«Das Geschäft ist von Anfang an in die Hosen gegangen», enervierte sich Brigitte Danz (CVP). Als sie dies sagte, war schon klar, dass das Traktandum Grundsatzentscheid Arbeitszeiterhöhung zurückgewiesen wird. Hauptgrund für die Zurückweisung: die Verwaltung hat den Auftrag des Gemeinderates nicht umgesetzt. Der Auftrag lautete, zwei Varianten zur Abgeltung der Erhöhung der Arbeitszeit von 40 auf 42 Stunden beim öffentlich-rechtlichen Personal auszuarbeiten. Die eine Variante soll eine reine Abgeltung mittels Lohnanpassungen beinhalten, die andere Variante soll eine Abgeltung unter Einbezug der Lohnnebenleistungen vorsehen. Die Verwaltung präsentierte aber einen Beschlussentwurf mit Beibehaltung der 40-Stunden-Woche und einen mit einer Erhöhung um 2 Stunden.

Unterschiedliche Arbeitszeit

Auslöser für die vom Gemeinderat angestrebte Erhöhung ist die Übernahme des Personals der Kinderbetreuung, das 42 Stunden pro Woche arbeitet. Der Rat beschloss im April die Erhöhung und die Ausarbeitung der oben genannten zwei Varianten. Eine 40-Stunden-Woche sei nicht mehr zeitgemäss, die Mitarbeitenden umliegender Gemeinden und des Kantons kennen auch nur die 42-Stunden-Woche. Die Gemeindepräsidentin Silvia Spycher (FDP) suchte das Gespräch mit den betroffenen Mitarbeitenden, die sich klar für die Beibehaltung der 40-Stunden-Woche aussprachen. In den Diskussionen von ihr mit der federführenden, vorberatenden Verwaltungskommission konnte aber keine Einigung erzielt werden. Deshalb soll der Gemeinderat (erneut) entscheiden, so Spycher.

Bevor Silvia Spycher, ebenso wie das anwesende Verwaltungspersonal in den Ausstand ging, erklärte sie nochmals, dass die Mitarbeitenden keine Forderung gestellt hätten. «Sie wollen einfach weiterhin 40 Stunden bei gleichem Lohn arbeiten.» Sie unterstütze dieses Anliegen, weil sie die Arbeit der Verwaltung sehr schätze, bat sie eindringlich um die Beibehaltung der bisherigen Regelung für das Verwaltungspersonal.

Vizegemeindepräsident Thomas Studer (CVP) übernahm den Vorsitz und sprach von einer angespannten Lage und komischen Stimmung. «Dabei haben wir keine Probleme mit den Mitarbeitenden, sondern einfach den Zustand, dass unterschiedliche Stundentafeln gelten.» Christoph Scholl (FDP) ärgerte sich über die vorliegenden Antragsvarianten, habe doch der Gemeinderat bereits eine Erhöhung um 2 Stunden beschlossen. Er schlage Zurückweisung des Geschäftes vor. «Die Verwaltungskommission soll auf Basis der 42-Stunden-Woche Gespräche führen und eine gütliche Einigung mit allen Beteiligten suchen. Das wäre die eleganteste Lösung.» Studer entgegnete, dass ursprünglich der Gemeinderat die 40-Stunden-Woche eingeführt hatte. «Diese Arbeitszeit gilt. Wir haben als Gemeinde die Kitageschichte übernommen, und in der Regel sollten dann dort die gleichen Bedingungen gelten wie in der Gemeinde. Es kann nicht umgekehrt laufen.» Er sei auch für Zurückweisung, aber nicht auf Basis der 42-Stunden-Woche. Doch mit dieser Ansicht war er im Gemeinderat so ziemlich alleine. Carmen Zeller (SP) forderte ebenso eine Erhöhung wie Hans-Peter Hadorn (CVP) und weitere Sprecher. Der Antrag, auf Basis einer 42-Stunden-Woche eine Variante auszuarbeiten, wurde trotzdem einstimmig angenommen, weil Thomas Studer erreichte, dass der Passus, es soll «eine ausgewogene Lösung» vorgelegt werden, im Antrag aufgenommen wurde.