Selzach
6200 Zuschauer: Das Konzept der Sommeroper ging auf

Die zehn Vorstellungen von «L’elisir d’amore» der Sommeroper Selzach waren über 80 Prozent ausgelastet. Das Konzept der Selzacher Sommeroper funktioniere, meint die Produktionsleitung.

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Eingangsszene von «L’elisir d’amore»: die Saisonarbeiterinnen und -arbeiter des Reishofes singen von der Revolution.

Eingangsszene von «L’elisir d’amore»: die Saisonarbeiterinnen und -arbeiter des Reishofes singen von der Revolution.

Michel Lüthi

Mit einer leicht höheren Zuschauerzahl im Vergleich mit der letzten Inszenierung endet die Selzacher Sommeroper im ehemaligen Passionsspielhaus. 6200 Personen (plus 4 Prozent) besuchten die Oper «L’elisir d’amore» von Gaetano Donizetti.

Das entspricht einer Auslastung von gut 80 Prozent an den 10 Vorstellungen im zirka 700 Personen fassenden Passionsspielhaus. «Damit haben wir das Budget erreicht», sagt Co-Produktionsleiter René Gehri, der diese Funktion zusammen mit Pia Bürki wahrnimmt. «Die Aufwendungen können bezahlt werden.»

Die Besucher berappten mit ihren Eintritten gut die Hälfte des Budgets. Jeder Eintrittspreis musste demnach mit Subventionen und Sponsorenleistungen verdoppelt werden, damit die Rechnung aufging. Grösster Geldgeber ist der Kanton mit dem Lotteriefonds.

Sommeroper Selzach «l'elisir d'amore»
25 Bilder
Chefin Adina (Deborah Leonetti) liest
Währendessen pflücken die Feldarbeiterinnen Reis
Chefin Adina (Deborah Leonetti)
Der Mechaniker Nemorino (Dino Lüthy).
Der Padre (Konstantin Nazlamov)

Sommeroper Selzach «l'elisir d'amore»

Michel Lüthi

In einer Medienmitteilung bilanziert die Produktionsleitung: «Wir denken, dass das Publikum gerne wieder zu uns kommt.»

Einmal mehr habe das Konzept der Selzacher Sommeroper funktioniert, präzisiert Gehri. Er berichtet von anderen Sommerproduktionen, die, auch aus Wettergründen, was in Selzach mit dem Schauspielhaus kein Thema ist, eine Auslastung unter 40 Prozent erreichten und deshalb Gagen teilweise nicht ausbezahlen konnten. «Das prägt natürlich und darum ist es wichtig, dass das Konzept funktioniert.» Dieses stehe auf mehreren Pfeilern. Einerseits produzieren Menschen aus der Region etwas für Menschen aus der Region. Andererseits: «Wir wollen nicht Solisten oder Orchester einfliegen und teuer bezahlen.»

Im Vergleich zur letzten Sommeroper 2014 habe man bewusst wieder ein einfaches Stück gewählt. «Mit ‹Faust Margarete› des französischen Komponisten Charles Gounod wählten wir damals eine eher intellektuelle Inszenierung.»

Rückmeldungen aus dem Publikum veranlassten die Sommeroper-Verantwortlichen 2016 auf leichtere Kost zu setzen. «Mittlerweile haben wir eine gute Reputation, weil wir schönes Theater machen und bewusst auf provozierende Elemente verzichten.» Was bei einem Staatstheater Sinn mache, könne sich die Sommeroper nicht leisten. «Wir haben kein Eigenkapital im Rücken, das uns einen Zuschauerausfall ausgleichen könnte.»

Trotzdem zieht Selzach auch Opernkenner aus der Ferne an. «Sie wissen, dass in Opern im Sinne der Komposition gespielt werden, und dass dazu immer wieder etwas Neues entdeckt werden kann.» Die Sommeroper Selzach habe seit Beginn (1989 mit «Zauberflöte») eine klare Linie sowohl was die jeweils behutsam adaptierte Inszenierung als auch die immer überraschend originelle Ausstattung betrifft, betont Gehri. «Unsere ‹Selzacher Fassungen’ gelten längst als Garant für gute Unterhaltung gemischt mit kluger Interpretation.»

Grünes Licht für 2018

Das Feuer ist nicht erloschen. Die Zeichen stehen auf Grün, dass 2018 eine weitere Produktion das ehemalige Passionsspielhaus belebt, dessen Bühnentechnik rundum erneuert wurde. Zur Auswahl des neuen Stückes will Gehri nichts verraten. «Wir haben eine kleine Liste mit möglichen Kompositionen.»

2018 werden also wiederum 180 Menschen viel Freizeit in den Aufbau der Infrastruktur für die Sommeroper verwenden.