In seiner fast vierstündigen Budget-Beratung durchleuchtete der Gemeinderat Gerlafingen das von Finanzverwalterin Katalin Kulcsar erläuterte Budget auf mögliche Sparpotenziale. Der Aufwand in der Erfolgsrechnung von 39,5 Mio. konnte in der von Stefan Baschung, Präsident der Finanzkommission (FIKO), geleiteten Sitzung schliesslich um 63'505 Franken auf 39,4 Mio. Franken gesenkt werden. Zuvor hatte die FIKO alle Funktionen und Positionen separat nochmals «durchgekämmt», um in dem noch zu 20 Prozent durch die Gemeinde selbst bestimmbaren Haushaltsanteil überflüssige Ausgaben zu eliminieren.

Auch der Rat sah ein, dass mehr zu streichen nicht möglich ist. Zudem entsprach er dem Wunsch des Verbandes Solothurner Einwohnergemeinden und gewährte einen freiwilligen Beitrag in Höhe von 1.50 Franken pro Einwohner für die früher in der SAGIV zusammengefassten sozialen Institutionen. Die aufgespürte Aufwandminderung um 63'505 Franken betrifft Kosten für die Weiterbildung, Verbrauchsmaterial in Kindergarten und Werkhof sowie Ausgaben für Asylwesen/Integration.

Steuerfuss bleibt bei 130

Die Einnahmen im Finanzbereich (Steuern, Zinsen) werden für 2018 auf 17,43 Mio. Franken veranschlagt. Darin enthalten ist der Kantonale Lasten- und Finanzausgleich mit 4,13 Mio. Franken. Niemand stellte den Antrag auf Anhebung des Steuerfusses von jetzt 130 Prozent für beide Kategorien.

Die SVP allerdings schlug wie schon im letzten Jahr vor, die Beiträge an die Repla zur Unterstützung diverser regionaler Einrichtungen zu streichen. Mit 7 zu 3 Stimmen, bei einer Enthaltung, sah der Rat diese letztjährig von der Gemeindeversammlung genehmigte Verpflichtung aber als notwendig an. Der Personalaufwand beläuft sich laut Erfolgsrechnung auf rund 13 Mio., der betriebliche Ertrag auf 38,8 Mio. und der Aufwand insgesamt auf 39,2 Mio. Franken: Somit resultiert ein Minus in der Jahresrechnung von rund 484'700 Franken.

Hilft der Kantonsrat?

Netto-Investitionen sind geplant im Umfang von 2,57 Mio. Franken, die mehrheitlich durch Kredite finanziert werden müssen. Noch nicht gestrichen sind Beiträge für Arbeiten an Kantonsstrassen, weil erst die Entscheidung im Kantonsrat abgewartet wird zur «Rückwirkungsklausel» sprich Reduzierung kommunaler Beiträge zur Sanierung kantonaler Strassen; in Gerlafingen betrifft dies die Kriegstettenstrasse mit einer möglichen Beitragsverringerung von 720'000 auf 380'000 Franken.

Gemäss Antrag des früheren FIKO-Präsidenten Werner Rutsch verabschiedete der Rat den Haushaltsentwurf mit den getroffenen kleinen Änderungen zuhanden der Gemeindeversammlung am 13. Dezember.