Asylunterkunft Biberist
31 Flüchtlinge aus Syrien neu in Biberist angekommen

Die 19 Erwachsenen und zwölf Kinder werden neben einer medizinischen und psychologischen Betreuung in den nächsten zwei Jahren ein intensives Integrationsprogramm durchlaufen.

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Die Flüchtlinge sind teilweise stark traumatisiert, körperlich behindert oder haben besonderen medizinischen Behandlungsbedarf.

Die Flüchtlinge sind teilweise stark traumatisiert, körperlich behindert oder haben besonderen medizinischen Behandlungsbedarf.

Keystone

In der Asylunterkunft in Biberist sind heute, 31 Flüchtlinge aus Syrien eingetroffen. Das Hochkommissariat der Vereinten Nationen für Flüchtlinge (UNHCR) hat die Flüchtlinge zusammen mit dem Staatssekretariat für Migration (SEM) im Rahmen des Neuansiedlungs-programms anhand strikter Kriterien ausgewählt.

Nach dem rund dreiwöchigen Aufenthalt im Empfangs- und Verfahrenszentrum des Bundes sind die 31 Flüchtlinge in die kantonale Asylunterkunft in Biberist umgezogen. Die 19 Erwachsenen und zwölf Kinder mit syrischer Herkunft wurden vom UNHCR für die zweite Gruppe im Kanton Solothurn ausgewählt. Die Flüchtlinge sind teilweise stark traumatisiert, körperlich behindert oder haben besonderen medizinischen Behandlungsbedarf.

Rasche Integration dank individuellem Coaching

Das Verfahren um Anerkennung als Flüchtling wurde durch das UNHCR und das SEM direkt vor Ort, bzw. durch Videobefragungen, durchgeführt. So bekamen die Flüchtlinge bereits vor der Einreise in die Schweiz den Status B als aner-kannte Flüchtlinge. Während zwei Jahren werden die Flüchtlinge mit einem individuellen Coaching in ihrer Integration gefördert und gefordert. Hierbei werden verschiedene Ziele in den Bereichen Bildung und Arbeit, Schule, Sprache, Gesundheit und soziale Integration verfolgt. So sollen beispielweise erwerbs-fähige Flüchtlinge möglichst rasch in den ersten Arbeitsmarkt oder das Berufsbildungssystem integriert und schulpflichtige Kinder eingeschult werden. Obwohl die Integration in einer ersten Phase in den Kantonen und in einer zweiten Phase in den Gemeinden erfolgt, wird das Pilotprojekt durch das SEM finanziert.

Integrationsarbeit

Die Aufnahme der 31 Flüchtlinge findet im Rahmen eines Pilotprojekts des Bundes im Bereich Resettlement statt. Innerhalb der dreijährigen Pilotphase nimmt die Schweiz 500 Flüchtlinge auf. Als Pilotkanton hat der Kanton Solothurn Ende 2013 die erste Gruppe von 30 Personen aufgenommen. Neben der humanitären Hilfe verfolgt der Kanton Solothurn mit dem Resettlement-Projekt auch das Ziel, Erfahrungen für das zukünftige Integrationsangebot im ganzen Kanton zu gewinnen. So bringt das Pilotprojekt dem Kanton Solothurn auch längerfristig den Nutzen, Flüchtlinge erfolgreicher zu integrieren. Mit der ersten Gruppe konnten bereits wertvolle und positive Erfahrungen gemacht werden. Die Gruppe hat grösstenteils bereits gut Deutsch gelernt und ein Teil befindet sich jetzt in der Arbeitsmarktintegration. Die Kinder haben viele Visionen und klare Vorstellungen, was sie einmal erreichen wollen.

Auswahl der Flüchtlinge nach strikten Kriterien

Zusammen mit dem UNHCR wählt das Staatssekretariat für Migration (SEM) die Resettlement-Flüchtlinge aus. Hierbei kennt einerseits das UNHCR diverse Kriterien und andererseits hat auch die Schweiz die Auswahl priorisiert. Kriterien für die Auswahl seitens UNHCR sind beispielsweise ein besonderes rechtliches und physisches Schutzbedürfnis, besonderen medizinischen Behandlungsbedarf, Opfer von Gewalt und Folter oder Personen, die keinerlei Perspektive auf Eingliederung im derzeitigen Aufenthaltsstaat mehr haben. Das SEM setzt zudem unter anderem eine Quote von 40 bis 60 Prozent Frauen- oder Mädchenanteil voraus und verlangt den Integrationswillen der Flüchtlinge. Obwohl die Integration in einer ersten Phase in den Kantonen und in einer zweiten Phase in den Gemeinden erfolgt, wird das Pilotprojekt durch das SEM finanziert.