Abenteurer
3'400 Kilometer langer Spaziergang: «Trolley-Man» bricht mit Einkaufswagen nach Moskau auf

Zuvor war es Australien, jetzt ist es Moskau. Christian Zimmermann läuft in Begleitung seiner «Mrs. Molly», einem umgebauten Einkaufwagen Marke Eigenbau, rund 3'400 Kilometer in die russische Hauptstadt Moskau. Gestartet ist er am Sonntag. Vor ihm liegt nun ein viermonatiger «Spaziergang», wie er seine Reise liebevoll nennt.

Daniel Amrein
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Christian Zimmermann läuft seinem Einkaufswagen von Flumenthal bis nach Moskau Er verabschiedet sich mit einem Apero von seinen Freunden und Bekannten
17 Bilder
Er verabschiedet sich mit einem Apero von seinen Freunden und Bekannten
 Das Schweizer Fernsehen ist auch dabei
Das Gefährt wird bestaunt
Die letzten Sachen werden eingepackt
Personen ...der Deckel geschlossen und mit einem Gummizug fixiert
Als Letztes wird die Kamera installiert
Posieren mit Bruder Andreas und seinem Einachser
Los gehts, von der Dorfstrasse in Flumenthal nach Moskau
Mit dem Einkaufswagen nach Moskau

Christian Zimmermann läuft seinem Einkaufswagen von Flumenthal bis nach Moskau Er verabschiedet sich mit einem Apero von seinen Freunden und Bekannten

Hanspeter Bärtschi

Mit dem Flugzeug dauert es gute zwei Stunden, mit dem Auto 28 Stunden und zu Fuss vier Monate. Christian Zimmermann musste sein neues Abenteuer gut planen und hat monatelang recherchiert. Rund 2'500 Kilometer müsste er auf direktem Weg nach Moskau zurücklegen. Mit all den Umwegen und unerwarteten Situationen rechnet er mit bis zu 3'400 Kilometer. Wie auch schon in Australien will er in vier Monaten sein Ziel erreicht haben.

TransAustralia

heisst das Buch, dass Christian Zimmermann nach seiner Australienreise veröffentlicht hat. In seinem humorvoll geschriebenen Tagebuch berichtet Christian Zimmermann von den grossen und kleinen Abenteuern, die er auf den insgesamt 105 intensiven Marschtagen bewältigen musste.

Seine treue Begleiterin «Mrs. Molly» ist selbstverständlich auch wieder mit dabei, diesmal aber mit einem etwas kleineren Radstand als es noch in Australien der Fall war. So soll sie durch alle Türen passen.

«Sie ist eine sehr sehr gute Zuhörerin, ich kann ihr alles erzählen», umschreibt Christian Zimmermann seine «Mrs. Molly» gegenüber «Radio 32». Das beste an ihr sei, dass sie niemals widerspreche, witzelt der Abenteurer.

Per Facebook lud Christian Zimmermann zur «Abmarschparty» vom Sonntag dem 05. Mai:

Auch sein Gepäck ist nicht gerade üppig. Wenige Kleider, ein Zelt mit Schlafsack und Matte, ein Gaskocher, Vorräte für die ersten Tage und zehn Liter Wasser. Wo Christian Zimmermann auf seiner Reise schlafen wird, muss er immer spontan entscheiden. Auf die Frage hin, was er denn mache, wenn seiner «Mrs. Molly» in einer Herberge der Einlass verweigert wird, gibt er eine klare Antwort: «Das ist ein No-Go! Dann suche ich mir eben einen anderen Schlafplatz», erklärt der Abenteurer gegenüber dem Radiosender.

Er freue sich riesig auf sein Abenteuer, auch wenn er nun doch ein bisschen den «Gagg» in der Hose habe, erklärt der Abenteurer am Sonntag kurz vor dem Abmarsch. Auch die Temperatur mache ihm nichts aus. «Gute Kleider anziehen und das Laufen gibt sowieso warm». Christian Zimmermann wird auf den Sozialen Medien und Radio32 laufend berichten, wo er ist und wie es ihm geht. Sein erster Tag konnte er bereits erfolgreich beenden:

Eine Familiensache

Christian Zimmermanns älterer Bruder, Andreas Zimmermann, ist ebenfalls Abenteurer und arbeitet eng mit seinem Bruder zusammen. Andreas fuhr mit einem Einachser bis ans Nordkap und wieder zurück. Immer abwechselnd ist einer auf Abenteuerreise, während der andere zu Hause bleibt. Nur einmal seien sie zusammen unterwegs gewesen, erklärte Andreas Zimmermann vor einem Jahr. Damals unternahmen die beiden Brüder eine 3000 Kilometer lange Kanufahrt auf dem Yukon River im Nordwesten Kanadas. Christian Zimmerman fügte hinzu, dass man dadurch nicht reich werde, aber es mache Spass.