Kartensammler

25 Jahre lang erforschte er die Geschichte Obergerlafingens

Die älteste Karte aus Hochreuteners privater Sammlung erschien zwischen 1864 und 1868.

Die älteste Karte aus Hochreuteners privater Sammlung erschien zwischen 1864 und 1868.

Niklaus Hochreutener verfasste ein Buch zur Entwicklungsgeschichte der Gemeinde. Als Grundlage dienten ihm Landkarten und teilweise auch Postkarten.

Die ersten Siedlungsspuren gehen mutmasslich zurück bis in das Jahr 536 und lassen auf die Existenz eines Grossbauernhofes auf dem heutigen Gemeindegebiet von Obergerlafingen schliessen. Die erste urkundliche Erwähnung zu Obergerlafingen stammt aus dem Jahr 1278.

Auf Annahmen und Fakten basiert denn auch das Buch von Niklaus Hochreutener zur Entwicklungsgeschichte der heutigen Einwohnergemeinde mit dem Titel «Obergerlafingen – vom Grossbauernhof zum Wohn- und Gewerbedorf».

Hochreutener, zugezogen aus der Ostschweiz, lebt seit 1975 in Obergerlafingen und hat in einer rund 25 Jahre dauernden Arbeit die gesamte Entstehungsgeschichte recherchiert. Entstanden ist ein in dieser Form erstmals so kompakt vorhandenes Werk.

Dabei griff er auf alle möglichen Quellen vom Staatsarchiv über das Gemeindearchiv bis zu persönlichen Gesprächen mit Einwohnern von alteingesessenen Familiengeschlechtern zurück. Sowohl von Privatpersonen wie auch der Gemeinde erhielt er zudem Bildmaterial.

Als roter Faden und Grundlage dienten ihm jedoch immer Landkarten, teilweise auch Postkarten. «Ich wollte zuerst kein Buch schreiben», führt Hochreutener aus. Eigentlich sei eine Kartenausstellung geplant gewesen.

«Weil sich der Ansatz für eine Ausstellung aus verschiedenen Gründen nicht durchsetzte, kam mir die Idee zum Buch», erörtert Hochreutener. Den definitiven Entscheid für die Buchform habe er erst 2015 gefasst. Mit der Ausarbeitung zum Buch sei dann alles schnell gegangen, da ja alles Datenmaterial bereits vorhanden gewesen sei und nur noch zusammengefügt werden musste, so Hochreutener weiter.

Karten sammeln als Hobby

Hochreutener sammelt schon seit vielen Jahren Landkarten als Hobby. Dabei stellte er fest, dass nicht so viele alte Karten von Obergerlafingen existieren. Auf Flohmärkten kam er zu weiterem Kartenmaterial, so auch zur so genannten Sigfriedkarte mit dem offiziellen Namen «topographischer Atlas der Schweiz».

Zu den ältesten genauen Kartenaufzeichnungen von Obergerlafingen gehört sicher diejenige von Johann Baptist Altermatt aus dem Jahre 1822, Sohn und Adjutant des Generals Altermatt, welcher Solothurn gegen die Franzosen verteidigen sollte.

Hochreutener weist darauf hin, dass die ältesten Karten und Vermessungen vor allem einem militärischen Zweck dienten, so auch die Karte von Altermatt. Diese Karte ist zu einem wichtigen Bestandteil des Buches geworden. Zudem gibt es ab 1831 durchgehend dokumentierte Beschlüsse der Gemeindeversammlung, die eine grosse Menge an Fakten zum Buch lieferten.

Eigentlich keine Chronik

Hochreutener trennt Fakten und Annahmen in seiner Entwicklungsgeschichte konsequent und betont, dass es sich um kein wissenschaftliches Werk handle. «Ich bin nicht Historiker und das Buch erhebt keinen wissenschaftlichen Anspruch», erklärt der pensionierte Heilpädagoge. Eigentlich sei es auch keine Chronik, wobei er aber mit dieser Bezeichnung auch leben könne.

Hauptbestandteil des Buches sind neben einigen historischen Fotos und Dokumenten vor allem Landkarten. Der Text beziehe sich dann auch jeweils auf die entsprechenden Karten und zeige eben die Entwicklungsgeschichte sachlich auf, erklärt Hochreutener sein Werk. «Es sind keine Anekdoten und Dorfgeschichten enthalten, eben wie es in einer Chronik der Fall ist», moniert der Autor.

Neben der geografischen Entwicklung zeigt das Buch auch die Entwicklung in Zahlen auf, beispielsweise der Arbeitsplätze und des Gewerbes im Dorf. Diese Zahlen unterliegen natürlich einem steten Wandel.

Das Buch erscheint in einer ersten Auflage voraussichtlich im Mai mit einem Vorwort des Gemeindepräsidenten Beat Muralt. Die Einwohnergemeinde beteiligt sich an der Erstauflage mit 100 Exemplaren.

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