Rüttenen
30 Jahre lang auf eine Lösung für das Grundstück gewartet

Informationsanlass zum Gestaltungsplan «am Bach» auf dem Grundstück an der Hauptstrasse 64 im Zentrum Rüttenens.

Urs Byland
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1 Aktuelle Situation Hauptstrasse 64 in Rüttenen
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2 Aktuelle Situation Hauptstrasse 64 in Rüttenen
Gestaltungsplan «am Bach»in Rüttenen
Geplant sind zwei Bauten, die sich beim Eingangsbereich berühren. Die Bäume entlang des Chesselbachs bleiben bestehen, im Norden werden neue gepflanzt.
Modell der beiden Neubauten zum Gestaltungsplan am Bach
Modell der beiden Neubauten zum Gestaltungsplan am Bach

1 Aktuelle Situation Hauptstrasse 64 in Rüttenen

Urs Byland

Seit je her verfällt an der Hauptstrasse 64, östlich vom heutigen Volg, ein altes Haus. Es liegt im Vorstettli, am dort offen geführten Chesselbach. Vor einem Jahr erfolgte eine Handänderung.

Die neue Besitzerin hat das Architekturbüro Flury und Rudolf Architekten mit der Ausarbeitung eines Gestaltungsplanes beauftragt. Dieser ist für diese Liegenschaft zwingend, liegt sie doch nicht nur zentral im Dorf.

Die Gemeinde hat auch ein grosses Interesse, dass die Fusswegverbindung über die Hauptstrasse nördlich des Gebäudes sicherer wird. Heute stösst das Gebäude mit einer Ecke beinahe an die Hauptstrasse. Wer den Fussgängerstreifen über die Hauptstrasse nutzt, hat vor dem alten Haus kaum Platz.

An einer Informationsveranstaltung in der alten Turnhalle informierte Pius Flury die 30 Interessierten über die Absichten der Liegenschaftsbesitzerin und den Gestaltungsplan. Er habe schon vor 30 Jahren einen Sanierungsprojekt für die Liegenschaft Hauptstrasse 64 erstellt, der aber nicht ausgeführt wurde. Seither liege das das Land brach und das Haus verfalle.

Bonus für Ausnützungsziffer

Das 1724 Quadratmeter grosse Areal liegt in der Kernzone. Erlaubt sind 2 Geschosse und allenfalls ein Attikageschoss. Die Ausnützungsziffer von 0,6 erhöht sich mit dem Bonus für den Gestaltungsplan um 20 Prozent auf 0,72, was eine maximale Bruttogeschossfläche von 1241 Quadratmeter ergibt.

Im Süden befindet sich eine Parzelle, welche der Bürgergemeinde Langendorf gehört, die dort eine Pumpstation für ihr Quellwasser betreibt. Der Perimeter des Gestaltungsplans umfasst beide Parzellen.

Pius Flury erklärte die besondere Lage des alten Gebäudes, welches wie die Nachbargebäude direkt an die Hauptstrasse stösst. Der Kanton habe darauf tendiert, dass die Gestaltungslinie beachtet wird, dass heisst, dass auch der Neubau wieder möglichst nahe an die Hauptstrasse zu liegen kommt. «Wir wollten aber zugunsten der Fusswegverbindung etwas von der Hauptstrasse wegrücken. Aber auch nicht zu sehr, damit die Staffelung der Gebäude erhalten bleibt», so Flury.

Zwei ganz verschiedene Gebäude

Die neue Bebauung des Areals sieht zwei Bauten vor, die sich leicht berühren. Wo sie sich berühren, soll die Erschliessung für beide Gebäude erfolgen. Der kleinere, aber etwas höhere, sogenannte Kopfbau soll etwas von der Hauptstrasse zurückgenommen werden.

Somit erhält die Fusswegverbindung mehr Raum, der Vorplatzbereich einen öffentlichen Charakter. Die Fortsetzung des Fussweges in die Verenastrasse verläuft auf einem Trottoir, für welches die Liegenschaftsbesitzerin Land abtritt.

Das Trottoir endet vor den beiden Gästeparkplätzen und der Einmündung in die Einstellhalle mit 13 Parkplätzen. Während der Kopfbau mit verschieden grossen Fenstern versehen ist, erhält der zweite grössere, langgezogene, am Chesselbach verlaufende Bau eine horizontale Schichtung durch die Balkonvorbauten.

Insgesamt rechnet das Architekturbüro mit elf bis zwölf 2,5- bis 4,5-Zimmer-Eigentumswohnungen. Im Kopfbau sind im Parterre Platz Atelier, Büro oder Laden vorgesehen. Ohne Einsprachen zum Gestaltungsplan ist bereits im Sommer das Baugesuch zu erwarten und im Herbst der Baubeginn. Bezugsbereit seien die Wohnungen frühestens Ende 2017.

Parkplätze und Sicherheit

Beat Affolter, Präsident der Planungskommission, nannte die neue Situation «besser als bisher». «Die sicherere Fusswegverbindung ist für die Gemeinde extrem wichtig.» Nicht ganz zufrieden zeigte sich Gemeinderätin Veronika Fluri Bitterli, Ressort Bildung, weil das Trottoir abrupt endet, und die Schulkinder anschliessend weiterhin ungeschützt auf der Verenastrasse gehen müssen.

Sie verlangt zudem eine sichere Lösung für die Schulkinder während der Bauphase. Gemeindepräsident Gilbert Studer ist grundsätzlich erfreut, weil auf dem Areal endlich etwas geschieht. Er bemängelte aber die Anzahl der Gästeparkplätze und befürchtet ein Gerangel um die gegenüberliegenden Volg-Parkplätze.

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