsätze in den zwölf Spielszenen.

Troesch setzt für die instrumentale Aufführung von «Das Geheimnis der Insel Lalmeon» interessante Instrumentierungen ein. Als dritter der hilfreichen «Paten» ist Bühnenausstatter Oskar Fluri mit dem schnellen Kulissenaufbau beschäftigt, worin er die beteiligten Lehrkräfte trainiert. Auch einer der beiden Köpfe des Schrecken einflössenden Ungeheuers muss dringend noch sicher befestigt werden.

Hauptakteure des Stücks sind Max, gespielt vom 13-jährigen Fabian, und Mira, gespielt von der 11-jährigen Kim. Beide sind längst textsicher und hoffen, dass sie alle Szenen überzeugend spielen. Es mache ihnen richtig Spass, die abenteuerliche Reise von Max und Mira darzustellen. Denn im Traum werden sie von Räubern festgehalten und von ihnen gezwungen, auf der entfernten Insel Lalmeon nach einem Schatz zu suchen. Dabei haben sie vielerlei Gefahren wie schnappende Krokodile, das erwähnte Ungeheuer und ein tiefes, ungestümes Meer zu überwinden. Doch auch Hilfe wird ihnen zuteil, wie sie nur in einem fantasievollen Märchenspiel möglich ist. Auf Lalmeon werden sie schliesslich von vielen Tieren und einer Zauberin empfangen, die das Geheimnis lüftet und als das friedliche Zusammenleben von Menschen und Tieren erklärt.

Freude an ihrer Mitwirkung bekunden auch die 14-jährige Saxofonistin Selina aus Niederwil und die 13-jährige Julie aus Flumenthal, die als Geigerin im Orchester der Kantonsschule mitspielt. «Zum Glück regelt Ulrich Troesch für uns die Absenz in der Schule.»

«Jetzt oder nie»

Schulleiterin Verena Wyss ist rundum zufrieden mit der vor einem halben Jahr getroffenen Entscheidung des Kollegiums, dieses Märchenspiel aufzuführen. Die Schule Flumenthal entspricht damit einer kantonalen Vorgabe, die Schulen verpflichtet, alle zwei Jahre ein stufenübergreifendes Projekt durchzuführen. «Wir hatten das grosse Glück, dass uns mit Panzer, Troesch und Fluri drei bekannte Fachleute ihrer Zunft zu Hilfe eilten.» Mit der Feststellung «Jetzt oder nie» habe sich die Schule gerne auf dieses Wagnis eingelassen, so Wyss.

MZH Flumenthal Do., 30. 6. und Fr., 1. 7., je 19 Uhr, Türöffnung 18.30 Uhr.