Lohn-Ammannsegg

25-Jahresjubiläum: Die Gemeinde blickt auf eine bewegte Vergangenheit zurück

Lohn im Vordergrund und Ammannsegg fusionierten vor 25 Jahren

Lohn im Vordergrund und Ammannsegg fusionierten vor 25 Jahren

Vor 25 Jahren fusionierten die beiden Einwohnergemeinden Lohn und Ammannsegg.

Ein erster Anlauf eines Gemeindezusammenschlusses wurde vor 44 Jahren im Jahr 1974 gemacht. In einer Konsultativabstimmung wurde jedoch nicht das erwartete grossmehrheitliche Endergebnis erreicht, um das Geschäft erfolgreich voranzutreiben. Dieses ruhte danach fast 20 Jahre lang.

1992 war geplant, mit einem Gemeindeverband wesentliche Aufgaben der Einwohnergemeinden Lohn und Ammannsegg gemeinsam und vor allen einheitlich zu regeln (Feuerwehr, Zivilschutz, Gemeindeführungsstab, Bildung, Asylantenbetreuung, Friedhof). Woraufhin der Anstoss vom Stimmbürger selbst kam, und die Idee eines Gemeindezusammenschlusses nicht einfach am Gemeinderatstisch kreiert wurde. Am 3. Juni 1992 stimmten die beiden Dörfer konsultativ über eine Fusion ab. Eine überwältigende Mehrheit war für einen Gemeindezusammenschluss. Am 4. November 1992 fand eine «simultane» Gemeindeversammlung für die Einwohner von Lohn und Ammannsegg mit positivem Ausgang statt.

EWR nein, Lohn-Ammannsegg ja

In einem Schnellverfahren wurde alles Notwendige für eine Fusion vorbereitet. Bereits am 6. Dezember 1992 fand die Schlussabstimmung an der Urne statt. Es war der berühmte «St. Nikolaustag» an dem auf eidgenössischer Ebene über den EWR abgestimmt und dieser abgelehnt wurde. Auf Gemeindeebene wurde ein Zusammenschluss in beiden Gemeinden mit Ja-Mehrheiten gutgeheissen. Von der Stimmbeteiligung von 92,3 Prozent für Ammanns-
egg und 89,1 Prozent in Lohn kann man heute bei Abstimmungen nur träumen. Schlussendlich stimmten 57 Prozent der Ammannsegger und 81 Prozent der Lohner der Fusion zu. Mit einem neuen Gemeindegesetz, welches 1992 in Kraft trat, genügte eine einfache statt eine Zweidrittelmehrheit.

Lohnegg kam nicht infrage

Die Umsetzung erfolgt bereits auf den 1. Januar 1993. Die Namensregelung ergab keine grossen Differenzen. Die Gemeinde sollte einfachheitshalber «Lohn-Ammannsegg» heissen. Ein neuer Name, wie dies noch beim ersten Anlauf 1974 mit «Lohnegg» vorgeschlagen wurde, kam nicht mehr infrage. Die Vereine gaben mit ihrer schon langen praktizierten Ortsbezeichnung «Lohn-Ammannsegg» den Ausschlag für diesen Allianznamen.
Zwei Anläufe brauchte es jedoch, um ein neues Dorfwappen zu finden. Der erste Vorschlag, ein neues Gemeindewappen mit drei Eichen zu schaffen, wurde von der Gemeindeversammlung wuchtig abgelehnt. Erst ein Jahr nach dem Zusammenschluss 1994 wurde das neue Wappen mit dem alten Vorbild (Eiche für Ammannsegg; Lung für Lohn mit dem Solothurner Wappen in rot/weiss geteilt) vom Stimmbürger abgesegnet.

Autonome Bürgergemeinden

Am 20. Juni 1994 fand im alten Dorfteil von Ammannsegg ein grosses Fusionsfest statt. Dieses Jahr ist ein Dorffest von Freitag, 31. August, bis Sonntag,
2. September, als Zusammenschluss-Jubiläum geplant.
Die beiden Bürgergemeinden Lohn und Ammannsegg bleiben jedoch autonom. Es gibt also kein Bürgerrecht «Lohn-Ammannsegg», sondern man ist als Ortsbürger entweder Bürger von Lohn oder Bürger von Ammannsegg. Beide Bürgergemeinden entscheiden bis heute getrennt über die Zusicherung des Gemeindebürgerrechts und verwalten Wald und Allmend getrennt. Die beiden Bürgergemeinden verwenden auch heute noch die alten Gemeindewappen: «Lung» für Lohn, «Eiche» für Ammannsegg.

20 Jahre für das Grundbuch

Mehr als 20 Jahre dauerte hingegen die Zusammenlegung der Kantonalen Grundbücher Lohn und Ammannsegg zum eidgenössischen Grundbuch Lohn-Ammannsegg. Die Neuvermessung des alten Vermessungswerks und die Anlage des neuen Grundbuches Lohn-Ammannsegg konnte erst 2014 vollständig realisiert werden.
Die Gemeinde ist inzwischen auch baulich zusammengewachsen. Die Zusammenlegung hat sich finanziell wegen der Zusammenführung der Behörden und der Verwaltungen gelohnt. Der Gedenkstein an der Steinackerstrasse erinnert heute an den Zusammenschluss vor 25 Jahren.

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