Selzach
30'000 Franken für Sommeroper: Fliegender Holländer nimmt Fahrt auf

Die Freunde und Gönner der Sommeroper Selzach wählten Erwin Egli zu ihrem Präsidenten. Ausserdem wurden 30'000 Franken an die Produktionskosten des Stückes beigesteuert.

Silvia Rietz
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Von links: Pia Bürki, Barbara Fluri, Schneiderei, Heinz Hugi, Weinkellerei, Roland Hartmann, Martin Sollberger, Helfer, Ueli Bucher, Präsident Verein Sommeroper und René Gehri.

Von links: Pia Bürki, Barbara Fluri, Schneiderei, Heinz Hugi, Weinkellerei, Roland Hartmann, Martin Sollberger, Helfer, Ueli Bucher, Präsident Verein Sommeroper und René Gehri.

Silvia Rietz

An der Fassade des Passionsspielhaus in Selzach zieht die Segelschiff-Plane die Blicke auf sich. Bei genauerem Hinsehen entpuppt sich der Schiffsrumpf als umgekehrten Totenschädel und kündet von Richard Wagners «Der Fliegende Holländer». Jener Oper, in deren Zentrum ein Geisterschiff steht und mit der die Sommeroper Selzach 2018 das 30-Jahr-Jubiläum feiern wird. Grund für das Produktionsteam, auf das Kommende anzustossen und an der 25. Generalversammlung der Freunde Sommeroper Selzach über das Werk und die Selzacher-Adaption zu informieren. Der Gönnerverein beschloss, die Holländer-Produktion mit 30'000 Franken zu unterstützen, und wählte mit Erwin Egli einen neuen Präsidenten.

Ehrenmitglied Anna Messerli

Interimspräsidentin Anna Messerli zeigt sich erleichtert, nach fünf Jahren «klare Verhältnisse» zu schaffen und als Vize-Präsidentin wieder in der Charge zu wirken, die sie seit der Vereinsgründung inne hat. Viktor Stüdeli erwähnte die Treue zur Sommeroper und den ihr 2017 zugesprochenen Kulturpreis von Grenchen. Der Laudator lobte: «Nach dem überraschenden Tod von Christian Allemann sprang Anna Messerli beherzt ein und hielt das Vereinsschiff auf Kurs.» Dessen Besatzung folgte dem Antrag des Kapitäns und kürte Messerli zum Ehrenmitglied.

Von links: Pia Bürki, Barbara Fluri, Schneiderei, Heinz Hugi, Weinkellerei, Roland Hartmann, Martin Sollberger, Helfer, Ueli Bucher, Präsident Verein Sommeroper und René Gehri.

Von links: Pia Bürki, Barbara Fluri, Schneiderei, Heinz Hugi, Weinkellerei, Roland Hartmann, Martin Sollberger, Helfer, Ueli Bucher, Präsident Verein Sommeroper und René Gehri.

Silvia Rietz

Die Sitzungsleiterin zeigte sich von der Geste bewegt und betonte, wie sehr sie sich freue, mit dem ehemaligen Grenchner Schuldirektor Erwin Egli einen neuen Vorsitzenden zu präsentieren. Einen, der sich in den letzten Jahren bereits als Beisitzer im Vorstand in die Geschäfte einarbeiten konnte. «Das Herzblut, mit dem sich alle Involvierten – von der Produktion über die Künstler, den Trägerverein und eben auch die Freunde – vom Konzept bis zur letzten Vorstellung für die Sommeroper Selzach einsetzen, spornt mich für die Aufgabe an», nannte Egli die Motivation, das Amt anzunehmen und stellte gleich eine Statutenrevision vor. Künftig werden der Singkreis Leberberg und die Leberberger Instrumentalisten in den Statuten nicht mehr erwähnt. Damit wurden die musikalischen Fäden zu den Anfangsjahren gekappt.

Erwin Egli

Erwin Egli

Silvia Rietz

Ambitionierte Pläne

An den Beginn vor drei Jahrzehnten erinnerte indessen Bühnenbildner und Ausstatter Oskar Fluri mit einigen Reminiszenzen. «Wir feiern nächstes Jahr das 30-Jahr-Jubiläum, obschon die ‹Die Zauberflöte› erst 1989 gespielt wurde. Doch das Entrümpeln des Passionsspielhauses, das Planen und Vorbereiten begann ja bereits 1988», erläuterte er. Mit dem Modell der Wagner-Bühne und dem Geisterschiff des Holländers schürte er die Vorfreude auf die vom 2. bis 21. August 2018 dauernde Spielzeit.

«Der Vorverkauf ist eröffnet. Wer während der Heso-Zeit über das Internet bestellt, profitiert von zehn Prozent Heso-Rabatt», enthüllte Co-Produktionsleiter René Gehrig. Co-Produktionsleiterin Pia Bürki stellte die erstmalig anvisierte Kinderversion eines Werks vor, mit der die Sommeroper Selzach neue Wege beschreitet, um Kinder und Jugendliche ins Opernboot zu holen.

30'000 Franken wird der Freundeskreis an die Produktionskosten beisteuern. Letztes Jahr kam zu den obligaten 30'000 Franken ein ausserordentlicher Zuschuss von 25'000 Franken dazu. Dieser brachte der Rechnung 2016 ein Minus von 21'038 Franken und einen Vermögensstand von noch 11'392 Franken. Demgegenüber rechnet das von Kassier Jürg Frutig erstellte Budget 2017 mit einem Einnahmenüberschuss von 4000 Franken. In welch herrliche Musik die Freude der Sommeroper Selzach investieren, zeigten Andreas Kamber und sein Horn-Quartett mit musikalischen Einlagen.