Langendorf

«47, 53, Lotto im Säli» – Ein geselliger Abend in Langendorf

Wenn die Abende länger werden, beginnt die Zeit der Lottomatches. Dieses Spiel ist für viele Vereine noch immer eine der Haupteinnahmequellen. Auch für die Concert Band Langendorf. – Wir machten mit.

Mit dem Herbst beginnt auch die Lottomatch- Saison. Derzeit kann man an vielen Orten sein Glück versuchen und um viele schöne Preise spielen. Auch die Concert Band Langendorf (CBL) organisiert jedes Jahr einen Lottomatch; eine Tradition der Musikgesellschaft.

In den Vereinschroniken steht, der erste Lottomatch hätte schon im Jahre 1946 stattgefunden, informiert Doris Steuer, Präsidentin der Concert Band. Dieses Jahr wird im Restaurant Pizzeria Traube Lotto gespielt.

Es ist acht Uhr und die meisten Gäste haben ihren Platz in der «Traube», in gespannter Erwartung auf die erste Runde Lotto, schon gefunden. Als total unerfahrene Lotto-Spielerin betrete ich komplettes Neuland.

Am Eingang gibt es Jetons oder Tageskarten zu kaufen. Ich entscheide mich für 11 Jetons, bezahle 40 Franken und begebe mich in den zweiten Saal des Restaurants, denn es wird in drei Räumen gespielt: im Restaurant, im Saal und in der Kegelbahn.

Ich setze mich an einen langen Tisch und muss ziemlich verloren aussehen, denn innerhalb von zwei Minuten steht schon Andreas Willimann neben mir. Er ist Mitglied beim Verein und an diesem Abend für die Betreuung der Spieler an meinen Tisch zuständig. Gott sei Dank! Innerhalb von ein paar Minuten hat er mir die Lotto-Regeln erklärt und kassiert gleich den ersten Jeton von mir. Und jetzt gehts los!

In jedem Raum steht jemand mit einem Mikrofon, denn die Zahlen werden im Restaurant ausgerufen. Es geht Schlag auf Schlag und ich habe anfangs Mühe, die Zahlen auf den Kärtchen überhaupt zu finden. Andy hilft zum Glück beim Suchen, und so schlage ich mich ganz gut. «Das geht mir zu schnell. Bin wohl zu alt für so etwas», meint mein Sitznachbar im grünen Pullover und lacht.

«Lotto!» Die Dame mit dem Mikrofon ruft: «Lotto im Saal!» Zügig werden die Zahlen wiederholt und so kontrolliert, und der erste grosse Geschenkkorb geht an den Nachbartisch. Man freut sich, denn schon lockt der nächste Preis: eine grosse Salami.

Beim Verkünden der Zahlen ist es still im Restaurant. Hier und da ist ein freudiges Murmeln oder ein enttäuschtes Seufzen zu vernehmen. Mir gegenüber sitzt ein junges Pärchen. Die junge Frau hat bereits einen Geschenkgutschein einer Metzgerei in Wert von 70 Franken gewonnen, ihr Freund eine Flasche Wein.

Der sogenannte «Super-Gang» wird angekündigt. Andreas erklärt, was das ist. Es gibt einen Super-Preis zu gewinnen, ein Mountain Bike. Das Pärchen unterhält sich aufgeregt, da eine Karte des jungen Mannes nach zehn Minuten schon fast voll ist.

«Jetzt noch die 47, bitte», sagt er und zwinkert seiner Freundin zu. «47!» tönts aus dem Mikrofon. Nur noch die 53 ist auf seiner Karte unbedeckt. «53!», wird ausgerufen. Man glaubt es kaum.

Beide rufen im Duett: «Lotto!» Der Super- Preis geht an diesen Glückspilz, den 19-jährigen Moreno Blum. «So, damit habe ich die 80 Franken wieder reingeholt», sagt er und grinst.

Vereinspräsidentin Doris Steuer erklärt, dass man die Preise vor allem bei den Sponsoren zu kaufen versucht. «Auf diese Art und Weise können wir ihnen Danke sagen», ergänzt sie.

Um zehn Uhr ist für mich Schluss, ich verlasse die «Traube». Ohne Gewinn, aber um eine Erfahrung reicher.

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